Trek to Yomi im Test:Liebeserklärung an Kurosawa mit Problemen - Seite 4
Test
Trek to Yomi begeisterte schon in Trailern mit seinem tollen Stil der alten Samurai-Filme. Kann da auch das Gameplay mithalten? Unser Test mit Video!
Versucht haben das die Entwickler von Flying Wild Hog mit genau einer Rätselmechanik. Die rotierende Scheibe mit Kanji-Zeichen wird einfach nur kopiert, ihr müsst es immer wieder lösen. Das geht so: In eurer Umgebung leuchten Schriftzeichen hell auf, ihr müsst drei Scheiben so lange drehen, bis die drei sichtbaren Symbole nach oben ausgerichtet sind. Später gibt es davon noch eine leichte Variation, bei der ihr zuerst Objekte aus dem Weg schaffen müsst, damit das dritte und letzte Zeichen freigelegt wird. Das ist aber obsolet, denn gebt ihr zwei Symbole ein, könnt ihr an der dritten Scheibe einfach so lange drehen, bis sie einrastet. Mit einer einfachen Bestätigungstaste, sobald ihr das Rätsel gelöst habt, hätte das zumindest ein wenig mehr Substanz. So könnt ihr die Knobelei einfach lösen, ohne mit den Umgebungsobjekten zu interagieren.
Nach dem ersten Spieldurchlauf schaltet ihr einen weiteren Modus frei. Dort dürft ihr kein einziges Mal von einem Gegner getroffen werden, sonst geht es zurück zum letzten Speicherpunkt. Eure Feinde erschlagt ihr aber ebenfalls mit einem einzigen Treffer, wodurch es sich per se nicht um einen Hard-Mode handelt, sondern einfach nur eine andere Art, zu spielen. Kombos verlieren dadurch komplett ihre Bedeutung.
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Quelle: PC Games
Es gibt leider nur genau eine Art von Rätseln. Die aufleuchtenden Symbole in der Umgebung müssen in eine Drehscheibe eingetragen werden. Knobelstimmung kommt so nicht auf und das System kann sogar ausgehebelt werden.
In seinen Träumen ist der Mensch ein Genie
Die japanische Vertonung ist fantastisch eingesprochen. Bekannte japanische Synchronsprecher aus Naruto, One Piece und Ghost in the Shell sorgen für eine tolle Atmosphäre. Eine englische oder gar deutsche Vertonung gibt es nicht, dafür aber gute deutsche Untertitel. Auch die Sounduntermalung ist gelungen. Alles orientiert sich an der großen Vorlage der Jidai-geki-Filme und wurde authentisch umgesetzt.
Auf unserem High-End-Test-PC lief Trek to Yomi größtenteils flüssig. Manchmal kam es jedoch zu nervigen Rucklern, die besonders im schnellen Kampfgeschehen zum frühzeitigen Ableben führen. Einmal ist das Spiel während eines Boss-Kampfes abgestürzt, wir konnten dann am letzten Speicherpunkt wieder einsteigen.
Mit Maus und Tastatur ist die Steuerung ein wenig gewöhnungsbedürftig, da leichte und schwere Angriffe auf den Maustasten liegen und Kombos aus einer Mischung aus Klicks und Tastaturbefehlen bestehen. Nach ein paar Minuten gewöhnt man sich aber daran. Die Steuerung mit einem Controller ist trotzdem deutlich intuitiver.
Auf dem PC steht jedoch nur das Layout des Xbox-Controllers zur Verfügung. Spielt ihr lieber mit einem Playstation-Controller, müsst ihr bei Einblendungen immer umdenken. Eine Konsolenversion stand uns zum Testzeitpunkt nicht zur Verfügung.
Wir benötigten für unseren ersten Spieldurchlauf rund sechs Stunden, haben dabei ausgiebig erkundet und uns an manchen Gegnergruppen die Zähne ausgebissen. Das Spiel lässt sich mit etwas Übung oder in einem leichteren Modus in weniger Zeit abschließen.
Trek to Yomi ist eine verpasste Chance: Der Stil und die Spielwelt sind fantastisch gestaltet, hier waren echte Fans von japanischem Kino am Werk, die wissen, was dieses Genre ausmacht. Allerdings fällt dabei das Gameplay hinten runter und der Spaß geht schnell flöten, sobald man sich sattgesehen hat.
Meinung
Ihr könnt nicht genug von Samurai-Cinema bekommen? Dann werft doch einen Blick auf unser Special zu den Einflüssen der Jidai-geki-Filme in Ghost of Tsushima. Hier beleuchten wir, wie die Entwickler von Sucker Punch den Kontrast zwischen Natur und Gewalt sowie das Stilmittel von Bewegung im Hintergrund in ihrem Sony-Blockbuster verwendet haben. Außerdem geht es um das Thema Duelle, Übermacht und Ehre, aber auch die Ronin und ein paar Eastereggs im Spiel.
