Das Gran Turismo für Biker!?
Ein Wunschtraum vieler Zweiradfreunde wird wahr: Die Gran Turismo-Schöpfer Polyphony Digital bringen mit Tourist Trophy eine Motorrad-Simulation, die dem Vorbild entsprechend mit einer Vielzahl detaillierter Vehikel, wunderschönen Strecken und einem authentischen Fahrgefühl glänzt. Entsprechend gespannt ist die Fangemeinde, ob es sich lediglich um ein abgespecktes Gran Turismo mit Motorrädern handelt oder ob Tourist Trophy seinen eigenen Charme besitzt und sogar Nicht-Biker in seinen Bann ziehen kann.
Auf den zweiten Blick
Egal ob es um die Menüführung, die Strecken oder Features wie den Foto-Modus geht, Kennern der GT-Serie stechen sofort die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten mit dem Throninhaber des Rennspiel-Genres ins Auge. Ersten Eindrücken nach scheint die im Vorfeld häufig getroffene Einschätzung "Gran Turismo mit Motorrädern" voll zuzutreffen, doch bereits nach kurzer Spielzeit offenbaren sich doch einige Unterschiede - und das sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht.
Der größte Unterschied zwischen Vierrad- und Zweirad-Variante findet sich im Karriere-Modus. Hier muss der Fahrer sich sein Arbeitsgerät nicht wie in Gran Turismo mit mühsam verdientem Geld kaufen, sondern verschiedene Herausforderungen bestehen. Das ermöglicht es dem Spieler zwar, innerhalb kurzer Zeit auf einem Feuerstuhl vom Kaliber einer Fireblade zu sitzen, andererseits verdient man sich auf die Schnelle so viele Motorräder, dass kaum eine Bindung zu den jeweiligen Fahrzeugen entsteht, wie sie Gran Turismo-Spielern bekannt sein dürfte.
Ergänzt wird dieser Eindruck durch die stark reduzierten Setup-Einstellungen und die nahezu nicht vorhandenen Tuning-Möglichkeiten. Während man in GT seine Wagen Stück für Stück mit neuen Teilen und somit besseren Fahrleistungen ausstatten kann, haben Sie in Tourist Trophy meist nur die Möglichkeit, zwischen Standard- und (stets mitgeliefertem) Sportauspuff zu wählen. Dafür können Sie auf eine neue Komponente Einfluss nehmen, nämlich Ihren Fahrer. Dies beginnt damit, dass Sie nach der Namenseingabe beim ersten Spielen die Größe Ihres Fahrers festlegen und unter dem Menüpunkt "Fahrstil" zahlreiche Details wie zum Beispiel die Kopfneigung in Kurven beeinflussen können. Dank einer Vielzahl an Klamotten und Helmen von namhaften Ausrüstern wie Shoei oder Arai können Sie Ihrer Spielfigur zudem einen individuellen Look verpassen.
In puncto Umfang zieht TT eindeutig den Kürzeren: Weder die Anzahl der Fahrzeuge noch der Umfang der Rennveranstaltungen oder die Mehrspieler-Möglichkeiten reichen an GT 4 heran. Während der erste Kritikpunkt dank der sehr guten Fahrzeugauswahl leicht zu verschmerzen ist, fallen die wenigen Rennveranstaltungen doch negativ ins Gewicht. In puncto Mehrspielermodi vermissen wir vor allem einen LAN-Modus, in dem man sich ohne geteilten Bildschirm mit menschlichen Gegnern messen kann. Keine Überraschungen gibt's für Online-Spieler: Auf einen entsprechenden Modus wurde verzichtet.
