The Crew 2-Vorschau mit Video-Preview: Wie die Franzosen ihren MMO-Racer tiefergelegt haben

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The Crew 2-Vorschau mit Video-Preview: Wie die Franzosen ihren MMO-Racer tiefergelegt haben
Quelle: PC Games

Stundenlang gespielt, an Land, zu Wasser und in der Luft: In der The Crew 2-Vorschau und dem Preview-Video mit vielen exklusiven Gameplay-Szenen verrät euch die Redaktion, wie gut das nächste MMO-Rennspiel aus Frankreich wird. Alles zu Flugzeugen, Schnellbooten, Lootboxen und der überarbeiteten Karriere ohne Story-Modus!

Zum The Crew 2-Release steht die Konkurrenz mutmaßlich in den Startlöchern: Auf der E3 2018 könnte Anfang Juni Forza Horizon 4 angekündigt werden. Beides sind Open-World-Rennspiele, beide decken eine große Bandbreite an Autos und Disziplinen ab - aber The Crew 2 will zusätzlich noch mit Flugzeugen, Schnellbooten und Motorrädern punkten. Bereits zwei Monate vor der Veröffentlichung am 29. Juni 2018 konnten wir The Crew 2 anspielen, stundenlang, ohne Einschränkungen. Die Screenshots und das Video in dieser Vorschau wurden bei diesem Event aufgenommen, zum Einsatz kam die Xbox-One-X-Version des Spiels. Nach drei Stunden mit dem Gamepad in der Hand lässt sich bereits vor dem Test sagen: The Crew 2 wird keine radikale Neuausrichtung der Serie, aber ein intelligent verbesserter Nachfolger mit abgeschliffenen Kanten, neuen Inhalten - und einem wohltuend anderen (lies: besseren) Fahrgefühl als der Vorgänger. Wer sich davon selbst überzeugen will, kann ab sofort bei der Closed Beta von The Crew 2 mitmachen.

The Crew 2 gespielt: Vorschau zum Rennspiel-Nachfolger

Auch wenn die Zwei stolz im ­Titel prangt, ist das neue Rennspiel The Crew 2 (jetzt kaufen 13,00 € / 26,99 € ) im Grunde eher eine Neuauflage des Erstlings aus dem Jahr 2014 als ein echter Nachfolger. Erneut seid ihr in den virtuellen USA unterwegs. Diesmal im Vordergrund: sieben große Städte wie Miami, Detroit, Chicago und Las Vegas. Dazwischen befindet sich ein dichtes Straßennetz voller großer und kleiner Events wie den bekannten Skill-Challenges, also etwa kurzen Slalomfahrten oder Geschwindigkeitstests. Je nach Wunsch fahrt ihr selbst zu eurem Wunschort oder benutzt die Schnellreise - die ist anders als im Vorgänger von Anfang an verfügbar, ihr müsst also nicht erst den Nebel des "Krieges" aufdecken, indem ihr an eine bis dato unbekannte Stelle fahrt.

Die frei befahrbare Spielwelt kam schon in Teil 1 äußerst lebendig daher; für The Crew 2 hat Entwickler Ivory Tower noch mehr Tiere wie Flamingos, Kühe und Braunbären eingebaut, die auf und abseits der Strecke herumtollen. Zeitweise fühlten wir uns beim Anspielen an die turbulente Open-World von Far Cry 5 erinnert. Anders als in Ubisofts Shooter-Serie könnt ihr den Tieren mit eurem Fahrzeug aber nichts anhaben, denn genau wie die menschlichen Passanten auf dem Bürgersteig weichen sie immer in letzter ­Sekunde aus.

Der beste Kniff von The Crew 2: Solange ihr nicht gerade ein vorgefertigtes Rennen fahrt, dürft ihr auf Knopfdruck jederzeit zwischen Auto/Motorrad, Boot und Flugzeug wechseln. Und wir meinen wirklich jederzeit. In The Crew 2 markiert ihr drei Vehikel als ­Favoriten - zu denen könnt ihr dann im Spiel durch Gedrückt­halten eines Gamepad-Buttons springen. Wenn ihr also gerade mit der Cessna über dem Hudson River in New York kreist, reicht ein Knopfdruck und euer Flugzeug verwandelt sich in ein Schnellboot - und stürzt runter in die Wellen, wo ihr ohne Verzögerung weiterfahren könnt.

Alternativ düst ihr mit einem Supersportwagen in einem Affenzahn den Highway entlang, ruft das Favoritenmenü auf - und plötzlich hebt ihr mit einem Flugzeug ab, in vollem Tempo. Dieser fliegende Wechsel ist zwar komplett unrealistisch, bietet aber großes Potenzial für coole Stunts und lustige Situationen!

The Crew 2: Besseres Fahrmodell, ungewöhnliche Lootboxen

Bei speziellen Events kommen Sprung­schanzen und andere Gimmicks zum Einsatz. Quelle: PC Games Bei speziellen Events kommen Sprung­schanzen und andere Gimmicks zum Einsatz. The Crew 2 erweitert den bekannten Fuhrpark um Boote und Flugzeuge, Motorräder und Monster Trucks wurden bereits mit dem Add-on Wild Run eingeführt und feiern eine Rückkehr. Die Steuerung der neuen Vehikel ist so einfach wie im Vorgänger. Wer von The Crew 2 eine Flugsimulation oder einen aufwendig gemachten Speedboat-Racer erwartet, dürfte enttäuscht werden. Die Flieger und Boote verhalten sich im ­Grunde wie ihre vierrädrigen Vetter, nur sind sie eben in der Luft oder im Wasser. So hat auch dort jedes Vehikel einen Nitro-Boost und das Fahr- beziehungsweise Fluggefühl wirkt sehr arcadig. ­Kollisionen enden selten in Totalschäden, die gutmütige und nicht ganz realistische Physik sorgt dafür, dass sich aufeinanderprallende Vehikel eher abstoßen als ineinander verkeilen. Selbst wenn ihr mit dem Stuntflugzeug gegen Bäume oder Berge fliegt, bedeutet das oft noch nicht das Aus, zumal euer Vehikel per Knopfdruck oder bei zu großer Beschädigung automatisch wieder auf die Strecke zurückgesetzt wird.

Immerhin: Auf dem Wasser müsst ihr Acht geben, dass ihr nicht in der Spur des vor euch fahrenden Bootes landet, denn dann bringen euch die vom Gejagten aufgewirbelten Wellen vom Kurs ab. Achtung: Eine Rückspulfunktion fehlt, aber die meisten Rennen sind kurz genug, sodass ein erzwungener Neustart die Geduld nicht überstrapaziert.

Große Schritte hat Ivory Tower in Sachen Fahrgefühl gemacht: Die Boliden von The Crew 2 steuern sich realistischer und fühlen sich weniger seifig an als im Original. Wo ihr im ersten The Crew zu Beginn kaum ein Gefühl für euren Wagen entwickeln konntet und erst nach dem Einbau mehrerer Upgrade-Teile ein ähnliches Feeling wie in vergleichbaren Arcade-Rasern entstand, macht The Crew 2 in Sachen Fahrgefühl von Beginn an einen viel runderen Eindruck. Dazu trägt auch die Möglichkeit bei, in den Pro-Einstellungen Veränderungen am Fahrmodell vornehmen: Traktions- und Stabilitätskontrolle sowie ABS lassen sich feinjustieren, dazu können Einsteiger für die Drift-Wettbewerbe eine Rutschhilfe aktivieren. The Crew 2-Preview vor Release: In den bunten Lootboxen steckt am Ende eines Rennens eure Belohnung in Form von Upgrade-Teilen. Quelle: PC Games The Crew 2-Preview vor Release: In den bunten Lootboxen steckt am Ende eines Rennens eure Belohnung in Form von Upgrade-Teilen. Darüber hinaus dürft ihr die Leistung einmal gekaufter Fahrzeuge permanent verbessern. Für The Crew 2 hat Entwickler Ivory Tower das dazugehörige Upgrade-System umgebaut. Die größte Neuerung: Lootboxen! Aber Moment, gemeint sind nicht die bösen, von manchen EU-Staaten als illegal eingestuften Lootboxen, die 2017 für viel Verdruss bei Spielern gesorgt haben. Stattdessen gibt es nun einfach bunte Kisten (Boxen), in denen euch nach einem erfolgreich absolvierten Rennen der Loot präsentiert wird - Lootboxen. Die funktionieren aber eher wie in Diablo 3 als wie in Overwatch oder Star Wars: Battlefront 2 (siehe Nachtest): Die Upgrade-Teile gibt es in verschiedenen Farben und Qualitätsstufen, ein Teil pro Box, der Inhalt wird zufällig von einem Algorithmus bestimmt, der euer Fahrer-Level in Betracht zieht. Und das Wichtigste: Dem bisherigen Kenntnisstand zufolge wird The Crew 2 zwar Mikrotransaktionen beinhalten, die in den Lootboxen steckenden Upgrade-Teile gibt es aber nicht gegen Echtgeld zu kaufen.

Der Loot kommt in sieben Kategorien wie Aufhängung oder Bremsen daher. Eine dreistellige Ziffer steht für die Stärke; wie im ersten The Crew steigert ihr bei euren Upgrade-Bemühungen vor allem diese Zahl, um euer Fahrzeug zu stärken, statt bestimmte Leistungsbereiche gezielt zu verbessern. Praktisch: Wer Upgrades nicht einsammelt, bekommt sie automatisch zugeschickt. Ebenfalls gut: Ausrüstungsteile lassen sich für alle Vehikel derselben Kategorie verwenden; anders als in Need for Speed: Payback müsst ihr nicht jeden Wagen separat aufleveln.

The Crew 2 ist dennoch darauf ausgelegt, viele Dutzend Stunden gespielt zu werden. So gibt es versteckte Schätze, die ihr per Radar-Ping entdeckt, sowie neue und umfangreiche Individualisierungsoptionen für euren Rennfahrer. Ähnlich wie in Forza Motorsport 7 dürft ihr euren Avatar nach Gusto einkleiden; für manche Kosmetik-Optionen dürfte Ubisoft auch echtes Geld verlangen, denn die per Mikro­transaktionen erworbenen Crew Credits aus dem Vorgänger kehren zurück. Damit lassen sich auch neue Fahrzeuge kaufen, wenn ihr noch nicht genug Einheiten der Ingame-Währung erspielt habt. Der umfangreiche Fuhrpark enthält zudem so einige Vehikel, die exklusiv für Käufer des Season Pass und der Gold-Edition verfügbar ist. Eure schicken Besitztümer dürft ihr im Loft eures Charakters ausstellen, Editoren für Fotos und Videos erlauben es, die mit Stickern verzierten und selbst eingefärbten Boliden der Welt zu präsentieren. Seltsam: Optische Tuning-­Optionen wie Spoi­ler glänzen bislang mit Abwesenheit in The Crew 2, in der gespielten Beta-Version durften wir lediglich noch die Lackfarbe bestimmen.
Im Freestyle-Modus dreht ihr am Steuer von Sportflugzeugen Loopings, fliegt extrem tief oder richtet die Tragflächen im 90°-Winkel zum Boden aus. Quelle: PC Games Im Freestyle-Modus dreht ihr am Steuer von Sportflugzeugen Loopings, fliegt extrem tief oder richtet die Tragflächen im 90°-Winkel zum Boden aus.

The Crew 2-Modi: Vier mal vier Disziplinen

Natürlich gibt es in The Crew 2 für jede Vehikelklasse eigene Events - verteilt auf die vier Bereiche Offroad, Pro ­Racing, Freestyle und Street ­Racing. Jede dieser vier Rennfamilien besitzt ein Hauptquartier, in dem ihr Zugriff auf neue Disziplinen erhaltet (insgesamt 16 Stück, da­runter Drag Racing, Drift-Wettbewerbe und Tourenwagen-Rennen) sowie bessere Fahr- und Flugzeuge gegen Ingame-Credits erwerbt. Euer Fortschritt wird dabei nicht nur anhand des verdienten Geldes gemessen, sondern vor allem mittels eurer (Twitter-)Follower im Spiel. Je mehr Fans ihr begeistert, umso höher steigt ihr im Rang auf und desto mehr Disziplinen, Events und Fahrzeuge schaltet ihr frei.

Zusammengehalten wird das muntere Rasen von einem Story-­Feigenblatt: Statt der mauen Undercover-Cop-Geschichte aus dem Vorgänger gibt es diesmal nur eine Handvoll Zwischensequenzen, in denen der Event-Charakter und die ­Liebe zum Motorsport betont werden. In jedem der vier Hauptquartiere warten ein Mentor und ein Antagonist, den ihr im Lauf eurer Karriere bezwingen müsst, dazu kommen mit jedem Stufenaufstieg auf der Karriereleiter besondere Events. In diesen absolviert ihr kombinierte Rennen unter Einbezug aller Rennklassen. Das erinnert an die Showcase-­Events von Forza Horizon 3. Kein Wunder, Ubisofts neues Rennspiel wird sich vor allem am Open-World-Raser von Playground Games messen lassen müssen. In Sachen Optik hinkt der Vergleich Forza Horizon (4) vs. The Crew 2 aber schon mal.

Bildergalerie

Performance vor Optik auf der Xbox One X

The Crew 2 hat sich grafisch im Vergleich zum Vorgänger nur marginal verändert. So gibt es jetzt deutlich mehr zerstörbare Objekte am Straßenrand und man läuft seltener Gefahr, an einer unscheinbaren Barriere hängen zu bleiben. Die abwechslungsreich dargestellte Spielwelt weist schöne Flecken auf, die Autos von Original-Herstellern wie Mercedes oder Hyundai sind auf Hochglanz poliert, aber bei Weitem nicht so geleckt wie in Forza Motorsport 7. Toll: Jedes Fahrzeug besitzt eine packende Cockpitperspektive, zusammen mit Motorhauben-, Stoßstangen- und Verfolgerkamera bietet The Crew 2 hier ein Maximum an Auswahlmöglichkeiten. Besonders intensiv sind die Ego-Ansichten in Schnellbooten und Propellerflugzeugen, denn hier wird die Übersicht auf realistische Weise eingeschränkt. In Verbindung mit dem gelungenen Geschwindigkeitsgefühl ergibt das eine starke Atmosphäre!

Weniger toll: Die Rückspiegel im Cockpit ­reflektieren wie schon in Teil 1 nicht das Geschehen hinter dem Vehikel. Dazu kommen in der von uns gespielten Version auf der Xbox One X merkliche Pop-up-­Effekte; Texturen in mittlerer Entfernung ploppen auf und das Bild gibt sich beim Blick gen Horizont unruhig. Für Ivory Tower stand die Performance an erster Stelle; um flüssige 60 Fps zu garantieren, ging man erneut technische Kompromisse ein. Angenehmer Nebeneffekt: Der Wagenwechsel im Menü und die Schnellreise erfordern nur minimale Ladezeiten, auch beim Start eines Rennens muss die Konsole nicht gefühlte Ewigkeiten Daten in den Arbeitsspeicher schaufeln wie beim grafisch aufwendigeren Forza Horizon 3.

Koop in The Crew 2 und KI-Gegner mit Gummiband

The Crew 2 ist dem Klappentext zufolge ein Online-Spiel und benötigt wieder eine permanente Internetverbindung, auch wenn ihr alleine durch die virtuellen USA brettet. Zufallstreffen mit anderen Spielern sind möglich, werden aber vom Spiel nicht forciert. Das Höchste der Gefühle ist es, mit bis zu drei Freunden ein Team zu bilden und in Events gemeinsam sowie gegenei­nander anzutreten; beim Start eines Rennens gehen automatisch Einladungen an die anderen Crew-Mitglieder raus, die sodann in Windeseile zum Ort des Geschehens springen können.

Egal, ob ihr menschliche Mitspieler oder KI-Konkurrenten von der Strecke rempelt: Die bisher ausprobierten Rennen leiden teilweise unter schlechter Lesbarkeit der Ideallinie. Da es keine Bodeneinblendungen gibt, müsst ihr euch auf Warnschilder und die Minimap verlassen; zumindest Letztere lässt sich auf Wunsch vergrößern, um den Streckenverlauf besser vorauszuahnen. Doch in offenen Gebieten wie dem neuen Bayou (Sümpfe in der Nähe von New Orleans) fiel es uns trotz dieser Hilfe manchmal schwer, den Pfad zum nächsten Checkpoint zu finden. Dazu kamen zuweilen überraschend tiefe Wasserstellen, in denen unser Auto versank - während ein paar Meter weiter optisch identische Pfützen problemlos durchfahren werden konnten. Die Testversion muss zeigen, ob sich diese Probleme der Streckenführung über die komplette Spielzeit zu einem echten Ärgernis entwickeln.
The Crew 2 setzt auf ein überarbeitetes Upgrade-System. Dem liegt ein simples Prinzip zugrunde: Die Leistungswerte steigen, wenn ihr bessere (und seltenere) Tuning-Items verbaut. Quelle: PC Games The Crew 2 setzt auf ein überarbeitetes Upgrade-System. Dem liegt ein simples Prinzip zugrunde: Die Leistungswerte steigen, wenn ihr bessere (und seltenere) Tuning-Items verbaut.
The Crew 2 gespielt: Die Zwischensequenzen erzählen keine Handlung im klassischen Sinn. Quelle: PC Games The Crew 2 gespielt: Die Zwischensequenzen erzählen keine Handlung im klassischen Sinn. Die Gummi­band-KI erlaubt auf jeden Fall, auch größere Fahrfehler auszugleichen, im Umkehrschluss lassen sich die Computergegner aber nur schwer komplett abhängen. Im ­normalen Schwierigkeitsgrad ist The Crew 2 dennoch einen Tick zu leicht, denn bei Zeitfahr-Herausforderungen ohne direkte Konkurrenz fuhren wir absurde Streckenrekorde heraus. Der schwere Modus wird erst bei der Wiederholung einer Aktivität zugänglich, als ­Belohnung gibt es hier für einen Sieg auch mehr Follower und besseren Loot (siehe Kasten links). Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung bleiben ungeahndet, die im Vorgänger-DLC Calling All Units eingeführte Polizei wurde für The Crew 2 wieder aus dem Repertoire gestrichen.

Auf der Themenseite gibt es mehr zu The Crew 2 sowie weitere Vorschau-Artikel und Gameplay-Videos. Der Release für PC, PS4 und Xbox One ist für den 29. Juni 2018 angesetzt.

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