"Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!"
Im paradiesischen Gefängnis wird Rayman gefangen gehalten.
BILD: PLAYZONE
Wer kennt ihn nicht - den gliederlosen, dauerhaft grinsenden, Fäuste schwingenden Strahlemann aus dem Hause Ubisoft? Seit jeher begeisterten Rayman-Spiele durch ausgefeilte und witzige Jump&Run-Kost und zählen zu den bekanntesten und beliebtesten Hüpfspielen überhaupt. Raving Rabbids hingegen schwimmt gegen den Strom und wartet mit einer Minispielsammlung von knapp siebzig Party-Games auf. Doch auch Jump&Run-Fans sollten jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, denn Spaß macht Raving Rabbids auf jeden Fall - und das zur Genüge!
Terrorherrschaft der Kaninchen
Ein weiterer sonniger Tag bricht an und nichts ahnend macht sich Rayman mit seinen Kumpanen auf, ein fröhliches, zweifelsohne schmackhaftes Picknick in der freien Natur zu genießen. Wie aus dem Nichts tauchen plötzlich die namensgebenden Raving Rabbids auf und machen den gemütlichen Schmaus durch ihre markerschütternden Schreie zunichte.
Das Ende vom Lied: Rayman wird von den Horrorhasen gekidnappt und in einer feuchten, kalten Zelle eingekerkert. Glück im Unglück, denn eben jene modrige Unterkunft bietet dem Strahlemann alles, was er braucht: Ein mit einer Federkernmatratze ausgestattetes Bett, eine Music Box, in der die freigespielten Soundtracks beliebig oft wiedergegeben werden können, einen Kleiderschrank, in dem der Held seine alternativen, neu erworbenen Kostüme unterbringt, und selbstredend das allseits beliebte, zwingend notwendige Klosett.
Letzteres dient nicht nur zur Verrichtung des natürlichen Bedürfnisses, sondern bringt Rayman dazu, in seinen Erinnerungen an die bereits absolvierten Minispiele zu schwelgen und eben jene bei Bedarf noch einmal zu absolvieren. Apropos Minispiele: Das eigentlich recht harmonische Gefängnisleben wird lediglich durch die zwischenzeitlichen Besuche der Hasen zunichte gemacht, welche das gliederlose Ubi-Maskottchen zur Unterhaltung und Belustigung der eigenen Rasse in die Arena schicken, um die wildesten und abgefahrensten Partygames zu bestehen, die man sich nur vorstellen kann.
Von fliegenden Kühen und rülpsenden Hasen
Der Soundtrack überzeugt mit allseits bekannten Melodien. BILD: PLAYZONE
Sobald Sie die Arena betreten haben, stehen Ihnen vier Tore mit jeweils vier Aufgaben bevor, von denen sie mindestens drei erfüllen müssen, um zum Level-abschließenden "Boss-Spiel" zu gelangen. Die durchgeknallte Vielfalt an irrwitzigen Spielideen ist ebenso angsteinflößend wie beeindruckend und wird Sie ein ums andere Mal an der Geistesgegenwart der Programmierer während der Entwicklung zweifeln lassen.
Vom Kuhweitwurf über Saugglocken-Shooter und amüsante Tanzeinlagen bis hin zur Überfütterung der verrückten Hasen ist wirklich jede vorstellbare Spielvariante vertreten. Aus dem kompletten Spielprinzip kristallisiert sich der fantastische Humor besonders stark heraus und läuft durch das genial-bekloppte Karnickel-Geschrei zur Höchstform auf. Spätestens, wenn ein mit sämtlichen unbekömmlichen Utensilien voll gefütterter Hase rülpsend unterm Tisch liegt, bleibt kein Auge mehr trocken. Mit den Raving Rabbids sind Ubisoft kultverdächtige Charakter-Neuschöpfungen gelungen, die sich allein durch ihr stupides und doch herzergreifendes Auftreten sofort der Sympathie des Spielers gewiss sein können.
Das Spiel wird mit ordentlicher Grafik inszeniert und von einer hervorragenden Soundkulisse begleitet. Etwas gebremst wird der Spielspaß von der teilweise unvollkommenen Steuerung, die - wie ursprünglich exklusiv geplant - auf Nintendos Wii-Konsole besser zur Geltung kommt. Ein "herkömmlicher" PS2-Controller muss sich mit vergleichsweise simplen Tastenbelegungen zufrieden geben. Des Weiteren könnte die enorme Anspruchslosigkeit der Minispiele ein weiterer abschreckender Faktor sein. Wer hier tiefsinniges Gameplay erwartet, wird enttäuscht ... und ausgelacht. Rayman Raving Rabbids bietet einfache, amüsante Party-Action, die vor allem im Multiplayer-Modus zur Höchstform aufläuft.
