Ein frisches Konzept für einen WWII-Shooter alleine macht noch kein gutes Spiel!
Auftakt: Die Anfangsphase des Spiels ist durchaus packend inszeniert.
Codemasters versucht dem langsam ausgelutschten WWII-Szenario mit Turning Point: Fall of Liberty frischen Wind einzuhauchen. Winston Churchill kommt bei einem Unfall ums Leben und tritt während des zweiten Weltkrieges nicht als beeinflussender Diplomat in Aktion. Die Folge: die Nazis fallen in den USA ein und starten einen Großangriff auf New York. Genau in dieser Horrorvorstellung übernehmen Sie die Kontrolle des Bauarbeiters Dan Carson und müssen zunächst begleitet von wildem Getöse von einem Wolkenkratzer flüchten. Die ersten 15 Minuten von Turning Point: Fall of Liberty sind durchaus packend inszeniert und man freut sich auf actionreiches und erfrischend neues WWII-Szenario. Doch die Enttäuschung lässt nicht lange auf sich warten.
Kaum genutztes Potenzial
Interaktiv: Klettereinlagen sollen Abwechslung bringen und werden aus der Verfolgerperspektive gezeigt.
Das Geschehen in Turning Point: Fall of Liberty säuft extrem schnell in ein plump inszeniertes, vollkommen langweiliges und nerviges Schießbuden-Geballere ab. Gründe hierfür gibt es zuhauf. Die Künstliche Existenz der Verbündeten und Gegner bewegt sich an der Grenze zur Nonexistenz (Feinde gehen nicht in Deckung oder schießen nicht; Kameraden schießen auf Wände) und zeigt nur selten Anflüge von nachvollziehbarem Verhalten (Granaten zurückwerfen und in Sicherheit bringen). Die zahlreichen Skripts in Turning Point: Fall of Liberty sind langweilig und total billig inszeniert. Massig Fehler und Gameplay-Ungereimtheiten nerven. Beispiele? Treten Sie nahe an einen Gegner heran, signalisiert ein Icon, dass Sie eine Nahkampfattacke auslösen können, während der Sie entscheiden, ob Sie den Feind als menschliches Schutzschild benutzen oder sofort ausschalten möchten. Leider wird dieses Icon nicht immer angezeigt. Befindet sich ein Gegner in der Hocke, ist er gar unantastbar. In grafischer Hinsicht wird zwar die Unreal Engine 3 benutzt, allerdings ist davon im Spiel kaum etwas auszumachen - zahlreiche Ruckler und Slowdowns hingegen schon. Der Mehrspieler-Modus ist zudem mit zwei Spielmodi (Deathmatch und Team-Deathmatch) und vier Karten gar lächerlich mickrig ausgestattet. Darüber hinaus ließ sich kein einziger Spieleserver zu einer Partie überreden und quitierte unsere Anfragen sogar mit einigen PS3-Komplettabstürzen.
