Trine 4: The Nightmare Prince im Test: Rätseln im wunderschönen Märchenland
Test 5,09 €
Back to the roots: Nach dem kontroversen dritten Teil wandelt Frozenbyte auf den Spuren der ersten beiden Spiele und liefert mit Trine 4: The Nightmare Prince ein Rätselabenteuer in der serientypischen 2,5D-Optik, das durchaus zu überzeugen weiß. Wir haben das Abenteuer auf Herz und Nieren geprüft und verraten, was es auszeichnet!
Juhu! Der verkorkste Versuch einer dreidimensionalen Welt aus dem Vorgänger ist in Trine 4: The Nightmare Prince (jetzt kaufen 23,81 € / 5,09 € ) Geschichte. Zum Glück, denn von links nach rechts spielt es sich in der charmant verträumten Märchenwelt sowieso viel angenehmer. Das ist auch den Entwicklern von Frozenbyte klar geworden, die vor allem an den Erfolg des zweiten Teils anknöpfen möchten. Jetzt noch schnell unsere drei Helden versammeln und schon kann das Abenteuer beginnen!
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Oberflächliche Knobelkost
Viel zu erzählen gibt es über die Story von Trine 4: The Nightmare Prince nicht. Sie ist gerade so vorhanden und kann, ohne viel von der Handlung wegzunehmen, in einem Satz erklärt werden. Die Diebin Zoya, der Ritter Pontius und der Zauberer Amadeus werden beauftragt, den spurlos verschwundenen Prinzen Selius zu suchen, der aus der Astralakademie entflohen ist.
Knobelköpfe, die eine tiefgründige Story erwarten, sind hier fehl am Platz. Aber spielerisch wird dafür viel geboten! Zum einen kommt der Rätselspaß durch die Kombination der drei Charaktere und abwechslungsreiche Aufgaben mühelos zustande. Zum anderen ist das Spielgefühl auf Maus und Tastatur hervorragend und auch die Umsetzung auf Gamepads kann sich sehen lassen.
Teamwork ist Dreamwork
Quelle: PC Games
Einige Bosskämpfe mischen das ansonsten öde Kombatsystem ein wenig auf und runden die Storyakte ab.
Wie bereits aus den vorherigen Teilen bekannt, ist das Verbinden der einzelnen Heldenfähigkeiten auf unserer Reise der Schlüssel zum Erfolg. Amadeus ist nicht nur ein begnadeter Zauberer, sondern allem Anschein nach auch ein sympathischer Tierliebhaber. Seine magischen Kräfte erlauben es ihm nämlich, mit diversen Gegenständen innerhalb der Welt zu interagieren und auch eigene Objekte wie Kisten oder Bälle herzustellen. Diese nutzt er zu Beginn des Abenteuers etwa dazu, einer kleinen Ziege aus der Klemme zu helfen. Später werden die Aufgabenstellungen natürlich immer kniffliger. Pontius ist der Kämpfer der Truppe und vertraut dabei vor allem auf Schwert, Schild und seine enorme Durchschlagskraft. Er räumt beinahe alles aus dem Weg, was nicht niet- und nagelfest ist, und auch Abgründe können wir mit ihm am besten überwinden. Das Trio wird durch Zoya abgerundet, die besonders auf Bogen und Enterhaken setzt. Für das Vorankommen ist es im Verlauf der Geschichte unabdingbar, dass die Charaktere ihre Fähigkeiten verbessern und neue Manöver erlernen. Viele Rätsel bieten dabei unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, wobei gerade in der ersten Hälfte des Spiels vermehrt Zoya zum Einsatz kommt und Pontius eher das fünfte Rad am Wagen ist. Das ändert sich glücklicherweise nach den ersten zwei bis drei Stunden und jeder Held trägt in etwa gleichermaßen zur Lösung bei.
Traumhafte Landschaft ohne große Hindernisse
Die Märchenwelt in Trine 4 sieht wie bereits in den Vorgängern wunderschön aus und überzeugt uns mit einigen facettenreichen Gebieten. Von schneeverhangenen Berggipfeln über malerische Blumengärten bis hin zu magischen Wäldern ist alles im Spiel enthalten. Frame-Einbrüche oder unscharfe Texturen sind uns während der Spielzeit zum Glück nicht aufgefallen. Fast genauso gut haben uns die vielen unterschiedlichen Rätsel gefallen, die sich die Entwickler ausgedacht haben. Zugegebenermaßen sind diese meist sehr einfach zu lösen, was nicht für allzu viel Herausforderung sorgt, aber dafür auch nicht frustriert.
Quelle: PC Games
Traummonster tauchen innerhalb eines Levels immer wieder in kleineren Gruppen auf. Die Kämpfe sind leider sehr eintönig und schnell vorbei.
Immerhin wird das Bewältigen der Aufgaben durch ständig neue Fähigkeiten und Hindernisse zu keinem Zeitpunkt langweilig. So müssen wir zum Beispiel mit Pontius' Schild Wasser umleiten, sodass eine Blume wächst und wir an dieser hochklettern können. Im nächsten Abschnitt frieren wir mit Zoyas Eispfeilen ein Zahnradgewinde ein, um auf diesem mit Amadeus eine Kiste zu platzieren und auf den nächsten Vorsprung zu gelangen. Wohlgemerkt ist das nur ein winziger Bruchteil einer Kampagnenmission, den wir auch komplett anders hätten bewältigen können. In den meisten Passagen verleitet das Spiel nämlich zum umfangreichen Ausprobieren, selbst wenn man bereits eine der richtigen Lösungen gefunden hat. Weniger gefallen haben uns die immer wiederkehrenden Kämpfe mit den Traummonstern. Diese sollen zwar für Abwechslung und Auflockerung zwischen den einzelnen Rätseln sorgen, fühlten sich aber bereits nach einigen Malen aufgrund zu simpler Kampfmechaniken wie schon in den Vorgängern repetitiv an. Schade, denn den Grundgedanken finden wir nicht verkehrt.
Spaß im Doppelpack
Quelle: PC Games
Die arme Blume ist ausgetrocknet und braucht dringend Wasser! Zum Glück kann Pontius mit seinem Schild helfen.
Eine der wenigen wirklichen Neuerungen in Trine 4 ist, dass jetzt insgesamt vier Spieler gleichzeitig die Rätsel lösen können. Das wissen wir bereits seit dem ersten Ankündigungs-Trailer. Dabei entscheidet sich entweder jeder für einen festen Charakter, oder es wird munter durchgewechselt und jeder verkörpert jeden. Wir haben einige Stunden im Koop-Modus gespielt und können uns daher nur vorstellen, welche Ausmaße das Chaos bei vier Spielern annimmt. Aber auch zu zweit bietet das Spiel einen enorm hohen Spaßfaktor mit unzähligen lustigen Momenten. Allerdings sinkt der ohnehin schon relativ niedrige Schwierigkeitsgrad durch einen weiteren Mitspieler enorm, obwohl der Aufbau der Welten und die Menge der Feinde an die Anzahl der Spieler angepasst wird. Kämpfe sind so schon nach wenigen Sekunden gewonnen und dank unserer kombinierten Fähigkeiten-Power lassen sich viele Rätsel quasi überspringen.
Insgesamt macht Trine 4: The Nightmare Prince zwar dimensional einen halben Schritt nach hinten, dafür in Sachen Gameplay und Rätselspaß aber wieder einen großen Schritt nach vorne. Das ist auch gut so und wir hatten während unserer 13 Stunden Spielzeit eine Menge Freude an der Knobelei!
