Under The Waves im Test: Eines der atemberaubendsten Spiele des Jahres!

Test Michael Grünwald 25,49 €
Under The Waves im Test: Eines der atemberaubendsten Spiele des Jahres!
Quelle: Parallel Studio

Under the Waves entpuppt sich in unserem Test als absoluter Geheimtipp des Jahres. Warum der Indie-Titel nicht nur überzeugt, sondern auch wichtige Botschaften übermittelt, erfahrt ihr hier.

Die Faszination "Unterwasserwelt" hat einmal mehr zugeschlagen. Egal ob Bioshock, Subnautica, Silt oder Soma, Spiele mit Setting am Meeresboden sind meistens etwas ganz Besonderes. Neben wunderschönen, abwechslungsreichen Umgebungen verbinden wir solche Titel häufig auch mit Ängsten vor Einengung der Bewegungsfreiheit und Einsamkeit. Aus diesem Grund finden sich viele dieser Spiele im Horror-Genre wieder. Mit Under the Waves schlägt nun das nächste Unterwasserabenteuer in eine ähnliche Kerbe.

Doch Gruseln steht im Adventure von Entwickler Parallel Studio und Publisher Quantic Dream nicht im Vordergrund. Vielmehr erleben wir ständiges Unbehagen und mysteriöse Vorkommnisse in einer wunderschönen Spielwelt. Under the Waves lässt sich nur ganz schwierig in ein bestimmtes Genre einordnen. Es ist ein Kunstwerk rund um Rätsel, Erkundung und die Geschichte unseres Charakters, das uns vom ersten Moment an absolut überzeugt hat. Auch neben der Hauptgeschichte punktet das Abenteuer mit wichtigen Themen wie Umweltschutz und Klimawandel. Zunächst möchten wir euch allerdings erklären, worum es im Story-basierten Titel überhaupt geht.

An der Nordseeküste ...

Under the Waves spielt in einer alternativen Zeitlinie im Jahr 1979. Unter dem Meeresspiegel der Nordsee schlüpfen wir in die Rolle des Profitauchers Stanley Moray, kurz Stan. Unser Charakter ist Mitarbeiter von UniTrench, des größten Offshore-Bohrunternehmens der Welt.

Täglich bekommen wir von unserem Vorgesetzten und Kumpel Tim Aufträge über Funk aufgetragen. Anfänglich sind das noch größtenteils Wartungs- und Routinearbeiten, im weiteren Verlauf werden wir auch als Problemlöser eingesetzt.

Von dem Lebensmodul aus, das während der Zeit am Meeresboden unsere Heimat ist, schippern wir mit unserem U-Boot namens Moon zu markierten Bereichen, lösen dort kleinere Rätsel oder machen uns auf die Suche nach relevanten Objekten.

Ein Screenshot des Lebensmoduls von außen Quelle: Parallel Studio Relativ schnell erfahren wir außerdem von Stans trauriger Vergangenheit, die er tief unter der Wasseroberfläche verarbeiten möchte. Nachdem er neben Tim nur Bordcomputer Mercury und zwischendurch per Telefon seine Frau Emma als Ansprechpartner hat, bereitet ihm das jedoch Probleme.

Nachts wird er zudem von Träumen geplagt, die meistens nicht gerade zu einer besseren Stimmung beitragen. Je mehr Zeit Stan unter Wasser verbringt, desto mehr holt ihn seine Vergangenheit ein. Das als Spieler mitzuerleben, ist äußerst immersiv.

Wir können uns ziemlich gut in seine Situation hineinversetzen, wenn er plötzlich anfängt, mit seinem U-Boot zu sprechen oder sich mit Robbe Jo anfreundet. Under the Waves spielt häufig mit unseren Gefühlen sowie Ängsten, ohne zu sehr in die Horrorschiene abzudriften.

Perspektive aus dem Cockpit des U-Boots auf einen riesigen Wal Quelle: Parallel Studio

Die Einsamkeit und die Klaustrophobie, die Stan an manchen Orten verspürt, würden wohl nur die Wenigsten von uns aushalten. Der Indie-Titel schafft das, woran viele große Produktionen scheitern: Wir fühlen mit unserer Figur mit und verstehen ab einem Zeitpunkt seine Zweifel an ihm selbst und der Welt oberhalb der Wasseroberfläche, die ihn innerlich auffressen.

20.000 Meilen unter dem Meer

Das Abenteuer ist dank des Fokus auf der Erzählung teilweise schwere Kost. Nur kurzfristig sorgen vereinzelte Stellen für Aufheiterung. So sind die Dialoge zwischen Stan und Bordcomputer Mercury teilweise wirklich witzig, und jeden Tag nach dem Aufstehen ein paar Grimassen vorm Spiegel zu ziehen, muntert ebenfalls ein wenig auf. Für gute Laune sorgen außerdem unsere Ausflüge zu den Aufträgen und Erkundungstouren zu Höhlen oder Wracks. Wie bereits erwähnt, gibt es Routinearbeiten wie Reparaturen an verschiedenen Strukturen unserer Basis, aber auch größere Missionen an Einrichtungen von UniTrench.

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