Was den Umfang anbelangt kommt der Fuhrpark mit den 310 Wagen nicht ganz an die Masse an Fahrzeugen der PlayStation-Konkurrenz aus dem Hause Polyphony heran, besticht aber durch eine liebevollere Auswahl und durch das Weglassen einiger nicht wirklich nötigen Fahrzeuge. So stehen zum Beispiel keine 50 verschiedenen japanischen Kleinwagen im Angebot, dafür aber die automobilen Perlen namhafter Hersteller wie Porsche, Ferrari, Lamborghini, TVR oder Aston Martin. Darüber hinaus dürfen Sie noch in zahlreichen Karossen Platz nehmen, die sich weniger durch tolle Fahreigenschaften als durch Ihren Charme hervortun. Der Corrado VR6 zum Beispiel, der auch heute noch häufig noch vor Diskotheken im ländlichen Raum häufig anzutreffen sein soll, oder der 2er Golf GTI, der einst der breiten Masse Fahrspaß zum erträglichen Preis bot.
Das Besondere bei den Fahrzeugen ist, dass sich optisches Tuning nicht nur auf Felgen, Farbe und Heckspoiler beschränkt, sondern Sie sich Ihre Vehikel nach Wunsch lackieren, mit Aufklebern und verschiedenen Body-Kits, Reifen, Felgen der bekanntesten Hersteller verändern können. Hier setzt Forza der Fantasie und den Wünschen der Spieler kaum Grenzen, ebenso wenig wie bei den Upgrades und Einstellungsmöglichkeiten für die Rennsemmeln. Zum Beispiel können Sie machen Autos nicht nur Tuning-Teile sondern einen komplett neuen Motor verpassen und machen so einen eigentlich schwächlichen Kleinwagen zur hochmotorisierten Allzweckwaffe im Kampf gegen Exoten und teure Sport- und Rennwagen. Besonders spaßig für Xbox-Live-Spieler: Sie können sich online nicht nur mit anderen Spielern heiße Rennen liefern, sondern auch Fahrzeuge, Lackierungen und sogar Fahrzeug-Setups tauschen.
Ebenso wie die Auswahl an Fahrzeugen überzeugt Forza außerdem noch mit einer Vielzahl toller Strecken, unter denen auch zahlreiche legendäre Kurse wie die Nordschleife, Laguna Seca oder Suzuka zu finden sind. Die realen Rennstrecken wurden dabei nicht nur optisch den Vorgängern bis ins Detail nachempfunden, sondern auch der Verlauf und die Streckenbeschaffenheit samt Bodenwellen liegen verblüffend nahe an denen der Vorbilder.
Auch das Design der Fantasie-Strecken wie zum Beispiel das von Maple Valley ist überraschend gut gelungen und bietet Fahrspaß auf lange Sicht. Nervige Strecken, auf denen man nur gezwungener Maßen seine Runden dreht, gibt es - außer der vielleicht etwas eintönigen US-Speedway-Rundstrecke - eigentlich nicht.
Das Fahrgefühl und die Fahrphysik sind wie aus dem Vorgänger gewohnt sehr realistisch, überfordern aber dank den vielen Einstellungsmöglichkeiten auch keine Gelegenheitsspieler oder Anfänger. Veränderungen durch neue Teile oder Setups sind stets beim Fahrverhalten Ihrer Boliden spürbar und motivieren nicht nur Freaks dazu, mit Federhöhen, Getriebeübersetzungen und Differentialen zu experimentieren, um dem geliebten Baby den letzten Schliff für eine neue Rundenbestzeit zu verpassen. Besonders positiv muss beim Fahr-Feeling hervorgehoben werden, dass die Entwickler wirklich das Versprechen der 60 konstanten Bilder pro Sekunden einhalten konnten, was in einem einzigartigem und sehr guten Geschwindigkeitsgefühl resultiert - dem A und O einer Rennsimulation mit Anspruch auf den Genrethron.
