Metroid Prime 4 im Test: Psy-Kräfte und Open World - So spielt es sich

Test Felix Schütz
Metroid Prime 4 im Test: Psy-Kräfte und Open World - So spielt es sich
Quelle: PC Games

Zum ersten Mal in der Metroid-Geschichte dürft ihr mit einem Motorrad durch eine offene Wüste heizen. Aber hat sich das eigentlich jemand gewünscht?

Psy-Kräfte: aus alt mach neu

Samus' Arsenal wird diesmal um Psy-Kräfte erweitert, telekinetische Fähigkeiten. Dadurch kann sie bestimmte Schalter aus der Ferne aktivieren, ausgewählte Objekte verschieben, Kugeln und sogar Bomben schweben lassen. Das ist zwar ganz nett, fügt dem Spiel oft gar nicht so viel Neues hinzu, wie man anfangs glaubt.

Es gibt etwa keine X-Ray-Funktion oder andere Visor-Upgrades mehr. Dafür könnt ihr nun aber fast unsichtbare Psy-Objekte aufdecken. Das Grapple Lasso ist diesmal eben ein Psy-Lasso, die Psy-Stiefel ersetzen den Space Jump. Und auch der Psy-Beam ist eigentlich nur der normale Power Beam - er heißt jetzt einfach anders. Da bewegt sich das Spiel doch sehr nahe an seinen Vorgängern.

Hier und da gibt's aber auch Neuerungen, die den Namen verdienen, etwa den coolen Control Beam. Damit könnt ihr einen Schuss in Zeitlupe komplett von Hand lenken. Das ist in Kämpfen nützlich, bei bestimmten Bossen sogar Pflicht. Aber auch bei manchen Puzzles kommt das neue Upgrade zum Einsatz, da müsst ihr dann unerreichbare Schalter aktivieren oder verschlossene Türen von der Rückseite öffnen - das ist zwar nie schwer, aber immer unterhaltsam.

Feuer, Eis und Blitze

Neben den typischen Raketen gibt's auch wieder mehrere Waffenupgrades, zum Beispiel eine Eiskanone oder einen Feuerschuss. Sie alle sind diesmal Sekundärwaffen und verbrauchen eigene Munition, von der es aber immer reichlich gibt. Eure Hauptwaffe ist davon nicht betroffen, die verhält sich wie immer - allerdings wurde der Hyper-Mode aus Prime 3 gestrichen. Ihr könnt eure Wumme also nicht mehr überladen, lauft aber auch nicht Gefahr, euch dabei selbst hochzujagen.

Die Griever sind agile Mutanten, die sich im Kampf auf Samus stürzen. Sie sind gut umgesetzt, werden aber zu oft verwendet. Quelle: PC Games Die Griever sind agile Mutanten, die sich im Kampf auf Samus stürzen. Sie sind gut umgesetzt, werden aber zu oft verwendet. Elementargeschosse wie Feuer oder Eis sind natürlich nicht nur für Kämpfe gedacht: Die einen brennen Hindernisse aus dem Weg, die anderen frieren Lava oder Wasser ein. Und mit einem Elektroschuss setzt ihr uralte Geräte wieder in Gang. Das ist zwar alles andere als innovativ, aber vielleicht werden Metroid-Kenner es gerade deshalb zu schätzen wissen - zumindest bei den Waffen-Upgrades gibt sich das Spiel überraschend bodenständig.

Leblose Open World

Dafür gibt es andere Bereiche, in denen Metroid Prime 4 seinen Vorgängern buchstäblich davonrast: Im Spielverlauf erhält Samus nämlich erstmals ein Fahrzeug! Das hört auf den Namen Vi-O-La und ist ein futuristisches Motorrad, das ihr euch im Rahmen der Hauptgeschichte erst mühsam verdienen müsst. Ab da könnt ihr euch das Bike auf Knopfdruck herbeirufen ... allerdings geht das nicht überall.

Die Welt von Metroid Prime 4 ist nämlich nicht wie ein zusammenhängendes, verschachteltes Labyrinth aufgebaut. Stattdessen besteht sie aus fünf in sich abgeschlossenen Hauptgebieten - und dazwischen liegt eine riesige Wüste, die ihr wie in einem Open-World-Spiel frei erkunden könnt.

Vi-O-La ist das erste Fahrzeug in der Metroid-Geschichte. Das Bike steuert sich gut, doch leider bietet die Open-World-Wüste kaum spannende Inhalte. Quelle: PC Games Vi-O-La ist das erste Fahrzeug in der Metroid-Geschichte. Das Bike steuert sich gut, doch leider bietet die Open-World-Wüste kaum spannende Inhalte. Auf den ersten Blick ist das nichts Schlechtes! Das Bike sieht gut aus, steuert sich prima und es macht überraschend viel Spaß, damit durch den Wüstensand zu heizen. Doch nach einer Weile merkt man, wie wenig es da zu tun und zu entdecken gibt. Das offene Wüstengebiet ist zwar ordentlich bemessen, genug Platz für spannende Inhalte wäre also da. Doch je weiter wir die neue Übersichtskarte aufdecken, desto mehr wichtige Orte zeichnet das Spiel automatisch ein. Und siehe da: So viele sind's leider nicht.

So werdet ihr etwa auf Stützpunkte der Föderation stoßen, an denen ihr dann spezielle Teile eines riesigen Mechs findet. Die müsst ihr im Rahmen der Hauptgeschichte aufspüren und irgendwie einsammeln - das ist in wenigen Minuten erledigt und danach gibt's an den Orten auch nix mehr zu tun.

Metroid Prime 4: Beyond (Switch / Switch 2, 2025) Quelle: PC Games Unterwegs müsst ihr sechs Roboterteile finden und in euer Basislager transportieren. Interessanter sind da schon die unterirdischen Tempel. Das sind winzige Mini-Dungeons, für die ihr bestimmte Upgrades braucht, um dort dann ein kleines Rätsel zu lösen. Am Ende warten Verbesserungen für eure Elementarwaffen, die ihr zu einem stärkeren Schuss aufladen könnt. Das ist zwar ein netter Bonus, doch zum Durchspielen kann man auch gut darauf verzichten. Aus den Mini-Dungeons hätte man also bestimmt mehr machen können - eine coole, unterirdische Spielwelt unter der Wüste hätten wir jedenfalls gerne erkundet. Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, ob das schon alles war - oder ob die Wüste noch ein paar Überraschungen auf Lager hat.

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  3. Seite 3 Metroid Prime 4 im Test: Stärken und Schwächen im Leveldesign
  4. Seite 4 Metroid Prime 4 im Test: Kämpfe, Technik, Fazit und Wertung
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