Strategische Neuausrichtung: Ein ehemaliger Bethesda-Experte spricht über die Hintergrundgeschichte von "The Elder Scrolls 6" und was diese seiner Meinung nach mit Star Wars zu tun haben sollte.
In einem Interview mit PCGamer hat sich der ehemalige Bethesda-Designer und Lore-Master, Kurt Kuhlmann, rund um die Serie The Elder Scrolls geäußert. Kuhlmann war maßgeblich an der Hintergrundgeschichte der Teile 4 und 5 (Oblivion und Skyrim) beteiligt, und hatte bereits für den jetzt in der Entwicklung befindlichen sechsten Teil der Serie eine Vision. Welche das war, und warum sie an seinem Weggang beteiligt war, verrät er bei dem Gespräch ebenfalls.
TES 6 sollte eine Art "Das Imperium schlägt zurück" für die RPG-Reihe werden
Kuhlmann verfolgte für den sechsten Teil der Reihe einen ambitionierten Ansatz. Er verglich seine Idee für das kommende Open-World-Rollenspiel mit der dramaturgischen Struktur von Star Wars Episode 5: Das Imperium schlägt zurück. Laut Kuhlmann sollte der Titel bewusst eine deutlich düstere Tonalität einschlagen und die Spielwelt in einer Phase des Umbruchs oder der Niederlage zeigen, um eine stärkere emotionale Tiefe und eine komplexere Erzählweise etablieren zu können. Diese Dark-Fantasy-Vision hätte einen bewussten Kontrast zu den bisherigen Teilen der Serie dargestellt.
Wäre es nach seiner Vision gegangen, hätten die Thalmor (eine der Elfenfraktionen im Spiel) die Bösewichte werden sollen, die am Ende ganz Tamriel beherrschen und damit den Grundstein für einen siebten Teil legen. Im fünften Teil waren sie eher noch Nebencharaktere, hegten allerdings bereits Herrscherpläne. Gerade so ein Triumph des Bösen wäre für ein The Elder Scrolls-Spiel etwas grundlegend Neues gewesen, da Bethesda bisher eher den Fokus auf einen sogenannten Auserwählten gelegt hatte, der die Welt rettete und jedem Spiel somit ein positives Ende bescherte.
Das hätte laut Kuhlmann im sechsten Teil ebenso der Fall sein können, indem man als Auserwählter den Thronfolger beschützt hätte, dann jedoch könnte es einen Cliffhanger geben, der die Thalmor auf dem Vormarsch zeigen würde. In dem Zusammenhang merkte Kuhlmann jedoch an, dass ein offenes Ende bei einem Spiel, dessen nächster Teil in der Regel zehn bis fünfzehn Jahre entfernt liegen würde, keine gute Idee sei.
Auf die Nachfrage, ob Kuhlmann wisse, in welcher Region der sechste TES-Teil angesiedelt sein würde, antwortete er ausweichend, dass er das nicht wisse und seine im Studio verbliebenen Kontakte es ihm nicht mitteilen dürften. Kuhlmanns Kündigung sei übrigens erfolgt, weil er anstrebte, die Position des Lead Designers für The Elder Scrolls 6 (jetzt kaufen ) einzunehmen, um seine kreative Vision direkt umsetzen zu können. Todd Howard von Bethesda hatte ihm dies bereits mündlich zugesichert, doch Bethesda entschied sich am Ende gegen seine Beförderung.
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Quelle: via PCGamer
