Haben Sie die beklemmenden Verliese des Tutorials hinter sich gelassen und das Licht der Freiheit erblickt, beginnt das Spiel erst richtig. Sie können nämlich jetzt frei wählen, was Sie als Nächstes tun wollen - und "frei wählen" ist dabei wörtlich gemeint! Wollen Sie der Storyline folgen oder doch erst einmal die Ruinen auf der anderen Seite des Flusses erkunden? Oder wie wär's mit einem Abstecher in die riesige Hauptstadt hinter Ihnen?
Das Spiel lässt Ihnen immer die Freiheit zu entscheiden, was Sie als Nächstes tun wollen, und überschüttet Sie geradezu mit Möglichkeiten. Quests und Aufgaben warten buchstäblich hinter jeder Ecke. Manchmal müssen Sie intensiv danach suchen, ein anderes Mal sind Sie, ohne es wirklich zu merken, schon mittendrin. Ein Beispiel: Nach einem arbeitsreichen Tag in der Hauptstadt, bei dem sogar ein Levelaufstieg herausgesprungen ist, suchen Sie nur noch ein ruhiges Plätzchen zum Ausruhen und Steigern der Charakterwerte (was nur während des Schlafens funktioniert).
Per Zufall entscheiden Sie sich für einen als Kneipe umfunktionierten Kahn, der im Hafen vor Anker liegt. Als Sie nichts ahnend am nächsten Morgen aufwachen, befindet sich das Schiff plötzlich auf offener See - voller unfreundlicher Banditen, die dort einen Schatz vermuten und nicht so recht glauben wollen, dass Sie nichts darüber wissen.Und das ist noch eine ganz harmlose Überraschung, Sie hätten ja auch mit einer Bisswunde am Hals und einer plötzlichen akuten Sonnenallergie erwachen können ... aber das führt uns jetzt zu weit.
Geniale Optik, mäßige Übersetzung
Die Liste mit coolen Features, Story-Highlights und Gameplay-Finessen kann man beliebig fortführen. Aber all die Vorzüge lassen sich auch auf eine einfache Aussage reduzieren: Bei Oblivion passt einfach alles perfekt zusammen. Und das nicht nur im Gameplay-Bereich - auch Grafik und Präsentation sind einfach fantastisch. Charakeremodelle und Animationen, Effekte, die Landschaft - Oblivion sieht einfach klasse aus. Und das sowohl auf einem HDTV als auch auf einem normalen Fernsehgerät.
Sollten Sie nur Letzteres besitzen, müssen Sie vor dem Kauf von Oblivion aber unbedingt darauf achten, dass dieser 60Hz unterstützt - sonst läuft das Spiel nicht. Die Darstellung ist in beiden Varianten flüssig und nur gelegentlich trüben Ruckler den Spielspaß. Deutlich wird dies vor allem beim Reiten, da hier relativ oft neue Landschaftsdetails nachgeladen werden müssen. Auch der sichtbare Aufbau der Landschaft im Hintergrund stört nicht wirklich.
Vorbildlich ist hingegen die Sprachausgabe, die dem englischen Original praktisch ebenbürtig ist. Leider trifft dies auf die Übersetzung der Bildschirmtexte nicht zu. Hier haben sich jede Menge große (vor allem im Turtorial) und kleine Schnitzer eingeschlichen. Es bleibt zu hoffen, dass Take 2 diese nervigen Schönheitsfehler schon bald mit einem Patch behebt.
