Einer gegen vier aber wir haben ein Ass im Ärmel.
Vielseitiger Tausendsassa
Natürlich belassen Sie es nicht dabei, die Gegner zu belauschen. Was für ein Ego-Shooter wäre XIII, wenn man nicht auch sein umfangreiches Waffenarsenal ein Wörtchen mitreden lassen dürfte? Mit
Gebrauchsgegenständen wie Stühlen, Aschenbechern oder Besen können Sie sich der vielen Gegner aber auch leise aus dem Hinterhalt entledigen. Zu guter Letzt finden Sie einige nützliche Gadgets, wie einen Dietrich oder einen Enterhaken, im Inventar. Doch selbst all diese Hilfsmittelchen waren den Entwicklern von XIII noch nicht genug. So spendierte man der Hauptfigur auch einige Eigenschaften und Fähigkeiten, die Sie nach und nach wieder erlernen. Bei einem Sprung ins kühle Nass erinnern Sie sich beispielsweise, dass Sie nicht nur das Seepferdchen-Abzeichen in der Grundschule gemeistert, sondern auch eine komplette Kampftaucherausbildung absolviert haben! Längere Tauchgänge sind so kein Problem mehr. Nach und nach lernen Sie so Gegner mit einem Handkantenschlag ins Reich der Träume zu schicken, mit einem Scharfschützengewehr umzugehen, Gegner anhand ihrer Gehgeräusche zu orten oder selbst so leise umherzuschleichen, dass man Sie nur schwer entdecken kann.
Strohdoof
Das alles hört sich an, als könnte XIII locker den Genrethron besteigen. Grundsätzlich hat der Titel auch das Potenzial dazu, gäbe es da nicht diese eine Sache, die einen Vorstoß in höhere Wertungsregionen verhindert: die fürchterliche Gegner-KI. Hierzu ein paar Beispiele: Entdeckt Sie ein Gegner, wird er zwar sofort Alarm schlagen und Sie kurzzeitig verfolgen. Wenn Sie sich aber einfach hinter der nächstbesten Tür verstecken, wird er die Verfolgung in vielen Fällen bald aufgeben. Dann begibt er sich zurück an seine Ausgangsposition und wartet dort geduldig darauf, ausgeschaltet zu werden. Leichen von besiegten Gegnern können Sie zwar huckepack nehmen und verstecken, unbedingt nötig ist das aber nicht immer. Falls ein toter Gegner von seinen Kollegen entdeckt wird, verhalten die sich nämlich fast genauso wie ihr abgemurkster Kamerad zuvor. Sie geben kurz Alarm, schauen sich flüchtig um und lassens dann aber auch schon wieder gut sein. In reinen Schleichmissionen müssen Sie darauf achten, auf keinen Fall entdeckt zu werden, sonst dürfen Sie von vorne beginnen. Mit häufigem virtuellen Ableben werden Sie übrigens trotzdem rechnen müssen: Die Gegner sind zahlreich und stark und lassen sich nicht immer aus dem Hinterhalt erledigen. Oft kommt es so zu nervigen Wiederholungen nach dem Trial-and-Error-Prinzip: Nach dem Hinscheiden beginnen Sie den aktuellen Level von vorne oder vom letzten Checkpoint aus.
Mals was Anderes
Wer sich an diesem Manko nicht oder zumindest nur wenig stört, erhält mit XIII einen spannenden und fesselnden Ego-Shooter, der besonders für Einzelspieler wie gemacht ist. Einen sehr guten Mehrspielermodus hat man dem Titel aber obendrein noch spendiert. Action-Fans können mit XIII also eigentlich nichts falsch machen. Lediglich das nervige Verhalten der Gegner fällt stellenweise schon sehr negativ auf. In technischer Hinsicht gibt es ansonsten aber nichts zu mäkeln. Das Spiel läuft trotz des recht aufwendigen und performancefressenden Grafikstils die meiste
Zeit flüssig. Die Musik- und Soundkulisse untermalt das Spiel perfekt und der abgefahrene Stil ist einfach einzigartig. Wer von epischen Kriegs-Spielen oder Science-Fiction-Ballereien genug hat, sollte es also mal mit XIII versuchen. Wer Angst hat, in der deutschen Version könnten die etwas deftigeren Spielszenen fehlen, sei beruhigt: XIII ist auch bei uns ungeschnitten.
