Fallout 4 im Test: Kein Level-Cap, riesiges neues Perk-System, PC-Version
Test 18,99 €
Test und Wertung zu Fallout 4: Lest im Review für PS4 und PC, warum das Endzeit-RPG ein würdiger Nachfolger ist und trotzdem nicht alle Register zieht.
Im Inventar von Fallout 4 mag vieles beim Alten geblieben sein, doch dafür hat Bethesdas ordentlich an anderen Mechaniken geschraubt. So wurde nicht nur das Dialogsystem stark vereinfacht, sondern zum Beispiel auch die komplette Karma-Anzeige gestrichen. Auch das Radmenü für Begleiter und die Munitionsvarianten aus Fallout: New Vegas findet man in Fallout 4 nicht. Waffen und Rüstungen, die sich abnutzen? Die Zeiten sind vorbei. Besonders erwischt hat's aber das Fertigkeitensystem - das hat Bethesda nämlich kurzerhand gekickt.
Fertigkeiten raus, riesiges Perk-System rein
Quelle: PC Games
Im neu gestalteten Perk-System toben wir uns richtig aus - es gibt kein Levelcap in Fallout 4! (PS4)
Fertigkeiten (oder Skills) wie Schlösser knacken, Medizin, Wissenschaft, Feilschen und so weiter wurden in Fallout 4 entfernt und in das neue Perksystem integriert. Das präsentiert sich als riesige schicke Übersicht, die auf den ersten Blick etwas einschüchternd wirken kann. Nach jedem Levelaufstieg dürfen wir hier eines der sieben Special-Basisattribute steigern oder einen von 70 Perks wählen, von denen es nochmal verschiedene Upgrades gibt - insgesamt können wir hier Punkte auf wahnsinnige 275 Upgrades verteilen! Möglich macht das eine simple, aber enorm wichtige Designänderung: Anders als in Fallout 3 gibt es keine feste Levelgrenze mehr, wir können also beliebig aufsteigen und neue Fähigkeiten und Eigenschaften lernen. Das sorgt für deutlich mehr Langzeitspaß! Da Levelups auch ein bisschen flotter kommen als in Fallout 3, können wir uns außerdem schön regelmäßig neue Perks aussuchen. Das tröstete uns im Test dann auch ein bisschen über die gestrichenen Fertigkeiten hinweg - auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass stattdessen zumindest einige Perks in Dialogen stärker zum Tagen kommen. So geht Fallout 4 ein schönes Rollenspielelement der Vorgänger verloren.
Inhaltsverzeichnis: Fallout 4 im Test für PS4 und PC
- Seite 1 Fallout 4 im Test: Story und Fraktionen mit Schwächen, coole Begleiter
- Seite 2 Fallout 4 im Test: Tolle Spielwelt, viele Nebenaufgaben, fetzige Kämpfe
- Seite 3 Fallout 4 im Test: Power Rüstung, Waffenbau und Siedlungs-Crafting
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Seite 4
Fallout 4 im Test: Kein Level-Cap, riesiges neues Perk-System, PC-Version
- 4.1 Fertigkeiten raus, riesiges Perk-System rein
- 4.2 Die neue Technik plus Grafikvergleich im Video
- 4.3 Sprachausgabe und Musik - alles im grünen Bereich
- 4.4 Erstaunlich gute Companion-App im Hands-on-Video
- 4.5 Test-Fazit: Nun besser als Teil 3 oder nicht?
- 4.6 Neu: Fazit der PC-Version - auch mit Maus und Tastatur gut!
- Seite 5 Bildergalerie
Die neue Technik plus Grafikvergleich im Video
Quelle: PC Games
Auch wenn die Technik eher Mittelmaß ist, haben uns die Lichteffekte sehr gut gefallen. (PS4)
Neben der Spielmechanik wurde für Fallout 4 natürlich auch die Technik runderneuert. Neben schärferen Texturen und detaillierteren Waffen- und Gegnermodellen zeigt sich das vor allem in der aufwendigen Beleuchtung, die mit volumetrischem Licht und hübschen Schattenwürfen für fantastische Szenen sorgt. Auch die hohe Weitsicht beeindruckte uns im Review, allerdings werden auf Distanz die Beleuchtungseffekte stark zurückgefahren, wodurch die Levelgeometrie aus der Ferne unnatürlich hell wirkt. Ein Problem, das auf Konsolen etwas deutlicher zutage tritt als auf PC. Etwas enttäuschend sind auch die Gesichter vieler Charaktere geraten, die oft steife Mimik, die kaum lippensynchronen Dialoge und die Zement-Frisuren wirken einfach nicht mehr zeitgemäß. Großartig sind dagegen die Tag- und Nachtwechsel inklusive schicker Nebeleffekte gelungen, genauso wie die unheimlich detailverliebten und glaubhaften Stadtruinen - in Sachen Endzeit-Architektur macht Bethesda eben niemand was vor.
Die PC-Fassung von Fallout 4 schaut im direkten Vergleich etwas schöner aus als die Konsolenvarianten. Etwas mehr Details auf Distanz, schönere Lichtberechnung, hier und da auch schärfere Texturen, weniger Kantenflimmern - alles in allem ist Fallout 4 auch auf dem PC kein Grafikfeuerwerk, sieht aber trotzdem sehr gut aus. Flotte Rechner profitieren von höheren Frameraten. Ab und zu waren auch auf dem PC Ruckelanfälle zu bemerken, meistens lief das Spiel aber ausreichend flüssig. (Mehr zu den Systemanforderungen gibt's bei unseren Kollegen von PC Games Hardware im Fallout 4-Benchmark-Test!) Ab und zu konnte einer unserer Tester einen Bug beobachten, der beim Hacken von Computern auftreten kann - in dem Fall war das Laden eines Spielstands nötig. Hier sollte Bethesda nachpatchen! Wir vermuten, dass der Fehler mit zu hohen FPS-Raten zusammenhängt, da er auf manchen Test-Rechnern bei fixen 60 FPS überhaupt nicht auftrat.
Schade ist in jedem Fall, dass sich manche Einstellungen nur umständlich über Änderungen in den INI-Dateien vornehmen lassen, etwa der FOV-Wert oder die Mausbeschleunigung. Wir haben die bisherigen Erkenntnisse in mehreren Meldungen zusammengefasst, darunter die INI-Anpassungen, Hilfen bei Abstürzen und Rucklern sowie einer ersten Mod-Übersicht.
Sprachausgabe und Musik - alles im grünen Bereich
In Sachen Audio ist Fallout 4 gelungen, mit einem unaufdringlichen, aber sehr stimmungsvollen Soundtrack und deutschen Sprechern, die zwischen "solide" und "hochmotiviert" schwanken. Zum Teil sind auch bekannte Stimmen aus Film und Fernsehen zu hören, Bethesda hat also hörbar Geld in die Vertonung gesteckt. Alles in allem nicht perfekt, aber gut! Die englische Sprachausgabe klingt aber wie so oft etwas besser und ist erfreulicherweise in allen Spielversionen enthalten - genau so wünschen wir uns das. Noch ein Tipp: Schaltet ab und zu mal den Klassik-Radiosender im Pip-Boy an! Bethesda hat eine ausgezeichnete Auswahl an großen klassischen Stücken eingebaut, die für wunderbare Abwechslung sorgen und speziell in Kämpfen erstaunlich gut passen. Ausprobieren!
Erstaunlich gute Companion-App im Hands-on-Video
Fallout 4 lässt sich auch auf Wunsch mit einer Companion App fürs Smartphone koppeln. Dann könnt ihr das komplette Pip-Boy-Menü inklusive Inventar, Questlog, Karte und mehr über das Telefon bedienen. Klingt blöd? Ist aber großartig! Die App funktioniert im Review prima, lediglich beim Einblenden der lokalen Übersichtskarte (braucht eh kein Mensch) haben wir kurze Ruckler beobachtet. Ansonsten hatten wir erstaunlich viel Spaß mit dem Ding, zum Beispiel wenn wir mitten im Kampf per Smartphone Stimpacks und Rad-Aways einwerfen oder Ausrüstung wechseln konnten - das ging zum Teil schneller als mit dem Gamepad. Wer die Pip-Boy-Sammleredition gekauft hat, kann übrigens das Smartphone in den mitgelieferten Plastik-Pip-Boy einstecken - sehr viel nerdiger geht's nicht. Wie genau das aussieht, zeigt euch Matthias in seinem Hands-on-Video.
Test-Fazit: Nun besser als Teil 3 oder nicht?
Fallout 4 macht's uns gar nicht so leicht - mit seinen actionreichen Kämpfen, der beeindruckenden Welt und massenhaft Zeug zum Entdecken hat uns das Spiel schon gute 60 Stunden lang prima unterhalten. Und dabei haben wir noch zig ungelöste Nebenquests und unentdeckte Orte auf der Karte vor uns. Auch wenn sich Fallout 4 über weite Strecken wie seine Vorgänger anfühlt, zeigen Features wie das freie Levelsystem, das Waffencrafting und der Siedlungsbau doch deutlich, dass Bethesda auf die Wünsche der Fans gehört hat. Von den vier Fraktionen hatten wir uns aber deutlich mehr erhofft, hier zwängt uns Bethesda einfach zu sehr in enge Story-Pfade, anstatt spielerische Freiheiten zu fördern. Wir hätten uns gehaltvollere Quest-Entscheidungen, mehr friedliche Lösungswege, stärkere Auswirkungen der eigenen Fähigkeiten, kurz: deutlich mehr Rollenspiel gewünscht. Die spannungsarme Handlung kann das nicht ganz auffangen, im Vergleich zu einem Witcher 3 fehlt es hier einfach an packenden Szenen, an Dramatik und Wucht. Da hoffen wir mal, dass Bethesda für die geplanten DLCs noch ein paar Schippen drauflegt, denn dann wäre Fallout 4 vielleicht wirklich das erhoffte Überspiel. Doch selbst jetzt, trotz mancher Schnitzer, bleibt das Teil die erhoffte Open-World-Granate, eines der besten Rollenspiele des Jahres - und alles in allem immer noch ein würdiger Nachfolger zu Fallout 3. Und das will schon was heißen!
Neu: Fazit der PC-Version - auch mit Maus und Tastatur gut!
Fallout 4 macht uns auch auf dem PC sauviel Spaß. Und das aus mehreren Gründen. Der Wichtigste: Die Steuerung. Mit Maus und Tastatur genießen wir mehr Präzision, was sich in den Kämpfen spürbar auswirkt. Waffen, die wir auf PS4 kaum benutzt haben (die Impro-Knarren beispielsweise), können wir mit Maus und Tastatur effektiver einsetzen, das wertet gerade die ersten Spielstunden auf. Kurz gesagt: Das Ballern macht ein bisschen mehr Spaß. Und auch beim Erkunden profitieren wir vom Maus-Komfort: Wenn wir Räume nach besonders kleinteiligem Loot absuchen, haben wir die Items mit dem Handnager schneller eingesackt als mit dem Gamepad - da macht sich auch die bessere PC-Performance bemerkbar.
Die Schattenseiten auf PC: Eine oft umständliche Menüführung, was in der Regel an schlecht gewählten, mehrfach belegten Hotkeys liegt, die wir nicht ändern dürfen. Egal ob beim Hacken, im Inventar oder beim Basteln an der Power Armor - überall müssen wir erst schauen, welche Tasten diesmal nötig sind, es gibt keinen sinnvollen Standard oder gar eine spezielle Benutzeroberfläche für Maus und Tastatur. Manche Ärgernisse lassen sich reduzieren (Tipp: Shift+WASD beim Häuserbauen hilft!), andere nerven uns auch nach vielen Stunden noch - etwa das Durchschalten von Perk-Rängen per Strg und LAlt. Keine Frage: Bei der PC-Steuerung hat Bethesda zu wenig Aufwand betrieben.
Auch andere technische Schnitzer (die man zum Teil immerhin per Ini-Änderung ausräumen kann) drücken das Gesamtbild. Allerdings gibt Fallout 4 hier kein schlechteres Bild ab als andere Bethesda-Titel. Alles in allem halten sich die Vor- und Nachteile die Waage. Die Eingewöhnungszeit auf PC ist sicherlich höher, doch dafür genießt man auch merkliche Vorteile. Bessere Performance, leicht kürzere Ladezeiten und schärfere Optik werfen zusätzlich ein gutes Licht auf die PC-Version - zwar nicht genug, um eine Aufwertung zu rechtfertigen, aber mehr als ausreichend, um auch der PC-Fassung eine Empfehlung auszusprechen.
Meinungen
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