Bladesong Early Access Check: Kreativmodus, Features & Fazit

Special Annika Menzel
Bladesong Early Access Check: Kreativmodus, Features & Fazit
Quelle: PC Games

Der Kreativmodus ist das Herzstück der Schwertschmiedesimulation Bladesong. Doch eine Sache hat uns bei den ganzen Optionen dennoch gefehlt.

Kreativmodus als Einstiegsdroge ins Schmieden

Damit wir euch besser erklären können, welche Möglichkeiten es alles zur Gestaltung gibt, machen wir das auf der Basis des Kreativmodus. Dort ist nämlich nicht nur der besagte Zweihänder entstanden, sondern euch stehen auch alle Fähigkeiten, Gegenstände und unbegrenzte Materialien zur Verfügung.

So lassen sich nach dem Lernen der Grundlagen wirklich richtig schicke Designs erschaffen: von möglichst historisch akkuraten Ritterschwerten bis hin zu leuchtenden Elbenklingen.

Der Fertigungsprozess ist in zwei Bereiche unterteilt, zwischen denen ihr beliebig hin- und herwechseln könnt: Klinge und Griff. Im Schmiedebereich bearbeitet ihr den Stahl so lange, bis er euren Vorstellungen entspricht.

Wir haben die Gelegenheit genutzt und Redaktionsschwerter designt. Sie sehen zwar ein bisschen aus, als würden sie zu einem Dämon gehören, aber wenn man uns die kreativen Freiheiten schon gibt ... Quelle: PC Games Wir haben die Gelegenheit genutzt und Redaktionsschwerter designt. Sie sehen zwar ein bisschen aus, als würden sie zu einem Dämon gehören, aber wenn man uns die kreativen Freiheiten schon gibt ... Wenn ihr mit der Grundform zufrieden seid, könnt ihr auch Hohlklingen hinzufügen, Schneiden in einer Wellenform gestalten oder die Klinge wie bei einem Katana krümmen. Polieren gehört natürlich auch dazu, damit eure Waffen den letzten Feinschliff kriegen.

Euch steht zwar nur ein Hammer zur Verfügung, doch der beinhaltet eine Funktion, um die euch echte Schmiede sicher beneiden würden: Wenn ihr ihn umdreht, könnt ihr eure Arbeit einfach rückgängig machen.

Und wenn ihr mal gar nicht zufrieden mit einer Bearbeitung seid oder nur experimentiert habt, lassen sich alle Beweise spurlos beseitigen. Über eine Liste am Bildschirmrand müsst ihr die einzelnen Kategorien manuell hinzufügen, bevor ihr sie bearbeiten könnt. Dort seht ihr dann nicht nur eine Prozentangabe, wie stark ihr das Material bearbeitet habt, sondern könnt einen Bereich auch wieder löschen.

Im Griffmodus geht es dann ans Vervollständigen und Verzieren eurer Klinge. Bei der Auswahl an Parierstangen, Griffen, Knäufen und dem entsprechenden Material geht es aber nicht nur um Ästhetik: Alles wirkt sich auf die Beschaffenheit eures Schwertes aus.

Eure fertigen Kreationen könnt ihr dann nicht nur mit anderen Spielern teilen, sondern euch auch als Vorlage für den 3D-Drucker ausgeben lassen - oder ihr sucht einfach direkt nach dem nächstgelegenen Schmied.

Ihr müsst verschiedene Bereiche wie die Länge und Breite einer Klinge bearbeiten, doch auch die Auswahl von Elementen wie dem Griff beeinflusst das Endprodukt. Quelle: PC Games Ihr müsst verschiedene Bereiche wie die Länge und Breite einer Klinge bearbeiten, doch auch die Auswahl von Elementen wie dem Griff beeinflusst das Endprodukt. Der wird auch wissen, wie er mit unterschiedlichen Stahlsorten umgehen muss. In Bladesong spielen die aber nur eine Nebenrolle: Verändert ihr das Material der Klinge, beeinflusst das auch ihre Attribute, schließlich unterscheiden sich die Materialien grundlegend voneinander.

Beim Schmieden selbst macht es allerdings keinen Unterschied, was da gerade auf dem Amboss liegt. Wir hätten uns gewünscht, dass die Materialauswahl stärker in den eigentlichen Prozess eingebunden wäre.

Feuer und Flamme? Nicht ganz!

Unser großes Aber haben wir uns für den Schluss aufgespart. Wir haben übers Hämmern, Polieren und Verzieren geredet, aber einen essenziellen Teil des Schmiedens komplett außen vor gelassen: das Erhitzen und Abkühlen des Stahls.

Das hat allerdings einen guten Grund, Bladesong geht nämlich gar nicht darauf ein. Ihr legt einfach direkt mit dem Bearbeiten und Gestalten der Klinge los.

Eine Esse gibt es nur im Background-Artwork eurer Schmiede. Sogar der Amboss ist optional, da ihr zwischen verschiedenen Hintergründen wechseln könnt - eure Schwerter lassen sich dadurch auch auf dem Boden oder einem roten Tuch bearbeiten.

Das sieht zwar schick aus, ist aber absolut nicht realistisch. Bei einem Spiel, das die Simulation in den Vordergrund rücken will und über unzählige Details verfügt, hat uns das Fehlen dieses Features schon ziemlich enttäuscht.

Kingdom Come: Deliverance 2 lädt euch ebenfalls in die Schmiede ein, sogar mit einem ganzen DLC, der der Schwertherstellung gewidmet wurde. Manches könnte sich Bladesong davon abschauen. Quelle: Warhorse Studios Kingdom Come: Deliverance 2 lädt euch ebenfalls in die Schmiede ein, sogar mit einem ganzen DLC, der der Schwertherstellung gewidmet wurde. Manches könnte sich Bladesong davon abschauen. Da dürften die Entwickler gerne mal einen Blick Richtung Kingdom Come: Deliverance 2 wagen: Protagonist Heinrich verbringt dort selbst einige Zeit mit Amboss und Hammer. Schließlich ist er nicht nur der Sohn eines Schmieds, sondern hat auch einen kompletten DLC dazu spendiert bekommen.

Und da müssen wir den Stahl erst mal erhitzen, bevor wir ihn bearbeiten können. Das gehört, genau wie das Abschrecken und erneute Erhitzen später, fest zum Schmiedeprozess dazu. Jeder Stahl hat dabei eine andere Wohlfühltemperatur.

Das müsste ja nicht aus einer Rollenspielperspektive wie bei Kingdom Come umgesetzt werden. Wir würden uns schon über zusätzliche Arbeitsschritte freuen, in denen wir das Material entsprechend behandeln müssen.

Dadurch fühlt sich Bladesong letztendlich mehr nach einem sehr detaillierten Editor an, der in ein textlastiges Spielsystem eingebettet wurde, als nach einer klassischen Simulation. Bis das Spiel 2027 seinen vollständigen Release erhält, sollen neben den Story-Kapiteln auch weitere Optionen zur Gestaltung hinzugefügt werden - vielleicht lässt man sich das im Entwicklerstudio ja noch einmal durch den Kopf gehen.

Aber wie ihr am Beispiel des schon erwähnten Zweihänders sehen könnt: Das hat uns nicht davon abgehalten, uns immer wieder in die Schmiede zu stellen und fleißig zu hämmern. Unseren Ehrgeiz hat das Spiel allemal geweckt.

Meinung

Bladesong ist ab dem 22. Januar 2026 im Early Access für PC via Steam verfügbar. Die Schwertschmiedesimulation stammt von einem kleinen deutschen Entwicklerstudio und soll kontinuierlich mit neuen Inhalten versorgt werden, bevor sie 2027 einen vollständigen Release erhält. Transparenzhinweis: Die Early-Access-Version wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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