Metroid Prime 4 im Test: Stärken und Schwächen im Leveldesign

Test Felix Schütz
Metroid Prime 4 im Test: Stärken und Schwächen im Leveldesign
Quelle: PC Games

Über weite Strecken macht Metroid Prime 4 vieles richtig! Ein paar Designentscheidungen drücken aber auf die Wertung.

Kristalle als Spielzeitstreckung

Aber was hat die Wüste sonst noch zu bieten? Leider nicht viel! Ab und zu tauchen zufällig Gegner in der Wüste auf, die man mit einer Art Diskus wegballern kann, der Feinde automatisch anvisiert. Das wird auf Dauer aber ziemlich eintönig, schon allein weil es nur wenig Gegnertypen gibt und die auch nie eine Herausforderung darstellen. Immerhin: Es gibt es auch zwei Bosskämpfe, in denen ihr das Bike zum Einsatz bringen müsst.

Die meiste Zeit dürftet ihr aber damit verbringen, in grüne Kristallhaufen zu brettern, von denen Unmengen in der Wüste herumliegen. Um sie einzusammeln, fahrt ihr einfach mit dem Bike hindurch - das ist genauso öde, wie es klingt. Die Splitter tragt ihr anschließend in einen besonderen Tempel, wo ihr mit weiteren Upgrades belohnt werdet. Und die sind nicht optional.

Tatsächlich müsst ihr zum Abschluss der Geschichte eine gewisse Menge an Kristallen gesammelt haben. Zumindest gibt es gegen Ende aber auch noch andere Wege, um da heranzukommen - ihr müsst also zumindest nicht alle Kristalle plattwalzen, ein Glück! Denn die Kristallsuche ist nicht nur ziemlich langweilig, sondern auch einfallslos. Als hätten die Entwickler verzweifelt nach etwas gesucht, um dem offenen Wüstengebiet noch irgendeinen Sinn zu geben. Da hatten wir mehr erwartet!

Die Wüste ist übersät mit grünen Kristallen. Von denen müsst ihr eine gewisse Menge einsammeln, wenn ihr das Spiel abschließen wollt. Quelle: PC Games Die Wüste ist übersät mit grünen Kristallen. Von denen müsst ihr eine gewisse Menge einsammeln, wenn ihr das Spiel abschließen wollt.

Atmosphärische Level

Da es keine Schnellreise gibt, bleibt euch trotzdem keine Wahl, als euch regelmäßig aufs Bike zu schwingen - schließlich müsst ihr jedes der fünf Hauptgebiete mehrmals besuchen. Dort spielt sich auch der Großteil der Spielzeit ab, und das ist gut so! Die Fabriken, Dschungel, Minen und Labore sind nämlich die mit Abstand schönsten Umgebungen, die es je in der Metroid-Prime-Serie gab.

Egal ob man da durch enge Gänge kugelt, gespenstische Forschungsstationen erkundet, gigantische Reaktoren in Gang setzt oder sich durch eine futuristische Fertigungsanlage knobelt, da strotzt jede Umgebung nur so vor Atmosphäre.

Die Leveldesigner setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte. In einer Zone werdet ihr zum Beispiel mit wahren Gegnermassen konfrontiert, die euch in bester Alien-Manier durch enge Gänge hetzen. In anderen Gebieten geht es dafür eher um sorgfältiges Erkunden oder um nette, kleine Umgebungspuzzles. Dabei haben die Entwickler auch darauf geachtet, dass sich die Mechaniken nicht zu oft wiederholen.

Metroid Prime 4: Beyond (Switch / Switch 2, 2025) Quelle: PC Games Kleine Puzzles lockern den Spielablauf immer wieder auf. Abschnitte unter Wasser gibt es diesmal allerdings nicht, Tauchgänge hat man sich gespart. Dafür erwarten euch immer wieder kleine Überraschungen und geskriptete Ereignisse, die für Abwechslung sorgen. Da taucht dann zum Beispiel unerwartet ein Mini-Boss auf. Oder man muss einen Heizkessel herunterkühlen und dabei tödlichen Flammen ausweichen. Manchmal ist auch Fingerspitzengefühl gefragt, zum Beispiel wenn Samus über eine riesige Kette balancieren und gleichzeitig gegen den eisigen Wind ankämpfen muss, um nicht abzustürzen. Das stecken also gute Ideen drin.

Linearer Aufbau trifft Backtracking

Das Leveldesign fällt diesmal aber deutlich linearer aus als in Prime 1 oder 2. Ein Questmarker zeigt euch immer genau, wohin euch die Geschichte als Nächstes führt, Geheimgänge sind selten und so richtig verlaufen kann man sich auch nicht, weil es oft eh nur in eine Richtung geht. So verschachtelt wie in einigen älteren Metroids wird's also leider nie.

Backtracking fällt trotzdem an: Sobald ihr bestimmte Upgrades gefunden habt, könnt ihr weitere Hindernisse überwinden und dann die teils gut versteckten Bonusitems wie Munitionsbooster oder Energietanks einsacken. Das gehört in Metroid einfach dazu. Etwas ärgerlich ist aber der Weg zum Basislager, in das ihr immer wieder zurückkehren müsst. Mehrere kurze Ladezeiten bremsen den Spielfluss hier spürbar aus - dabei hätte man das Lager ebenso gut mitten in die Wüste verfrachten können, ganz ohne Umwege.

Metroid Prime 4: Beyond (Switch / Switch 2, 2025) Quelle: PC Games Tolle Umgebungen, schicke Beleuchtung: In vielen Szenen sieht Metroid Prime 4 ausgesprochen gut aus. Damit ihr euch unterwegs nicht alles merken müsst, könnt ihr wieder Marker auf der Karte setzen, dadurch wird ein Raum hervorgehoben und ihr wisst, wo ihr später nochmal vorbeischauen solltet. Nötig ist das allerdings nicht, denn im letzten Spieldrittel könnt ihr nun auch in jeder Zone einen speziellen Roboter aktivieren. Der markiert dann einfach alle Power Ups auf eurer Karte - und zwar so detailreich, dass man gar nicht daran vorbeilaufen kann!

Dadurch ist es diesmal ein Kinderspiel, 100 Prozent aller Gegenstände einzusacken. Gelegenheitsspielern dürfte das entgegenkommen, doch Metroid-Profis werden bei so viel Händchen halten womöglich den Kopf schütteln. Die sind es schließlich gewohnt, alles bis zum letzten Winkel abzusuchen. Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, wie gut das Spiel bei uns abschneidet - und ob es die lange Wartezeit wert war.

  1. Seite 1 Metroid Prime 4 im Test: Darauf haben wir acht Jahre gewartet! Aber war es das wert?
  2. Seite 2 Metroid Prime 4 im Test: Psy-Kräfte und Open World - So spielt es sich
  3. Seite 3 Metroid Prime 4 im Test: Stärken und Schwächen im Leveldesign
  4. Seite 4 Metroid Prime 4 im Test: Kämpfe, Technik, Fazit und Wertung
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