Rayman Raving Rabbids

Test

Mit Klostampfern gegen den Hasenwahnsinn - Rayman zeigt sich verrückter denn je!

Nachts um zwölf treiben Killerhasen auf dem Friedhof ihr Unwesen - Sie kontern mit Klostampfern. Nachts um zwölf treiben Killerhasen auf dem Friedhof ihr Unwesen - Sie kontern mit Klostampfern. Von wegen auf der Xbox 360 gibt es keine kindgerechte Unterhaltung! Mit Rayman Raving Rabbids beweist Ubi­soft das Gegenteil und verlässt die ausgetretenen Jump&Run-Pfade der Vergangenheit, um den Helden in ein irres Abenteuer, gespickt mit schrägem Humor, witzigen Minispielen und vor allem geistesgestörten Hasen, zu stecken. Letztere haben Rayman kurzerhand entführt, damit er fortan in einem riesigen Kolosseum für Unterhaltung sorgt - schließlich haben auch Hasen manchmal Langweile.

Dafür hat Rayman allerdings nur bedingt Verständnis und somit nur ein Ziel: so schnell wie möglich aus seiner miefigen Zelle zu verduften. Zum Ausbruch führt allerdings weder Sprengstoff noch ein Schweißgerät, sondern - wer hätte es gedacht? - Klostampfer! Mit diesen versucht Rayman, das kleine Fenster in luftiger Höhe zu erreichen und in die Freiheit zu entwischen. Während es diese Pömpel bei uns in jedem gut sortierten Sanitärladen oder Baumarkt zu kaufen gibt, werden im Land der durchgeknallten Karnickel die praktischen Sauger nur nach erfolgreichem Bestehen schweißtreibender Minispiele ausgeliefert - die völlig alberne Story ist schon ein kleiner Hinweis darauf, mit wie viel Humor Ubisoft das neue Rayman-Abenteuer gewürzt hat.

Die witzigen Charaktere und die skurrile Aufmachung setzen dem albernen Minispiel-Mix allerdings die humoristische Krone auf. Oder haben Sie schon einmal eine Kuh an einer Kette herumgeschleudert, um sie anschließend entweder meterweit durch die Luft zu werfen oder sogar in Basketballkörben zu versenken? Es sieht ganz einfach zu herrlich aus, wenn die Kuh mit einem lauten Platsch aufs Feld knallt, sich zweimal überschlägt und dann mit dem Nasenring im Schmodder liegen bleibt. Aber auch die Hasen, hauptsächlich eher Zuschauer, werden regelmäßig zu Geschicklichkeitsübungen missbraucht, deren Spielkonzepte von berühmten Vorbildern wie Senso, Heißer Draht oder den bekannten Holzlabyrinth-Kugeleien aus Kindertagen stammen.

Um Abwechslung zu bieten, hat Ubisoft in den über 100 Minispielen aber auch jede Menge Kreativität gezeigt und nutzt (falls vorhanden) als erster Titel die Xbox-Live-Vision-Kamera, wie wir es sonst nur von Konkurrenzprodukten kennen. Wenn Rayman die Tanzfläche entert, um abzugrooven, kommen im Discolicht Hasen von links und rechts herangezappelt, die mit punktgenauen Schlägen ihrerseits vor der Kamera eliminiert werden. Zusammen mit Hits wie "Hip Hop Hooray", "La Bamba" oder "Girls just wanna have Fun" (die allerdings nicht im Original aus den Boxen dröhnen, sondern klingen wie von den Chipmunks auf ­Helium gesungen) kommt Partystimmung auf. Um den Klostampfer endgültig in seinen Besitz zu bringen, wartet am Ende eines Tages Raymans erbitterter Kampf gegen die Hasenmeute. Im Wilden Westen, am Strand, auf Friedhöfen: Überall lauern Ihnen die Mümmelmänner auf und attackieren Sie mit - natürlich! - Klostampfern. Leider kommt das lustige Geballere über die banale Spielmechanik von Lightgun-Shootern nicht hinaus, ist aber jedes Mal ein schöner Abschluss, bevor es in die nächste Runde geht.

Rayman Raving Rabbids könnte sich das Motto "Keep it simple" auf die Fahnen schreiben. So ist die Zugänglichkeit leicht und auch für Einsteiger ideal, während Hardcorespieler Komplexität mit der Lupe suchen, worunter die Langzeitmotivation leidet. Aber alle gemeinsam freuen sich natürlich über den herrlich abgedrehten Humor. Sicherlich nicht das beeindruckendste Rayman der Videospielgeschichte, aber das mit großem Abstand lustigste von allen!

Bildergalerie

Wertung zu Rayman Raving Rabbids (X360)

Wertung:

71 /10
Pro & Contra
Skurriler, abgedrehter HumorMit 100 Minispielen großer UmfangZahlreiche Geschicklichkeitstests
Spiel besteht "nur" aus MinispielenKamera-Nutzung nicht optimal
Fazit

Irrsinnig alberner Minispiel-Mix mit schrägen Charakteren und umfangreicher Kamera-Unterstützung - leider mangelt es an Komplexität.

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