Fallout 4 im Test: Tolle Spielwelt, viele Nebenaufgaben, fetzige Kämpfe

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Fallout 4 im Test für PS4
Quelle: Bethesda

Test und Wertung zu Fallout 4: Lest im Review für PS4 und PC, warum das Endzeit-RPG ein würdiger Nachfolger ist und trotzdem nicht alle Register zieht.

Bislang war Fallout 3 das unbestrittene Maß aller Rollenspieldinge, wenn es um eine glaubwürdige postapokalyptische Welt ging - da kam auch Fallout: New Vegas nicht ran. Mit Fallout 4 liefert Bethesda nun endlich die Wachablösung.

Fantastische Spielwelt für Entdecker

Das zerstörte Boston gibt eine faszinierende Kulisse ab. (PS4) Quelle: PC Games Das zerstörte Boston gibt eine faszinierende Kulisse ab. (PS4) Auch wenn die weitläufige, komplett offene Welt auf den ersten Blick nicht ganz so riesig erscheinen mag wie etwa die eines Skyrim, wurde sie mit derart viel Liebe zum Detail gebaut, dass sie locker an den Vorgängern vorbeizieht. Beim Erkunden schränkt uns in Fallout 4 kein Hindernis ein, wir können direkt ab Spielstart tun und lassen was wir wollen. Wie weit wir uns vorwagen, hängt lediglich davon ab, wie gut wir gerüstet sind: Das Spiel beginnt ganz links oben auf der Map in Vault 111, und je weiter wir von dort nach Südosten vorstoßen, desto hochstufiger und unbarmherziger werden die Gegner. Es ist aber grundsätzlich immer möglich, auch mal unerwartet in einen hochstufigen Feind zu rennen, was aber meist kein großes Problem ist: Auf dem normalen der sechs Schwierigkeitsgrade kann man es auch meist locker mit einem Feind aufnehmen, der 10 Level höher liegt als man selbst, sofern man gute Ausrüstung im Gepäck hat.

Diamond City ist ein kleiner, aber hübsch belebter Ort, in dem die Angst vor den Synths langsam um sich greift. (PS4) Quelle: PC Games Diamond City ist ein kleiner, aber hübsch belebter Ort, in dem die Angst vor den Synths langsam um sich greift. (PS4) Die Gestaltung der Spielwelt fällt etwas bunter aus als im überwiegend grauen, trostlosen Fallout 3. Der kräftigere Pinselstrich wird aber nicht übertrieben eingesetzt und sorgt zusammen mit den schicken Gebieten für wesentlich mehr optische Abwechslung: Neben der herrlich verschachtelten Trümmerlandschaft von Boston gibt's düstere Wälder, lauschige Küsten und Felder, unterirdische Vaults, versteckte Bunker, Labore, Wohnbezirke, Farmen, Höhlen, Hochhäuser und vieles mehr zu entdecken - alles liebevoll eingerichtet und mit allerlei verstrahltem Getier, Banditen, Mutanten und anderem Gesocks bevölkert. Weil Bethesda auch nicht mit Easter Eggs, schrägen Begegnungen und wertvoller Beute spart, lohnt es sich, die Welt gründlich abzusuchen - auch wenn man unserer Review-Erfahrung nach angesichts der vielen begehbaren Gebäude ab und zu mal den Überblick verliert.

Einzig die vielen Ladezeiten bremsen manchmal unseren Erkundungsdrang: Genau wie in Skyrim oder Fallout 3 werden beim Betreten von Ortschaften, Gebäuden und Innenräumen sowie bei der Schnellreise wieder Ladeunterbrechungen fällig - was auf der PS4 durchaus mal eine halbe Minute oder sogar deutlich länger dauern kann. Die PC-Fassung ist hier in der Regel etwas schneller, allerdings schwankt die Länge der Ladezeiten auch hier stark Unser Ratschlag nach dem Test: Wer die Ladezeiten auf PC verkürzen will, installiert Fallout 4 besser auf einer SSD-Festplatte.

Die Nebenquests - viele Höhen, wenig Tiefen

Auch wenn es bei der Hauptstory mal hapert, bietet Fallout 4 doch eine ganze Menge cooler Nebenaufgaben, die uns für das Review viele Stunden prima beschäftigt haben. Zum Beispiel erkunden wir das schick gestaltete Diamond City mit seinen vielen Charakteren und Geschäften, helfen dort dem schüchternen Radiomoderator auf die Sprünge, zetteln Prügeleien an und machen Schlagzeilen in der Lokalzeitung. Später tauchen wir in die Gedankenwelt eines Killers ab, schlüpfen in die Rolle eines Superheldens, helfen bei Ausgrabungen mit oder besuchen die übel verstrahlte Einschlagzone einer Atombombe.

Die Brotherhood of Steel rückt mit schwerem Gerät und einem riesigen Luftschiff an - ein cooler Moment. (PS4) Quelle: PC Games Die Brotherhood of Steel rückt mit schwerem Gerät und einem riesigen Luftschiff an - ein cooler Moment. (PS4) Leider finden sich unter den vielen guten Aufgaben diesmal auch ein paar Nieten: Von jeder Fraktion gibt's nämlich Zufallsaufträge, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen, beispielsweise einen Ort von Gegnern säubern, ein Artefakt holen oder einen Siedler von seinen Entführern retten. Als kurzer Zeitvertreib sind die Aufgaben natürlich trotzdem okay, auf Dauer werden sie aber ein bisschen eintönig. Blöd: Für die Minutemen erhalten wir solche Zusatzquests oft ungefragt. Wenn wir manche von ihnen nicht binnen einer gewissen Spieldauer erledigen (die übrigens nie genau angegeben wird), kann es sogar passieren, dass ein Einsatz automatisch scheitert. Dadurch verpasst man zwar nichts Wichtiges, trotzdem fühlt es sich doof an - immerhin wollen wir selbst bestimmen, wann wir welche Quest erledigen.

Verbesserte Kämpfe, coolere Gegner, mächtiges VATS - alles uncut

Was dagegen auch nach zig Test-Stunden in Fallout 4 noch richtig Spaß macht, sind die Kämpfe im Ego-Shooter-Stil. Die fühlen sich deutlich besser an als in den Vorgängern, zwar immer noch nicht auf Top-Niveau wie zum Beispiel in Destiny, aber schon sehr, sehr ordentlich. Es gibt eine riesige Auswahl an Waffen für jeden Geschmack, darunter zig Gewehre und Pistolen, aber auch exotischeres Kampfgerät wie Streitäxte, Eiskanonen (in Vault 111 die Augen offen halten!) oder die Junk-Jet-Knarre, mit der wir Müll verschießen können. Außerdem haben die Gegner nun ein bisschen mehr drauf als in den Vorgängern, sie können zum Beispiel in Deckung gehen, Stimpacks einwerfen oder auch mal unerwartet auftauchen. Ghule können sich beispielsweise durch gekippte Fenster in einen Innenraum zwängen, das sorgt für deutlich mehr Spannung beim Erkunden. Schade allerdings, dass die Gegner immer noch nicht zusammenarbeiten, sich beispielsweise gegenseitig verarzten oder mit einem Schild schützen. Das hätte für mehr Taktik sorgen können. Neu sind dafür die vielen Bosse und Minibosse in Form legendärer Gegner, die nicht nur deutlich kniffliger ausfallen, sondern auch besondere Beute und Unique Waffen im Gepäck haben, die spezielle Eigenschaften mitbringen. Sollte man sich nicht entgehen lassen!

Auch wenn wir meistens ballern, hat Fallout 4 auch ein paar coole, teils verrückte Nahkampfwaffen im Angebot. Zum Beispiel diese hübsche Axt. (PS4) Quelle: PC Games Auch wenn wir meistens ballern, hat Fallout 4 auch ein paar coole, teils verrückte Nahkampfwaffen im Angebot. Zum Beispiel diese hübsche Axt. (PS4)
Der Action-Anteil ist gegenüber den Vorgängern nochmal einen Tick höher, und wer mit Shootern überhaupt nix anfangen kann, dürfte sich in Fallout 4 schwer tun - zumal Konsolenspieler ohne das typische Auto-Aiming auskommen müssen. PC-Spieler genießen dagegen klare Vorteile, mit Maus und Tastatur sind die Gefechte wesentlich schneller, präziser und schlichtweg ein kleines bisschen spaßiger! Natürlich können wir aber wie früher jederzeit den VATS-Modus anknipsen; der friert das Geschehen zwar nicht mehr ein wie in Fallout 3, verlangsamt es aber so stark, dass wir in Ruhe gegnerische Körperpartien anvisieren und kritische Treffer (die wir nun von Hand auslösen) austeilen können - gewohnt effektiv und verdammt blutig. Anders als Fallout 3 ist Teil 4 übrigens auch hierzulande komplett ungeschnitten, zur Import-Version muss also keiner greifen.

  1. Seite 1 Fallout 4 im Test: Story und Fraktionen mit Schwächen, coole Begleiter
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  3. Seite 3 Fallout 4 im Test: Power Rüstung, Waffenbau und Siedlungs-Crafting
  4. Seite 4 Fallout 4 im Test: Kein Level-Cap, riesiges neues Perk-System, PC-Version
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