Dem Elefanten ist es egal, dass da einer an ihm hängt.
Jahrelang war Tony Hawk's Pro Skater unangefochtener Marktführer im Bereich der Trendsportspiele. Doch dann kam diesen Sommer plötzlich die Überraschung von Acclaim: Aggressive Inline konnte mit einem motivierenden Karrieremodus am Lack des Konkurrenten kratzen. Jetzt schlägt Tony Hawk zurück und weist den Emporkömmling mit den eigenen Waffen in seine Schranken. Dazu haben die Neversoft-Entwickler den Karrieremodus vollkommen neu gestaltet. Das Zeitlimit ist abgeschafft, der Spieler skatet einfach ziellos durch die ziemlich großen Umgebungen. Wenn er die richtig kennen gelernt hat und weiß, wo sich die besten Tricks hinlegen lassen, kann er daran gehen, die Aufgaben zu lösen. Die werden von Passanten vorgegeben und sind teilweise ziemlich originell: Wettrennen gegen Hunde, Inline-Skater oder die Polizei erfordern zum Beispiel Steuergeschick. Eher verrückt sind dagegen die Herausforderungen, die Bam Margera von der MTV-Sendung Jackass stellt: Da sollen die Skater etwa durch einen Looping rasen, um dann eine im Meer schwimmende Zielscheibe zu treffen. Manchmal wird auch das Sportgerät zweckentfremdet: Tennis oder Baseball mit dem Skateboard als Schläger hat mit Rollbrettfahren wenig zu tun.
Der Rest ist Skaten
Ansonsten hat sich allerdings wenig verändert. Die Steuerung ist ganz die alte, da gibt es ja auch so gut wie nichts zu verbessern. Außer ein paar Spezialtricks sind nur zwei Neuerungen zu vermelden: Einmal der Spine-Transfer. Mit dem springen die Skater über den Kamm von Quarterpipes und können so beim Geradeausfahren noch tricksen. Das andere Zusatzfeature ist das Skitching: Dabei hängt man sich an ein Auto und kommt so besonders schnell von A nach B. Die einzige Schwierigkeit ist, das Gleichgewicht zu halten, doch das funktioniert genau so wie beim Grinden.
Das war es aber auch schon mit der Innovation, alles andere hat die Tony-Serie schon immer ausgemacht: Ein umfangreicher Mehrspielermodus, der sogar über Netzwerk funktioniert, viele freischaltbare Extras, ein lustiger Skater- und Park-Editor, in dem man sich seine eigenen Sportler und Umgebungen erschaffen kann. Verbesserungen gibt es höchstens noch in der Grafik. Die Texturen wirken feiner und detaillierter, die Animationen flüssiger, Ruckler kommen so gut wie nicht mehr vor. Von der Größe her sind die Umgebungen ungefähr gleich geblieben, an der Gestaltung gibt es aber nichts auszusetzen: Wie immer ist die Mischung aus Halfpipes, Geländern und sonstigen Hindernissen sehr durchdacht und ermöglicht ewige Trickkombinationen.
