Gungrave G.O.R.E im Test: Geballer wie zu PS2 Zeiten
Test
Der brutale Action-Shooter Gungrave ist wieder da. Die koreanisch-japanische Koproduktion erzählt erneut, wie Antiheld Grave ein Drogenkartell stürzen will.
Die wahren Probleme sind aber das Leveldesign und die Bosse. Immer mal wieder müsst ihr mit Grave einige hakelige Jump&Run-Passagen absolvieren, für die das Spiel ganz klar nicht ausgelegt wurde. Fallt ihr dabei herunter oder könnt einem Hindernis nicht rechtzeitig ausweichen, heißt es außerdem sofort "Game Over". Immerhin sind die Rücksetzpunkte meistens sehr fair und lassen euch nicht viel erneut spielen. Doch Grave ist nicht nur ein Zombie, sondern steuert sich auch wie einer. Das Springen fühlt sich einfach nicht gut an und wenn eine neue Sprungpassage vor einem auftaucht, macht das nervöser als jeder Boss in einem Souls-Game.
Apropos Bosse: Die Kämpfe gegen die vier Anführer der SEED-Drogenhändler und den geheimnisvollen Strippenzieher als Endboss sind definitiv kein Highlight, aber werden euch höchstwahrscheinlich trotzdem im Gedächtnis bleiben. Der Fokus liegt klar auf einer eindrucksvollen Inszenierung, wie es bei anderen Genrevertretern auch üblich ist. Doch geht der Ansatz hier gar nicht auf. Viele Angriffe der Bosse werden schlecht angekündigt und machen unverhältnismäßig viel Schaden oder schmeißen euch Dutzende von Projektilen entgegen, denen ihr nur schwer mit dem untoten Grave ausweichen könnt. Die Ausweichrolle hilft zwar, aber es fühlt sich schlicht nicht gut oder spaßig an, gegen die Bosse zu kämpfen. Vor allem, wenn ein paar von ihnen in der letzten Phase über einen Fast-Instant-Kill-Move verfügen, der ebenfalls kaum vorherzusehen ist. Und auch bezüglich ihrer Designs und der Aufmachung sind die Obermotze leider nicht gerade imposant.
Quelle: Plaion, Prime Matter
Die vier Hauptbosse: Torunty, Yensen, Wushen und Ganpo
Das Schießen hört und hört nicht auf ...
Sobald man mit den paar Extrabelohnungen aus den erneut gespielten Levels so langsam in das Spielprinzip hineinkommt, ändert sich G.O.R.E bis zum Ende hin - wie bereits erwähnt - nicht wirklich. Es gibt zwar unterschiedlich aussehende Gegner, die sonst vom Standard-Klingenfutter nur in Sachen ausgeteiltem und eingesteckten Schaden abweichen.
Und: Sie sind Damage Sponges. Ab der Hälfte des Spiels wirkt es, als würde Grave nur noch mit Gummigeschossen feuern. Es ist fast schon lustig, wie viel die Feinde im Endgame aushalten und auch austeilen, auch, wenn ihr alle Statusupgrades habt.
Vielleicht als Ausgleich, wirft G.O.R.E daher noch ein paar andere spielbare Charaktere auf die digitalen Schlachtfelder.
Mit Bunji, Graves tot geglaubten Bruder, und Quartz, der Martial-Arts-Kämpferin und Assistentin des Doktors, habt ihr in einer Handvoll Stages die Möglichkeit, wenigstens visuell etwas Abwechslung zu erfahren.
Beide Charaktere steuern sich annähernd gleich wie Grave. Quartz spielt sich etwas nahkampffokussierter, aber auch das ändert nicht wirklich etwas am Spielgefühl.
Taugt wenigstens die Story was?
Zu Beginn des Abenteuers erinnert Gungrave G.O.R.E durch den Fokus auf die Inszenierung der Bosse an No More Heroes. Gameplay, Design und Spielgefühl lassen hingegen an das Deadpool-Spiel denken.
Quelle: Plaion, Prime Matter
Der wahre Bösewicht: Who-knows-Who
Diese beiden Games konnten jedoch mit ihren charmanten Cutscenes und lustigen Charakteren fesseln und so über das maue Gameplay hinwegschauen lassen. Während man sich bei Deadpool noch jedes Mal auf die nächste lustige Zwischensequenz mit Metajokes und Cameoauftritten von anderen Marvelhelden freut, enttäuscht Gungrave hier leider.
