Gungrave G.O.R.E im Test: Geballer wie zu PS2 Zeiten
Test
Der brutale Action-Shooter Gungrave ist wieder da. Die koreanisch-japanische Koproduktion erzählt erneut, wie Antiheld Grave ein Drogenkartell stürzen will.
Die Geschichte ist eigentlich simpel, aber trotzdem verworren erzählt, dass auch die manchmal sehr schönen Cutscenes sie nicht retten können. Als kleine inhaltliche Auffrischung gibt es im Hauptmenü eine Storyzusammenfassung der früheren Ereignisse. Doch diese ist etwas zu schnell erzählt und leider nicht vertont, stattdessen muss man riesige Textmengen lesen. Im Spiel selbst heißt es eigentlich immer nur: Grave, gehe dorthin und zerstöre dies, da SEED-Drogen schlimm sind. Die mäßig gute englische Synchro vieler Charaktere sorgt auch für wenig Stimmung. Wer will, kann aber wahlweise auf japanische oder koreanische Sprecher ausweichen, die einen deutlich besseren Job machen. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht.
Gungrave G.O.R.E ist leider auch nicht gerade zeitgemäß, was die Grafik betrifft. Auch, wenn die Hauptcharaktere relativ detailliert sind, fallen die Umgebungen und Gegner simpel und eher langweilig aus. Und auch im Department Musik und Audiodesign gibt's Kritik. Einige Songs können sich echt sehen (oder besser gesagt hören) lassen und erinnern zum Beispiel an "Devils Never Die" aus Devil May Cry 3. In den Kämpfen werten sie das Actionfeuerwerk deutlich auf und zusammen mit diversen Metal- und Techno-Tracks hilft das dem Spiel immerhin etwas, das Geschehen gelungen zu untermalen. Ungünstig jedoch: Die Songs laufen nicht in einer Schleife, stattdessen bekommt ihr klar mit, wenn ein Lied endet und dann nach einer kurzen Pause wieder anfängt. Das sägt an der Atmosphäre.
Manchmal gibt es auch Soundbugs. Dann spielen ruhige Songs etwa im Kampf weiter und erst, wenn fast alle Gegner besiegt sind, setzt die actionreiche Musik ein.
Quelle: Plaion, Prime Matter
Gungrave G.O.R.E im Test: Geballer, wie zu PS2 Zeiten (3)
Auf den aktuellen Konsolen könnt ihr zwischen 4k und 60 fps oder 4k, 30 fps und aktivem Raytracing wählen. Der Grafikmodus bereichert das Spiel aber nicht allzu spürbar. Aber das ist schlussendlich immer persönliche Präferenz. Bei einem auf Action fokussierten Spielen wie diesem dürften die meisten Spieler wohl die höhere Bildwiederholungsrate bevorzugen.
Ansonsten läuft Gungrave G.O.R.E auf allen Systemen weitestgehend flüssig. Lediglich ein häufiger vorkommender Bug störte unsere Test-Sessions. An manchen Stellen öffneten sich nach bezwungenen Gegnerwellen nicht wie vorgesehen die Türen zum Vorankommen, das erforderte Neustarts. Das ist nicht dramatisch, aber etwas nervig, wenn man einen bereits geschafften Kampf dann noch einmal bestreiten muss.
Grave hätte ruhig im Grab bleiben können
Gungrave G.O.R.E können wir deswegen leider nicht guten Gewissens empfehlen. Auf den ersten Blick mag die an die PS2-Ära erinnernde Gestaltung noch charmant erscheinen.
Schlussendlich ist der Titel aber nicht retro, sondern lediglich altbacken und er leidet unter Designmängeln. Lediglich Hardcore-Gungrave-Fans dürften hier wirklich Gefallen finden. Aber auch denen empfehlen wir, regelmäßig der rechten Hand vom ständigen R2-Gedrücke Pausen zu gönnen.
Gungrave G.O.R.E. ist seit dem 22. November 2022 für PC über Steam, PS5, PS4, Xbox Series und Xbox One verfügbar und kostet auf allen Plattformen zum Launch knapp 50 Euro. Zudem ist es vom ersten Tag an im Game Pass enthalten. Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass auch noch eine Version für Nintendo Swtich geplant ist.
