Turok im Switch-Test: Stark veraltet, mit Wohlwollen ein kurzweiliger, aber teurer Spaß
Test
I ... am Turok!" Der markige Kampfschrei des legendären Nintendo-Indianers wirkt im Jahr 2019 zwar etwas weniger entschlossen, stolz brüllen darf er aber trotzdem. Lohnt sich Turok auf der Switch? Wir machen den Test!
Bevor ihr euch das gute, uralte Turok (jetzt kaufen 31,22 € ) für die Switch gönnt, müsst ihr euch über eine Sache im Klaren sein: Das Ziel dieses Remakes war es nicht, Turok in die Moderne zu holen, sondern den hoffnungslos veralteten Titel überhaupt wieder spielbar zu machen. Auch wenn die Entwickler dem Indianerkrieger ein technisches und grafisches Upgrade gegönnt haben, stammen Kerngameplay und Spielerführung aus einer anderen Ego-Shooter-Ära. Der Plot übrigens auch: Vor vielen Jahren wurde eine unfassbar mächtige Waffe, genannt das Chronozepter, in acht Teile zerlegt. So sollte verhindert werden, dass sich jemals ein Schurke der Macht dieses legendären Argumentationsverstärkers bedient.
Quelle: PC Games
Im Spiel tauchen immer wieder blaue Portale auf, die zu Bonus-Räumen führen. Geschickte Krieger nutzen diese Mini-Levels taktisch clever zum richtigen Zeitpunkt. (1)
Nun hat ein finsterer Zeitgenosse namens Campaigner aber genau das vor: Er will das Chronozepter wieder zusammenfügen, seine Macht weiter verstärken und damit die Grenze zwischen den Dimensionen unserer Erde und den verlorenen Landen sprengen. Denn sobald die Aliens, Krieger und fiesen Saurier dieser zeitlosen Zwischenwelt erst einmal in unserer Heimat entfesselt werden, hält den Campaigner nichts mehr davon ab, sich zum Herrscher des Universums aufzuschwingen! Turok, Schutzpatron der Erde, macht sich auf, um die garstigen Pläne seines Feindes zu durchkreuzen. Ja, man hört fast die Intromusik eines 80er-Jahre-Cartoons auf Tele 5 aus dieser Prämisse raus, aber so war das damals eben. "Campy Charme" würde der Engländer dazu sagen: Fremdschäm-Unterhaltung.
Auf dieser Seite
Turok: Bonusroom Hunter
Egal ob ihr angesichts des Altmeister-Plots erst mal ins Schmunzeln geratet oder nicht: Unterhaltsam ist Turok auf jeden Fall! Ihr werdet in den
Quelle: PC Games
In jedem Level findet ihr Schlüssel für weitere Welten sowie Bauteile des Chronozepters. Besucht alte Levels zur Not erneut – und sucht sie noch einmal ab.
zum Teil brutal verwinkelten und verwirrenden Levels eine Menge Geduld mitbringen müssen, um restlos alle Ziele, Verstecke und Bonusareale zu entdecken. Die Mühe lohnt sich aber. Turok versteht und versteckt seine Sachen gut, was entweder den Jagdinstinkt in euch weckt oder euch das eShop-Spiel gefrustet zur Seite werfen lässt. Also, wenigstens virtuell, versteht sich. Neben dem aus euch rausgekitzelten Forscherdrang und den mitunter ebenso kniffligen wie markanten Geschicklichkeitspassagen überzeugt das Spiel vor allem durch seine puristische Action. Getragen wird diese aus den bereits im ersten Teil spürbaren Grundzügen dessen, was die Turok-Serie zu einem legendären Shooter auf dem N64 machen sollte: tonnenweise stylishe Gegner und Monster, erbarmungslose Spezialeffekte aus Feuer und Blut gleichermaßen sowie einige der ikonischsten Waffen, die es jemals in diesem Genre zu bestaunen gab. Angefangen bei Pfeil und Bogen über Shotguns, Miniguns, Raketen- und Granatwerfer bis hin zu futuristischen Energiewaffen ist die Ausbeute hier riesig! Zwar fehlt es bei den Ballermännern noch ein wenig an der echten Kreativität (die kam erst mit Turok 2), nicht aber an der Anzahl oder der ... visuellen Wirksamkeit: Anders als das Original ist die deutsche Fassung des Turok-Remakes für die Switch genauso saftig wie im Rest der Welt. Eine erneute Zensur mir Robotergegnern und entferntem Blut wäre angesichts der aufgebohrten N64-Grafik neben einem heutzutage von der USK durchgewunkenen Doom oder Mortal Kombat ja auch ziemlich albern gewesen.
Hier krachen riesige Felsbrocken gen Boden und zerschmettern unsere Gegner ... und uns. Auf dem N64 (linkes Bild) hingen diese Steine im dichten Nebel im Himmel und fielen so aus dem Nichts auf uns herab. Auf der Switch (rechtes Bild) fehlt der Nebel, weshalb die gut sichtbar in der Luft schwebenden Felsen jetzt wie ein Bug wirken.
Immer mit der Ruhe
Turok muss man vielleicht nicht unbedingt vier Stunden am Stück spielen. Aber es könnte gut sein, dass ihr in vier Stunden ohne Turok 20 Mal Lust
Quelle: PC Games
Neben der hervorragenden Steuerung mit endlich zwei Analogsticks und vielen weiteren kleinen Neuerungen gibt es jetzt auch freischaltbare Erfolge. Spielerisch ist Turok jedoch im Vergleich zu modernen Shootern hoffnungslos veraltet.
drauf verspürt, die Konsole doch wieder für einen kurzen Run durch einen der weitläufigen Levels anzuschmeißen. Denn seines eher eng definiertes Gameplays wegen ist Turok kein Marathonläufer - dem schwer bewaffneten Indianer geht schnell die Puste aus. Weil er seine rigorose Action-Nische aber eben dermaßen gut bedient, regeneriert sich der Spielspaß bereits nach kurzer Zeit wieder. Auch das war bereits zur N64-Ära immer typisch Turok und gilt auch heute noch. Einen großen Anteil daran, dass man bei jeder Rückkehr ins Spiel wieder gut unterhalten wird, tragen auch die variantenreichen Locations. Deren Themenwelten (samt der kniffligen Boss-Kämpfe) halten den Spielspaß frisch - vor allem auch deswegen, weil die einzelnen Areale im genau richtigen Rhythmus stets neue Waffen und Gegner zu bieten haben.
