Hitman: Blood Money

Test Christian Schönlein

Der Hitman tötet wieder. Makaber, aber sehr unterhaltsam.

Hitman: Blood Money Zwei Jahre ist es inzwischen her, dass Hitman: Contracts in Deutschland erschien. Und es schien fast so, als hätten die Entwickler erst mit diesem dritten Teil das Potenzial der Hitman-Serie voll ausgeschöpft und ihr durch die Erzählweise in Rückblenden einen gehörigen Schuss Story verpasst, der obendrein viel Freiraum für kommende Teile ließ. Mit Blood Money soll dieser Kurs fortgesetzt werden.

Diesmal wird die Situation für Nummer 47 sogar noch brisanter. Eine zweite Organisation macht dem Profikiller mit markanter Glatze das Leben schwer, indem sie ihre eigenen Todbringer auf ihn ansetzt. Wer sich nicht die Mühe macht, im Handbuch über die Hintergrundgeschichte zu lesen, wird im Spiel allerdings wenig davon mitbekommen. Nur ansatzweise erfährt man, was es mit der zweiten Organsiation auf sich hat und wer die Drahtzieher sind. Die schwache Umsetzung der Story machen die Entwickler aber mit verbessertem Gameplay wett.

(An-)Schlagseite

Hitman: Blood Money Markenzeichen der Hitman-Serie war schon immer die Handlungsfreiheit des Spielers. Die Anzahl der Möglichkeiten, seine Zielpersonen auszuschalten, wurde für Blood Money sogar noch mal erhöht (siehe Extrakasten). Dank des intelligenten Leveldesigns gibt es zahlreiche Wege, sich durch die Spielwelt zu bewegen. Ob Sie jetzt durch ein Fenster, durch den Weinkeller oder als Leibwächter getarnt durch den Haupteingang in die Villa eines Drogenbosses spazieren wollen, bleibt ganz und gar Ihnen überlassen. Die Levels sind allesamt sehr groß, bleiben dabei aber immer überschaubar.

Auch die Anwendung Ihrer Mordwerkzeuge lässt viel Freiraum für Experimente. Eine tödliche Giftspritze können Sie Ihren Opfern direkt injizieren oder aber sie lassen das tödliche Gebräu in das Getränk oder den Kuchen Ihres Opfers flutschen. Trotz der vielfältigen Vorgehensweisen wird es in späteren Missionen immer schwerer, die Anschläge wie Unfälle aussehen zu lassen. Perfidere Mittel (sprich: rohe Waffengewalt) sind da häufig eine weitaus einfachere Lösung.

War es in den Vorgängern noch recht schwer, nach gewaltvollem Vorgehen unerkannt vom Ort des Verbrechens zu entfliehen, dürfte dies jetzt auch Gelegenheitszockern gelingen. Wer sich nach einer knackigen Herausforderung sehnt, bekommt diese dank vier verschiedener Schwierigkeitsgrade aber dennoch geboten. Als uns Game Director Rasmus Højengaard vor einiger Zeit in einem Interview verriet, dass es "dem Spieler leichter fallen wird, Fehler wieder auszubügeln und weiterhin unbemerkt zu bleiben", hat er nicht zu viel versprochen.

Money Talks

Hitman: Blood Money Wild in der Gegend herumballern sollten Sie aber natürlich trotzdem nicht. Denn selbst wenn Sie es schaffen sollten, sämtliche Gegner in einem Level auszuschalten, dürfte ein solches Massaker nicht unbeachtet an einigen Zivilisten vorbeigehen. Je mehr Zeugen es bei einem Anschlag gibt, desto größer wird Ihr Bekanntheitsgrad. Und das erschwert wiederum die nachfolgenden Missionen.

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