Quelle: PLAYZONE
BOOM! Splittergranaten sind immer ein gutes Mittel gegen
terroristisches Ungeziefer.
Während die Rainbow-Six-Truppe bereits zum fünften Mal auf den stationären Konsolen die Welt vor Terroristen (im Spiel-Jargon Tangos genannt) rettet, feiern die Elite-Krieger auf der PSP ihren Einstand. Anders als noch auf Xbox 360 und PS3 konzentriert sich Ubisoft in der Handheld-Fassung verstärkt auf den Shooter-Anteil. Eine einschneidende Veränderung in der sonst so Taktik-orientierten Franchise. Was also hält das Ende des Regenbogens diesmal für die Rainbow-Krieger parat? Ein Töpfchen Gold oder ein Häufchen Elend?
TAKTISCH ENTMANNT
Die Story von Rainbow Six Vegas knüpft an die Heimkonsolenversion an, lässt Sie die Geschehnisse jedoch aus einem anderen Blickwinkel erleben. Statt der angriffslustigen Vier-Mann-Armee aus der PS3-Fassung steuern Sie in der PSP-Variante lediglich zwei Rainbow-Söldner, namentlich Brian und Shawn, die einen nuklearen Angriff auf die Stadt Las Vegas verhindern müssen. Diese Namen sagen Ihnen nichts? Kein Wunder, in der PS3-Variante werden diese Herren mit keiner Silbe erwähnt. Quasi als unterstützender "Geistertrupp" bleiben sie im Hintergrund und helfen den Heimkonsolen-
Kriegern bei der Weltrettung.
Die ersten Abstriche in Sachen taktischem Anspruch machen sich in der Truppenführung bemerkbar: Statt mit Ihrem Kumpel parallel durch Las Vegas zu latschen und diesen simultan zu befehligen, schreiten Sie meist alleine durch das Abenteuer. Nur an bestimmten Fixpunkten wechselt das Spiel automatisch zwischen den Helden. Wenn Brian storybedingt unter Tango-Beschuss gerät, nehmen Sie die Angreifer mit Sniper-Experte Shawn einfach einen nach dem anderen aufs Korn. Und falls einem Kollegen in den Abwässerkanälen und Bürogebäuden von Vegas ein Tor den Zutritt verwehrt, darf sich der andere als Schalterdrücker betätigen. Nicht wirklich kreativ, aber immerhin wird so zumindest eine taktische Note simuliert.
Leider wurde das einst taktisch geprägte Gameplay um weitere Elemente gekürzt: Während der Schussgefechte müssen Sie auf Healthpacks komplett verzichten und sich von Checkpoint zu Checkpoint hangeln. Eine Quicksave-Funktion gibt es nicht. Auch dürfen Sie keine gegnerischen Waffen oder Blendgranaten aufsammeln. Immerhin können Sie sich am Anfang jeder Mission entsprechend ausrüsten.
KONTROLLVERLUST
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AUTSCH! Meistens verhalten sich die Gegner dümmlich passiv. In diesem Fall jedoch nicht.
Ähnlich seinem Konsolenvorbild macht auch der PSP-Bruder von kontextsensitiver Steuerung Gebrauch. Mit der Snake-Cam schauen Sie an entsprechenden Punkten hinter Türen oder Wänden hervor und klären die Lage. Sie selbst können sich in bester Stealth-Manier hinter Kisten und Ecken verstecken und Ihre Gegner aus sicherer Distanz beobachten. PSP-typisch leidet die Steuerung auch bei Rainbow Six Vegas unter Komfortmängeln. Statt sich geschmeidig durch die Glücksspielstadt zu bewegen, lässt sich die Spezialeinheit wie ein Haufen störrischer Esel steuern. Von Präzision während der Shootouts kann also nicht die Rede sein. Wohl wissend hat sich Ubisoft dieses Problems angenommen und dem Spiel ein Lock-on-System spendiert. Leider reagiert dieses aber nur sehr widerwillig bis gar nicht und lässt Sie die Gegner nur aus nächster Nähe ins Visier nehmen. Im Vergleich zur fantastischen PS3-Steuerung ein bedauerlicher Rückschritt.
IM EILSCHRITT, MARSCH!
Quelle: PLAYZONE
UNBRAUCHBAR Da meist Tageslicht herrscht, findet
das Nachtsichtgerät kaum Verwendung.
Während Sie für den Storymodus gerade einmal fünf bis sechs Stunden benötigen, können Sie den Spielspaß in zwei weiteren Spielmodi strecken: In der sogenannten "Terroristenhatz" schießen Sie auf zufällig platzierte Tangos, im Missions-Modus dürfen Sie die Singleplayer-Missionen nochmal in höheren Schwierigkeitsgraden durchspielen. Daneben sorgt der Ad-Hoc- und Online-Modus für etwas Auflockerung. Auf sechs Maps spielen Sie mit bis zu drei Gegnern das klassische Deathmatch bzw. Team-Deathmatch. Auch die technische Seite von Rainbow Six Vegas gibt sich äußerst unspektakulär: Neben der anfänglichen Texturarmut in den Außenarealen friert das Bild während der Gefechte gelegentlich für mehrere Sekunden ein. Ein ärgerlicher Bug, auf den Sie leider recht häufig stoßen werden.