Assassin's Creed: Unity im Test - Story, Koop-Modus + Fazit

Test Peter Bathge
Die Revolutionsereignisse und Figuren wie Napoleon (links) spielen nur eine Nebenrolle in der Geschichte. (PC)
Quelle: PC Games

Bitte patchen: Ubisofts ambitionierte Paris-Stippvisite erschreckt im Test mit vielen Glitches, Performance-Einbrüchen und schlechtem Balancing. Wieso Assassin's Creed: Unity dennoch technisch imponiert und was das Action-Adventure spielerisch auf dem Kasten hat, lest ihr in unserem Test inklusive Video-Review. Jetzt mit PC-Wertung!

Im Zentrum der Erzählung von Assassin's Creed: Unity steht mit Assassine Arno ein sympathischer Protagonist, der Connor aus Assassin's Creed 3 in dieser Beziehung um Lichtjahre voraus ist. Arno wirkt wie eine Mischung aus Ezio und Nathan Drake (Uncharted), verschmitzt und clever mit einer Prise Überheblichkeit. Im Tandem mit der zweiten starken Figur des Spiels, Arnos großer Liebe Elise, trägt er erfolgreich die Handlung um eine Verschwörung in den Reihen von Templern und Assassinen. Der eigentliche Plot enttäuscht jedoch, das Ende ist unspektakulär und die Nebencharaktere wirken austauschbar. Manch eine überraschend gedachte Wendung im Spielverlauf erahnten wir zudem weit im Voraus.

Ubisoft erzählt diese Mischung aus Rache- und Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und verzichtet zugunsten einer persönlichen Story darauf, eine möglichst genaue Chronik der Ereignisse rund um die Absetzung von König Ludwig XVI. abzuliefern. Dadurch werden Personen wie Napoleon oder Robespierre zu Statisten degradiert, der Plot konzentriert sich stets auf die Ereignisse um Arno und Elise. Den Fortschritt der Revolution verfolgt ihr so hauptsächlich in Zeitungsartikeln.

Der Gegenwarts-Plot nimmt nur einen geringen Stellenwert ein und beschränkt sich auf eine Handvoll Zwischensequenzen. Quelle: PC Games Der Gegenwarts-Plot nimmt nur einen geringen Stellenwert ein und beschränkt sich auf eine Handvoll Zwischensequenzen. Eine untergeordnete Rolle spielt dieses Mal die Gegenwartsgeschichte: Abgesehen von zwei Assassinen-Hackern, die sich gelegentlich zu Wort melden, und ein paar Zeitsprüngen in andere Epochen werdet ihr vom üblichen Animus-Mumpitz der Serie verschont. Tatsächlich trägt diese parallel verlaufende Handlung diesmal so gar nichts zum übergeordneten Konflikt zwischen Templern und Assassinen bei. Sie ist schlicht überflüssig.

Vier gewinnt

Spezielle Koop-Missionen bieten Platz für bis zu vier Spieler. (PC) Quelle: PC Games Spezielle Koop-Missionen bieten Platz für bis zu vier Spieler. (PC) Unity verzichtet auf die bekannten Mehrspieler-Duelle gegen andere Assassinen, stattdessen gibt es erstmals einen Koop-Modus für vier Spieler gegen die KI. Angeboten werden elf separate, auch solo gut spielbare Missionen mit mehrstufigen Einsatzzielen. Dazu gibt es noch sieben Überfälle, bei denen die Spieler in Gebäude eindringen und Truhen plündern - wann immer die Wachen Alarm schlagen, verringert sich die Gewinnmarge. Das spielt sich intuitiv und geht gut von der Hand.

Die Multiplayer-Missionen sind durchdacht designt; es macht Spaß, gleichzeitig mehrere Gegner auszuschalten, nachdem man sich per Mikrofon einen Schlachtplan zurecht gelegt hat. Mittels im Spiel eröffneter Online-Clubs und der Freundeslisten von Xbox Live, PSN oder Uplay managt ihr eure Kontakte problemlos, private Matches sind ebenso möglich wie Partien mit Fremden. Am PC fehlt leider ein Textchat oder Kommunikationsbefehle wie in Battlefield.

Durch das Item- und Skillsystem sowie das unkomplizierte Teamwork motiviert das kooperative Gemetzel eine ganze Weile, gestaltet sich zuweilen aber ganz schön chaotisch. Weil zu Boden gegangene Mitspieler von ihrem Kameraden wiederbelebt werden können, sind die Koop-Einsätze auch nicht ganz so frustig wie der Solomodus. Mit dem Day-One-Patch konnten wir mehrere Partien problemlos bestreiten, Lags waren selten und lassen sich durch den Einsatz von Matchmaking sowie den Verzicht auf Dedicated Server auch nicht restlos vermeiden. Die Probleme der PC-Version in Sachen Performance treten derweil natürlich auch im Koop-Modus auf.

Meinung

Wertung zu Assassin's Creed: Unity (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Assassin's Creed: Unity (PC)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Assassin's Creed: Unity (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Wundervoll lebendige SpielweltExzellente AtmosphäreProtzige Optik mit fantastischen Details und geschmeidigen AnimationenGigantisches Paris mit etlichen BeschäftigungsmöglichkeitenBegehbare HäuserPlanbare Attentate mit großer spielerischer FreiheitEndlich Schleichen möglichPraktisches RunterkletternSympathischer Hauptcharakter, glaubhafte LiebesbeziehungGroßer Umfang (20 Stunden Story, 40-50 Stunden für 100%)Netter Koop-Modus für vier SpielerEtliche Individualisierungsoptionen bei Skills und AusrüstungHervorragende deutsche SprachausgabeGute Maus-Tastatur-Steuerung (PC)
Stellenweise unfaire SpeicherpunkteKeine Verteidigung gegen MusketenschützenAufmerksame KI-Gegner entdecken den Spieler aus großer EntfernungMissionsziele ähnen sich oftUnspektakuläre Story ohne ÜberraschungenHakeliges DeckungssystemViele Glitches und BugsSchwache Performance mit häufigen RucklernKlettern zuweilen umständlichFurchtbare Stockfehler (PC)Revolutions-Ereignisse kommen in der Story zu kurzManche Truhen nur per Uplay und Companion App zugänglichLange Ladezeiten (PS4, Xbox One)Fragwürdige Mikrotransaktionen

Bildergalerie

  1. Seite 1 Assassin's Creed: Unity im Test - Technik, Schleichen und Klettern
  2. Seite 2 Assassin's Creed: Unity im Test - Schwierige Kämpfe, viele Nebenaktivitäten
  3. Seite 3 Assassin's Creed: Unity im Test - Story, Koop-Modus + Fazit
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