Rainbow Six Vegas

Test Onur Yildirancan

Terroristenhatz in der buntesten und glitzerndsten Stadt der Welt!

ZIELWASSER Nicht nur die Gegner, sondern auch Ihre Kameraden sind äußerst treffsicher. BILD: PLAYZONE ZIELWASSER Nicht nur die Gegner, sondern auch Ihre Kameraden sind äußerst treffsicher. BILD: PLAYZONE Endlich ist die Rainbow-Six-Einheit auch auf der PS3 angekommen. Nachdem die Tom-Clancy-Sprösslinge bereits auf der Xbox 360 ihren Dienst erfolgreich angetreten haben, dürfen sie nun auf Sonys neuer Wunderkiste die Welt vor den Terroristen retten. Angesichts der technisch durchwachsenen Ubisoft-Portierung von Splinter Cell: Double Agent durfte man gespannt sein, ob die handwerkliche Seite diesmal mit der Brillanz der 360-Fassung mithalten kann. So viel sei verraten: Sie kann.

ACTION IM VORDERGRUND
Trotz der namhaften Unterstützung des Bestseller-Autors Tom Clancy ist die Story schnell erzählt: Terroristen bedrohen die nationale Sicherheit und nur die Rainbow-Six-Einheit kann sie noch aufhalten. Keine wirklich originelle Ausgangsbasis. Das haben sich wohl auch die Entwickler gedacht und komplett auf erzählerisch ausufernde Zwischensequenzen verzichtet. Lediglich in tristen Hubschrauber-Briefings wird die müde Story vorangetrieben. Doch nun zu weitaus weniger ermüdenden Themen: Das Gameplay der Rainbow-Reihe hat sich mit Vegas deutlich in Richtung Action-Shooter entwickelt. Während Sie Ihren Teamleader weiterhin aus der Ego-Ansicht steuern, geht dieser per Knopfdruck bei jeder Gelegenheit in Deckung. Die Perspektive wechselt dann zwecks Übersichtlichkeit in die Außenansicht und lässt Sie so bequem Ihre Umgebung auskundschaften. Des Weiteren befehligen Sie Ihr Zwei-Mann-Team nun kontextsensitiv und weitaus geschmeidiger als noch in den Vorgängern. Schicken Sie Ihr Team von A nach B oder lassen Sie sich bequem Türen freisprengen - alles kein Problem, Ihre Mannen gehorchen Ihnen rasch aufs Wort (oder vielmehr auf den Tastendruck). Und auch die Künstliche Intelligenz spielt mit. Ihre Mitstreiter gehen selbstständig in Deckung und feuern unter Beschuss gerne mal zurück, auch wenn Sie ihnen diesen Befehl nicht erteilt haben. Dieses autonome Verhalten ist kein Zeichen von Befehlsverweigerung, sondern nur das logische Verhalten intelligenten Denkens. Ein weiteres Indiz für die Cleverness: Haben sich eine Vielzahl von Terroristen an einem Punkt verschanzt, werden Ihre Mannen nicht blind ins Mündungsfeuer ihrer Gegner rennen: "Nein, Sir, das können wir nicht tun", heißt es dann trotzig. In modernen Special-Force-Einheiten herrscht nun mal Demokratie.

NOTAUFNAHME
Hat es Ihre Kollegen dennoch einmal dahingerafft, heißt es die Beine in die Hand nehmen. Bevor der Herzstillstand einsetzt, müssen Sie (oder Ihr verbleibender Kamerad) mit der Zauberspritze zum gefallenen Soldaten eilen und diesen schnell wieder fitspritzen. Geht er nämlich hops, heißt es auch für Sie Game Over. Diese Bildschirmeinblendung sollten Sie allerdings tunlichst vermeiden, denn eine Quick-Save-Funktion gibt es nicht. Dafür aber rar gesäte Checkpoints, die Sie immer wieder nach hinten katapultieren. Denn der Schwierigkeitsgrad ist nichts für Kriegsdienstverweigerer. Da es keine Lebensenergie-Anzeige gibt, vertragen Sie realistischerweise nur wenige Kugeln, bevor Sie das Zeitliche segnen. Schon bei einem Treffer verwischt der Bildschirm und Ihnen wird unmissverständlich klargemacht, dass Sie sich schleunigst einige Sekunden erholen müssen. Dann ist Ihre Lebensanzeige quasi wieder bei 100 Prozent angelangt. Was für Sie gilt, gilt glücklicherweise auch für Ihre Gegner: Nach ein, zwei Treffern sterben sie den KI-Tod. Ihre Kontrahenten sind im Übrigen recht clever: Ziemlich treffsicher gehen die Bösewichter schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad zu Werke. Und auch cleveres Flankieren steht an der CPU-Tagesordnung.

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