Mouse P.I. for Hire im Test: Starkes Gunplay, stylischer Disney-Look der 1920er - wenn Doom auf Micky Maus trifft
Test
Doom trifft Disney - das klingt vielleicht nicht nach der offensichtlichsten Kombination für ein Videospiel. Mouse: P.I. for Hire zeigt allerdings, dass sie wirklich gut funktionieren kann.
Kennt ihr noch Steamboat Willie, diesen uralten Disney-Zeichentrickfilm aus den 1920er-Jahren? Micky Maus tuckert in seinem ersten großen Leinwandauftritt mit einem Dampfer durch die Gegend, pfeift ein nettes Liedchen und zofft sich ein bisschen mit Kater Karlo. Nette, harmlose Familienunterhaltung eben.
So. Und jetzt stellt euch vor, der gute Micky hätte eine Kippe im Mundwinkel, ein mächtiges Aggressionsproblem und dem ollen Kater einfach ordentlich eins auf die Schnauze gehauen. Dann habt ihr ein ungefähres Bild davon, was euch in Mouse: P.I. for Hire (jetzt kaufen 49,99 € ) erwartet: so eine Art Walt Disney für Erwachsene. Denn der Indie-Titel mixt Vintage-Cartoon-Look mit knallhartem Shooter-Gameplay - und das auch noch verdammt gut!
Straight from the 1920's
Schon alleine die Präsentation macht richtig Laune: Mouse: P.I. for Hire sieht einfach aus wie einer dieser Animations-Klassiker des prominenten Namensvetters: handgezeichnet und liebevoll animiert. Die Figuren, die Spielwelt, sogar das Nutzerinterface haben etwas humorvoll Verspieltes.
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Eure Waffen "swaggen" von links nach rechts, als wären sie lebendig, eure Gesundheitsanzeige verkommt zum traurig dreinblickenden Schweizer Käse, wenn sie von Kugeln durchlöchert wurde. Und wenn ihr auf die Pausetaste drückt, rutscht die Nadel von der Schallplatte des Ingame-Soundtracks und ein Buch mit dem Menü öffnet sich. Übrigens: Unsere Kollegen von PC Games Hardware haben Mouse P.I. einem ausführlichen Technik-Check unterzogen! Schaut da unbedingt vorbei.
Für die Extraportion Retro-Feeling könnt ihr sogar noch aus verschiedenen Grafik- und Soundmodi wählen. So bekommt das Gameplay etwa Schlieren eines alten Filmprojektors verpasst und der Ton klingt, als würde er auf einem Grammophon laufen.
Quelle: PC Games
Die Sprachausgabe gibt es leider nur auf Englisch, aber immerhin deutsche Untertitel.
Apropos Ton: Der ist ohnehin eines der Highlights des Titels. Der Big-Band-Jazz, der von einem kompletten Orchester eingespielt wurde, passt einfach perfekt zur 30er-Jahre-Atmosphäre. Und er bringt in ausgewählten Momenten nochmal ordentlich Swing in die Bude, wenn die Musikuntermalung dynamisch auf das Geschehen auf dem Bildschirm reagiert.
Es gibt sogar eine kleine Kooperation mit der französischen Electro-Band Caravan Palace. Die kriegt eine klare Hörempfehlung meinerseits! Entsprechend lasse ich den Kracher einfach mal so hier stehen:
Mein Name ist Pepper, Jack Pepper
Natürlich geht nicht immer alles perfekt auf: Der Kontrast aus 2D-Modellen und 3D-Hintergründen beißt sich manchmal ein bisschen. Das sah bei Cuphead noch ein wenig runder aus. Aber die kleinen Schönheitsfehler kann man verkraften, weil ansonsten wirklich viel Herzblut in die Spielwelt geflossen ist.
Überall lassen sich kleine Gags und Easter Eggs (z.B. zu Fallout oder Soylent Grün) finden. Als Fan von Flachwitzen habe ich zudem mehrfach laut lachen müssen, weil die Entwickler wirklich jedes noch so plumpe Wortspiel rund um "Maus" und "Käse" mitgenommen haben. Das gibt den PCG Dad Joke Award! Kleiner Wermutstropfen: Auf Deutsch gibt's die Gags leider nur geschrieben, die Sprachausgabe ist komplett in Englisch gehalten.
