Tourist Trophy

Test Thomas Eder

Zweirädrige Biester

Tourist Trophy Das Fahrverhalten der Bikes ist genial. Jedes Motorrad ist seinem realen Vorbild sowohl optisch als auch hinsichtlich der Fahreigenschaften nachempfunden. Alle Motorräder verhalten sich unterschiedlich, sei es in puncto Kurvenlage, Abzug, Bremskraft oder Querbeschleunigung. Klar, dass ein 125-ccm-Roller nicht das Temperament einer Hayabusa hat, aber auch bei technisch ähnlichen Maschinen fallen auf der Piste kleine Unterschiede auf.

Das Fahren an sich ist weitgehend realistisch: Ein Sturz ist meist schon absehbar, bevor es letztendlich dazu kommt. Egal ob Sie Ihren Wheelie überziehen, in Kurven zu sehr in Schräglage geraten oder von der Strecke abkommen - meistens geschieht das, was auch in der Realität eintreten würde: Ihr Fahrer küsst den Asphalt. Doch mit etwas Übung gewöhnt man sich an seinen Feuerstuhl und wird konkurrenzfähig für die ersten Rennen.

Die Lernzeit ist hierbei deutlich länger als bei Gran Turismo, wenn man aber erst einmal ein Gefühl für die Bikes entwickelt hat, entschädigt der Fahrspaß für jeden Sturz und jede Minute, die man mit Üben verbracht hat. Wem es nicht realistisch (und schwer) genug sein kann, der kann zudem den Profi-Modus aktivieren, in dem das Spiel Ihnen noch weniger Fehler verzeiht.

Schräglage

Tourist Trophy In puncto Technik erwartet den Spieler die gewohnt edle Optik von Gran Turismo. Die Details an den Bikes und Fahrern sehen hervorragend aus - schade nur, dass man im Spiel so selten Gelegenheit hat, dies auch wahrzunehmen. Die Strecken sind allesamt bekannt und wurden nur zum Teil geringfügig verändert, um besser auf den Zweirädern darauf fahren zu können.

Die Darstellung ist gewohnt flüssig mit konstanten 50 Bildern pro Sekunde, doch der Preis, der hierfür bezahlt wird, ist kein geringer: Im Gegensatz zur Konkurrenz, bei der zum Teil um die 20 Motorräder gleichzeitig unterwegs sind, müssen Sie sich bei Tourist Trophy mit mageren drei Gegnern abfinden. In vielen Rennen treten Sie sogar gegen lediglich einen Kontrahenten an. Die KI der Computergegner ist dabei wie bei Gran Turismo keine Meisterleistung - die Gegner fahren meist Ideallinie und scheren sich wenig um Ihren Biker. Dafür entschädigt das tolle Geschwindigkeitsgefühl, das besonders in der Ego- oder Cockpit-Perspektive begeistert.

Insgesamt wird Tourist Trophy dem sehr guten Ruf der Gran Turismo-Reihe gerecht, auch wenn es vor allem in Hinsicht auf Umfang und Spieltiefe bei weitem nicht an den vierten Teil herankommt. Fahrgefühl, Technik und größtenteils auch das Gameplay garantieren dem Spieler beste Unterhaltung auf hohem Niveau - endlich auch auf zwei Rädern.

Wertung zu Tourist Trophy - The Real Riding Simulator (PS2)

Wertung:

85 /10
Pro & Contra
Sehr gutes Fahr- und GeschwindigkeitsgefühlVielzahl an Bikes und StreckenAnsprechende TechnikMotivierender Herausforderungsmodus
Fazit

Wer auf Zweiräder und realistisches Fahrgefühl steht, kommt um Tourist Trophy nicht herum!

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