Wie wir künftig spielen: 3D - eine Revolution einer gesamten Branche?

Special Viktor Eippert

Bewegungssteuerung, Spracherkennung, berührungssensitive Eingabemethoden und 3D-Technik lösen Konsolenkrieg, Grafikgefeilsche und HD-Wahn ab. Ist das die neue Revolution der Videospiele oder doch nur eine Modeerscheinung? Videogameszone.de wirft einen Blick in die Glaskugel.

Haben Sie das nicht auch in 3D?
Wahrscheinlicher als eine Besinnung auf das Wesentliche ist daher der Sprung auf das nächste Trittbrett. Während das HD-Zeitalter noch nicht mal vorüber ist und die Zappelei weiter ihren Lauf nimmt, steht bereits die nächste selbsternannte Revolution der Branche an: dreidimensionale Spiele. Und damit sind nicht in 3D gerenderte Grafiken gemeint, sondern Games mit räumlichen Tiefeneffekten - ähnlich dem erfolgreichen Kinoblockbuster Avatar. Auf der E3 wurden gleich zwei verschiedene Varianten der 3D-Technik präsentiert: Sony setzt dabei auf die bisher übliche Technik mit 3D-Brillen und speziell dafür ausgelegten 3D-TV-Geräten. Doch diese Glotzen sind teuer, die Nasenschaukeln lästig beim Zocken und die Technik sehr anstrengend für Kopf und Augen. Deutlich besser zeigt sich da Nintendo mit dem brandneuen 3DS - einer DS-Variante mit dreidimensionalem Effekt. Das Spezielle daran: Da der Effekt vom Gerät selbst erzeugt wird, benötigt ihr keine 3D-Brille für die Benutzung. Doch einen Haken hat das kleine Wundergerät dennoch. Sieht man auch nur ganz leicht schräg darauf, kommt es zu Doppelungen und schwarzen Stellen. Die 3D-Technik im Videospielsegment steht noch ganz am Anfang und wird zweifelsohne auch weiterhin ein großes Thema bleiben.

Prinzenrolle light: Die Reihe mit dem persischen Prinzen ist ein Paradebeispiel für die sinkende Schwierigkeit in Games. Im abgebildeten Teil kann man nicht mal sterben! Prinzenrolle light: Die Reihe mit dem persischen Prinzen ist ein Paradebeispiel für die sinkende Schwierigkeit in Games. Im abgebildeten Teil kann man nicht mal sterben! Bin ich im falschen Film gelandet, oder was wird hier gespielt?
Gerade in dieser Konsolengeneration lassen sich mehr und mehr Parallelen zum Film entdecken. Immer weitere Spieletitel erfahren cinematische Präsentationen: gestochen scharfe und teils stundenlange Zwischensequenzen. Zahlreiche Kameraschwenks in Kämpfen aktueller Rollenspiele wie Dragon Age: Origins oder Resonance of Fate. Epische Szenen Marke Call of Duty: Modern Warfare 2. Filmreife Explosionen à la Split/Second. Immer mehr Geld fließt in gutes Storywriting für Games und eine Vollvertonung samt aufwendigen Sprecher-Castings macht sich in der Riege der AAA-Titel breit. Dank neuer 3DTechnik sollen nun sogar dreidimensionale Filme imitiert werden. Die Tendenz ist klar zu erkennen: Games rücken dem großen Bruder Film immer näher. Spätestens mit Heavy Rain kann sogar schon von einem interaktiven Film die Rede sein.

Die Grenzen zwischen diesen beiden Unterhaltungsmedien sind bereits so dicht beisammen, dass sie beginnen, ineinander zu verschwimmen. Ein gutes Beispiel für eine an die Spitze getriebene Annäherung ist Final Fantasy XIII. Besonders in den ersten Stunden gewährt dieser Rollenspielhit seinem Spieler kaum Einfluss auf das Geschehen und lässt ihn wörtlich davor sitzen. So kann der Schuss natürlich auch nach hinten losgehen. Man erwartet beim Einschieben der Disc immerhin keinen Film zum Zuschauen, sondern ein Game zum Selbstspielen. Doch diesem Cineasmuswahn zum Trotz bleiben Games auch in Zukunft bis auf Ausnahmen, wie wir sie kennen und schätzen: Marke Eigenzock.

Langlebig: Mit DLCs werden bereits veröffentlichte Titel um zusätzliche Spielinhalte erweitert. Für Borderlands sind sogar bereits drei Stück erschienen. Langlebig: Mit DLCs werden bereits veröffentlichte Titel um zusätzliche Spielinhalte erweitert. Für Borderlands sind sogar bereits drei Stück erschienen. Unter Naturschutz: das Addon
Die Entwickler nehmen nicht nur Einfluss darauf, womit wir zocken, sondern auch wie und in welchen Portionen das geschieht. Die Rede ist hier von den inzwischen kaum mehr wegzudenkenden Downloadable Contents, kurz DLCs. Im Ansatz eigentlich eine tolle Sache: Ist man mit dem gekauften Spiel durch, kann man sich weitere Inhalte hinzu erwerben und hat somit noch länger Spaß mit dem Game. Doch in der Praxis sieht es mitunter anders aus. Inzwischen kommt kaum mehr ein großer Titel ohne DLCs daher. Teilweise werden diese sogar direkt mit auf die Spieldisc gepresst und brauchen lediglich eine Freischaltung per Code. Aktuelle Spiele zum vollen Preis wirken leider zu oft nicht mehr so vollwertig wie zuvor. Kein Wunder, schließlich folgen ja noch DLCs.

Dass diese weiteres Geld kosten, versteht sich natürlich von selbst. Früher gab es kleinere Verbesserungen an den Games noch mit kostenlosen Patches. Zusätzliche Multiplayer- Karten zum Beispiel. Heutzutage darf der Spieler für fünf neue Mehrspielerkarten in Modern Warfare 2 satte 14 Euro löhnen. Spinnt man das Konzept sogar noch etwas weiter, wäre es durchaus möglich, dass künftige Spiele abschnittsweise gekauft oder gar frei aus DLCs zusammengebastelt werden können. Ähnlich zu den von Fans erstellten Inhalten in Little Big Planet. Nur eben ohne dieses unrentable kostenlose Konzept. Das ist schließlich out. Eine der inzwischen seltenen Ausnahmen bietet Awakening, das Addon zu Dragon Age: Origins. Solch klassische Erweiterungen werden von DLCs immer weiter Richtung Abgrund gedrängt. Über zu hohe Entwicklungskosten für Add-ons beschweren sich die Hersteller. Geht die Entwicklung so weiter, scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Addons endgültig aussterben.

Schöne neue Welt?
Hologramme, Gedankensteuerung und virtuelle Welten sind immer noch Zukunftsträume. Doch eines steht fest: Die Entwicklung geht rasant weiter und wird niemals stehen bleiben. Und ihr bestimmt dabei mit, in welche Richtung sie geht! Doch nicht etwa mit netten Leserbriefen an Spieleentwickler, sondern durch euer Kaufverhalten. Am Ende des Tages hat nämlich nur einer Recht: der Markt. Was sich super verkauft, hat Zukunft und wird freudig entwickelt. Ohne Wenn und Aber. Und in naher Zukunft sind das nun mal vermehrt die Moves, Kinects und 3D-Geräte dieser Welt. Doch keine Sorge, zu kurz wird auch in Zukunft niemand kommen. Weder HD-Gamer noch Gelegenheitsspieler.

  1. Seite 1 Wie wir künftig spielen: Bewegungssteuerung, 3D und Virtual Reality Games
  2. Seite 2 Wie wir künftig spielen: 3D - eine Revolution einer gesamten Branche?
  3. Seite 3 Wie wir künftig spielen: 3D-Gaming - Unsere Meinung
  4. Seite 4 Wie wir künftig spielen: Big Apple - Nur Fallobst oder die Zukunft?
  5. Seite 5 Wie wir künftig spielen: Kampf der Eingabemethoden
  6. Seite 6 Wie wir künftig spielen: Virtual Reality Games: Zukunftstraum oder Alternative?
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