Turok

Test Toni Opl

Ein betagter Nintendo-Held erobert die Next-Gen-Konsolen. Aber reichen Dinos und coole Tötungssequenzen aus, um aus der Shooter-Masse hervorzustechen?

Turok Ältere Semester dürften sich noch gut an das allererste Turok auf Nintendos 64-Bit-Maschine erinnern. Gefräßige Urzeitechsen, ein halbnackter Indianer mit tödlichem Bogen sowie ein cooler Multiplayer-Part fesselnden anno 1997 wochenlang vor den Bildschirm und sorgen heute für nostalgische Gefühle. Es folgten zahlreiche Sequels für diverse Nintendo-Konsolen, doch erst mit Turok: Evolution (u. a. PS2, Xbox, GC) ließ Publisher Acclaim die Dinosaurier im Jahre 2002 auch auf eine Sony-Hardware los.

Aufgrund eklatanter technischer Schwächen, langweiliger, weil linearer Missionen und einer dämlichen KI konnte man damals allerdings kaum von einer "Evolution" sprechen. Heute ist der Titel nicht mehr als eine Fußnote im PS2-Action-Universum. Das junge Studio Propaganda Games aus Vancouver trat nun das schwere Erbe an, den angestaubten indianischen Krieger zu neuem Ruhm zu verhelfen. Obwohl man seitens Propaganda, wie aus Kollege Christians play³-on-Tour-Bericht (Ausgabe 02/08) herauszulesen ist, mit viel Herzblut und Enthusiasmus an die Sache herangegangen ist, bleibt das Ergebnis hinter den hochgesteckten Erwartungen. Doch dazu später mehr.

I am Turok!
Turok, Hersteller: Touchstone, Entwickler: Propaganda Games, bereits erhältlich. Turok, Hersteller: Touchstone, Entwickler: Propaganda Games, bereits erhältlich. Naturgemäß übernehmen Sie die Rolle des titelgebenden Helden. Aber keine Angst! Sie müssen sich nicht in Lendenschutz und Mokassins den virtuellen Hintern abfrieren, sondern schlüpfen in einen funktionellen Kampfanzug. Joseph Turok ist Mitglied der Whiskey-Kompanie, einer Elitetruppe, die hinter der skrupellosen Söldnerbande Wolfsrudel her ist. Besonders brisant gestaltet sich die Mission aufgrund der Tatsache, dass Turok einst selbst ein Mitglied des Wolfsrudels war, nun aber Jagd auf seinen alten Anführer und Mentor Roland Kane macht.
Der Oberbösewicht hat sich auf einem abgelegenen Planeten eingenistet und bereitet dem Raumkreuzer der Whiskey-Kompanie einen explosiven Empfang. Zwar überleben die Männer den Angriff knapp, finden sich nun aber verstreut in einer völlig fremden, feindseligen Umgebung wieder.

Aus dem Routineeinsatz wird ein Kampf ums nackte Überleben, als sich aus dem Dschungeldickicht nicht nur schwer bewaffnete Patrouillen, sondern auch allerlei prähistorische Echsen, giftige Krabbelviecher und mutierte Insekten auf Turok und die Soldaten stürzen. Zudem stellt sich für die Gestrandeten die Frage, wie man nach dem Absturz und der völligen Zerstörung des Schiffes wieder nach Hause kommen soll ...

Rambo-Style
Turok, Hersteller: Touchstone, Entwickler: Propaganda Games, bereits erhältlich. Turok, Hersteller: Touchstone, Entwickler: Propaganda Games, bereits erhältlich. Auf den ersten Blick funktioniert Turok wie jeder handelsübliche Shooter. Springend, kriechend und (wahlweise beidhändig) ballernd bahnen wir uns den Weg von Checkpoint zu Checkpoint, erfüllen Einsatzziele, sammeln neue, bessere Waffen auf, jagen Mensch und Tier mit Granaten in die Luft und beharken schließlich sogar Helikopter und Panzer mit einem fetten Raketenwerfer. Jede Waffe hat hierbei eine wichtige Zweitfunktion, von der man regen Gebrauch machen sollte.

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