TMNT: Splintered Fate im Test: Hades trifft die Ninja Turtles

Test Felix Schütz
TMNT: Splintered Fate im Test: Hades trifft die Ninja Turtles
Quelle: Super Evil Megacorp, PC Games

Was kommt dabei raus, wenn man Hades mit vier kultigen Schildkröten mixt? Ein überraschend ordentliches Roguelike, sogar mit Koop-Modus! Und jetzt ist es endlich auch für Nintendo Switch erhältlich.

Machen wir uns nichts vor: An Hades kommt so schnell nichts ran. Das Action-Roguelike hat schließlich nicht umsonst eine Trophäe nach der nächsten abgeräumt - und auch der Nachfolger macht schon jetzt einen Fetzenspaß!

Doch das heißt natürlich nicht, dass wir uns nicht über hochwertigen Nachschub freuen. Ganz besonders, wenn er sich als nette Überraschung entpuppt! Teenage Mutant Ninja Turtles: Splintered Fate (jetzt kaufen 25,34 € ) ist so ein Fall. Das Spiel ist überdeutlich von Hades inspiriert, und nein: Es kommt niemals an das große Vorbild heran. Trotzdem macht es auch eine ganze Menge richtig - und hat sogar eine Stärke, von der Hades bislang nur träumen kann: einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler.

Schon gewusst? Das Spiel gibt's jetzt auch für den PC! Hier findet ihr alle Infos.

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Wer auf Apple-Geräten zockt, ist vielleicht schon mal über das neue Turtles-Abenteuer gestolpert, Splintered Fate ist nämlich schon letztes Jahr für iOS erschienen. Doch jetzt wagt der neue Turtles-Ableger endlich auch den Sprung auf Konsolen und PC. Den Anfang macht die Switch-Umsetzung, später in diesem Jahr werden auch die anderen Plattformen bedient. Aber lohnt sich das überhaupt? Wir finden: ja, wenn man mit den richtigen Erwartungen rangeht!

Cowabunga! Das neue Turtles-Game ist viel besser als gedacht Quelle: Super Evil Megacorp Sieht man mal vom großartigen Shredder's Revenge ab, wurden Turtle-Fans in den letzten Jahren nicht gerade mit Highlights überschüttet. Schon allein deshalb ist Splintered Fate einen Blick wert. Was uns dabei besonders gefällt: Das Spiel verzichtet auf den computeranimierten, etwas kindischeren Look, der sich in den letzten Jahren durchgesetzt hat. Stattdessen gibt's wieder einen düsteren Stil, der uns eher an die beliebte Reboot-Serie von 2003 erinnert. Das passt richtig gut!


Auf der Suche nach Splinter

Die Geschichte ist aber leider keine große Stärke, auch wenn sie noch vielversprechend beginnt: Meister Splinter wurde entführt, Leonardo wird von Shredders Truppen überwältigt und urplötzlich tun sich mysteriöse Portale auf. Bekannte Figuren wie April und Casey treten auf, es wird geplaudert, gerätselt und gescherzt - auch dank der guten englischen Sprecher kommt da ordentliche Turtles-Atmosphäre auf.

Doch dann treten die Autoren plötzlich auf die Bremse, und genau das ist ein Problem: Wo uns Hades von früh bis spät mit klasse geschriebenen Dialogen bei der Stange hält, schreitet der Turtles-Plot nur schleppend voran. Daran ändert auch nichts, dass man mit Tom Waltz sogar einen erfahrenen TMNT-Autoren ins Boot geholt hat. Optionale Gespräche sind viel zu selten, und wenn sie mal stattfinden, drehen sie sich meistens im Kreis. Auch die Auflösung der Handlung fällt schwach aus, wer der Oberschurke ist, wird zum Beispiel nie aufgeklärt. Das fühlt sich an, als hätten sich die Entwickler noch ein paar Ideen für eine mögliche Erweiterung oder einen Nachfolger aufgehoben. Nur blöd, dass nichts davon je angekündigt wurde.

Cowabunga! Das neue Turtles-Game ist viel besser als gedacht Quelle: PC Games

Teenage Mutant Ninja Hades

Bei den Basics macht das Spiel aber eine ganze Menge richtig. Ihr kloppt, kickt, haut und stecht euch mit eurem Lieblingsturtle durch zahlreiche kleine Arenen, die sich auf vier unterschiedliche Kapitel verteilen. Die Reihenfolge der Levels ist genau wie in Hades 1 streng vorgegeben, auch die Bossgegner tauchen immer an der gleichen Stelle auf. Das ist schade, weil sich das Spiel dadurch statischer anfühlt, als es müsste. Alternative Pfade oder unterschiedliche Routen gibt es nämlich nicht, dabei hätten sie eigentlich gut ins Spielkonzept gepasst.

Auch die Gegnertypen ändern sich kaum: Man vermöbelt vor allem verschiedene Foot-Ninjas und schießwütige Mauser-Roboter, außerdem noch eine Handvoll Mutanten, die mit Gift-Waffen ausgerüstet sind. Da hätte die Vorlage noch deutlich mehr hergegeben. Zumindest sind die Gegner aber gut designt und setzen uns vor allem in größerer Stückzahl ordentlich unter Druck.

Bildergalerie

Auch die Minibosse, die wir ab und zu treffen, sind gelungen: Da gibt es mal bis an die Zähne bewaffnete Roboter, wieselflinke Elite-Ninjas oder einen Typen im schwer gepanzerten Mech-Anzug - sie alle haben mächtige, zufällig ausgewählte Eigenschaften, heizen uns mit wahren Effektgewittern ein und bringen gleich noch ihre eigene Verstärkung mit. Wenn da erst mal ein halbes Dutzend Gegner auf uns losstürmt, sind gute Reaktionen und blitzschnelles Ausweichen gefragt! Dass das Spiel ursprünglich für Touchscreens entwickelt wurde, merkt man ihm spätestens in solchen Momenten kaum noch an: Das Gameplay funktioniert mit einem Gamepad so viel besser.

Cowabunga! Das neue Turtles-Game ist viel besser als gedacht Quelle: PC Games

Motivierende Upgrades

Passend zur Vorlage unterscheiden sich die vier Turtles ein wenig in Kampfstil und Basisfähigkeiten. Leonardo wirft zum Beispiel Ninjasterne und dasht flink auf Gegner zu. Michelangelo punktet dafür mit Flächenangriffen und Mehrfachtreffern. Raphael setzt auf brutale kritische Treffer in schneller Abfolge, während Donatello sich zwischen jedem Kampf heilt, außerdem kann er Sonderwaffen schneller einsetzen als seine Brüder.

Alle vier Schildkröten sind klasse animiert und die Steuerung reagiert flott und zuverlässig. Tiefgang braucht man da nicht suchen, die Action ist schnell und unkompliziert. So richtig nett wird's aber erst, wenn ihr ein paar Upgrades gesammelt habt - denn auch hier bedienen sich die Turtles wieder kräftig bei Hades.

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