Saints Row (2022): Lauwarmes Comeback - Test zum Reboot der Action-Reihe
Test 9,99 €
Die Saints sind zurück! Allerdings nicht so wie zuvor, denn beim neuen Saints Row handelt es sich um ein Reboot mit neuem Setting und komplett neuen Charakteren. Wir haben den Neustart der humorvollen Action-Reihe von Volition gespielt und verraten euch in unserem Test, warum das Comeback der Saints trotz einiger netter Elemente eher misslungen ist.
Ganze neun Jahre ist es bereits her, dass die Saints mit einem neuen Spiel versorgt wurden. Nun folgt aber nicht nur ein neuer Teil, sondern sogar ein Serien-Reboot. Das ist schon verständlich, schließlich war man in Saints Row 4 als US-Präsident unterwegs und legte sich mit Aliens an. Das ist natürlich nicht so einfach zu toppen. Zudem waren die Geschichten von Shaundi, Pierce und Fan-Liebling Johnny Gat auserzählt. Die Entwickler von Volition entschieden sich wohl auch deshalb für einen Reset der Reihe mit frischem Setting und neuem Personal. Diesmal verschlägt es uns nämlich nicht nach Stilwater oder Steelport, sondern ins sonnige Santo Ileso.
Das fiktive Gebiet liegt an der mexikanischen Grenze und bietet unter anderem Canyons, Wüstenstädtchen, einen Casino-Bezirk und eine belebte City, in der sich die Wolkenkratzer aneinanderreihen. Außerdem ist man nun als Boss zusammen mit den Jungspunden Eli, Kevin und Neenah unterwegs, die bei den meisten Fans vor dem Release überhaupt nicht gut ankamen. In den Kommentarspalten standen direkt nach der Ankündigung bereits Dinge wie "nervige Hipster-Bande", "schlimmer als Watch Dogs 2" oder gar gleich "Das ist nicht mehr Saints Row." Nun, wir haben den Reboot gespielt und können euch sagen, dass die neuen Charaktere gar nicht so schlimm sind, und dass das neue Saints Row auf jeden Fall ein echtes Saints Row ist. Das bedeutet allerdings nicht unbedingt nur Gutes. Doch fangen wir zunächst von vorn an.
Saints Row im Test
Neustart mit alten Tugenden?
Das neue Saints Row (jetzt kaufen 9,99 € ) beginnt mit einer Party, auf der wir zunächst in einem Editor unseren Charakter erstellen und dann scheinbar abgemurkst werden. Anschließend springen wir in der Zeit zurück. Unser Protagonist arbeitet bei der hochgerüsteten Söldnerorganisation Marshall.
Neenah hängt mit der Panteros-Gang ab, Kevin ist bei den Party-süchtigen Idols und kocht gerne und Eli ist zwar bei keiner der drei Gangs von Santo Ileso, aber er redet viel Unsinn und meint, er habe Ahnung von Wirtschaft und Finanzen. Er ist also quasi eine Art arbeitsloser Hipster-Lindner. Die vier Freunde hausen zusammen in einer Bruchbude, haben keine Kohle, dafür viele Schulden und träumen von Ruhm und Reichtum.
Quelle: PC Games
Im Editor erstellen wir uns unseren Protagonisten.
Als unser Protagonist, Kevin und Neenah jeweils von ihren Gangs fallen gelassen werden und Eli angeschossen wird, hat die Verbrecher-WG schließlich die Schnauze voll. Sie gründen mit den Saints ihre eigene Gang, werben Fußsoldaten an, besetzen die Kirche und legen sich mit den kriminellen Mitbewerbern in Santo Ileso an.
Die lassen sich das natürlich nicht gefallen und so kommt es zu allerlei Scharmützeln, Racheaktionen und Verfolgungsjagden. Die Prämisse von Saints Row ist sicherlich nicht clever, aber vollkommen okay. Schließlich spielt man Saints Row wegen der überdrehten Action und des herrlich doofen Humors und nicht, weil man eine ausgeklügelte Erzählung erwartet.
Hier tappt das Spiel aber bereits in mehrere Fallen. Aufgrund der allgemein altbackenen Inszenierung wirkt die Action nur in seltenen Fällen wirklich spektakulär und auch der Humor lässt ein wenig zu wünschen übrig. Versteht uns nicht falsch, Saints Row ist durchaus witzig. Bei einigen Szenen und Sprüchen mussten wir laut lachen. Besonders die Quest-Reihe, in der wir an einer Art Mad-Max-LARP teilnehmen, wo alle Teilnehmer eben nur so tun, als würden sie sich verletzen, ist wirklich amüsant.
