Alone in the Dark im Test: Erstklassiger Horror der alten Schule

Test Michael Grünwald
Alone in the Dark im Test: Erstklassiger Horror der alten Schule
Quelle: THQ Nordic

Mit Alone in the Dark kehrt ein absoluter Klassiker zurück - in den Hauptrollen zwei Hollywood-Schauspieler. Warum uns der Oldschool-Horror begeistert, erfahrt ihr im Test.

Ganze 32 Jahre nach dem Original geht's für Grusel-Fans wieder zurück nach Derceto, einem abgelegenen Herrenhaus im Herzen von Louisiana. Mit dem ursprünglichen Alone in the Dark hat die Neuauflage nicht mehr viel zu tun. Doch die Entwickler schaffen es, den Charme des Videospiels von damals mit der Moderne zu verknüpfen. Und wer genau aufpasst, erkennt sogar kleine Überschneidungen der beiden Titel.

Das neue Alone in the Dark ist weder Remake noch Remaster, es ist vielmehr eine Hommage an den Klassiker aus dem Jahr 1992. Doch auch ohne Vorkenntnisse des Originals und der restlichen fünf Teile kommen wir voll auf unsere Kosten. Das Abenteuer bietet eine fantastische Horroratmosphäre, eine interessante Geschichte und ein kurzweiliges, etwa zehnstündiges Erlebnis. Nur ein paar Technikprobleme trüben den ansonsten erstklassigen Gruselausflug.

Stranger Things

Gleich zu Spielbeginn erwartet uns eine interessante Entscheidung: Bevor wir die ersten Schritte in die Horrorvilla wagen, müssen wir festlegen, mit wem wir das Abenteuer spielen. Wir haben die Wahl zwischen Emily Hartwood und dem Privatermittler Edward Carnby.

Je nachdem, für welchen Charakter wir uns entscheiden, verändern sich Zwischensequenzen und Dialoge. Ein zweiter Durchlauf mit der anderen Figur ergibt also durchaus Sinn, obwohl die eigentliche Geschichte identisch bleibt. Zwischendurch treffen Hartwood und Carnby immer wieder aufeinander und erzählen sich von ihren Entdeckungen.

Verkörpert werden die Charaktere von den Hollywood-Schauspielern Jodie Comer und David Harbour. Comer kennen wir unter anderem aus The Last Duel und Free Guy, Harbour spielt an der Seite von Millie Bobby Brown als Polizeichef Hopper eine der Hauptrollen im Netflix-Hit Stranger Things.

Detective Carnby legt sich mit einer Angestellten an Quelle: THQ Nordic Die perfekte Besetzung, denn auch in Alone in the Dark bekommen wir es recht schnell mit merkwürdigen Dingen zu tun. Zunächst knarzen nur die Türen und an manchen Orten warten zwielichtige Charaktere auf uns. Doch je weiter wir in der Story vorankommen, desto abgedrehter wird das Ganze.

Dabei hatten wir doch nur das simple Ziel, Jeremy, den durchgeknallten Onkel von Emily, ausfindig zu machen. Das entwickelt sich jedoch zu einer gruseligen Reise durch die Erinnerungen des besessenen Mannes.

Jeremy Hartwood in der Nahaufnahme Quelle: THQ Nordic

Vom Regen in die Traufe

Zunächst stöbern wir in der Villa nach Anhaltspunkten zum Verschwinden von Jeremy Hartwood herum. Das bedeutet: Wir suchen Schlüssel, um verschlossene Türen zu öffnen und lösen kleinere Logikrätsel.

Doch kurze Zeit später passieren unerwartete Dinge und schon finden wir uns in düsteren, unwirklichen Arealen wieder. Dort treffen wir nicht nur auf freundlich gesinnte NPCs, sondern uns greifen wie im Original auch Ghule und andere Monster an.

Haben wir eines der fünf Kapitel abgeschlossen, geht's zwischendurch wieder zurück in die Villa. Die Aufgaben verlaufen dabei äußerst linear. Nur in ganz wenigen Fällen gibt's mehr als den einen richtigen Weg. Kleinere Abzweigungen führen lediglich zu Sammelgegenständen und im Anschluss wieder zurück zum Hauptweg. Nachdem viele Spiele immer umfangreicher werden, ist die kurzweilige Erfahrung für zwischendurch absolut perfekt und sorgt erst für die gelungene Atmosphäre. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, dass uns aufgrund der geradlinigen Story etwas fehlt.

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