Wurmlöcher sorgen für verwirrende, aber unglaublich witzige Situationen.
Der GameCube hat im Ego-Shooter-Genre zweifelsfrei eine feine Auswahl an guten Titeln zu bieten. Vertreter der oberen Wertungsbereiche überzeugen nicht nur durch gute Spielbarkeit, Atmosphäre oder Leveldesign, sondern auch durch eine gute und anspruchsvolle Hintergrundgeschichte. XIII, Medal of Honor: Frontline, James Bond 007: Nightfire, Metroid Prime 2: Echoes und TimeSplitters 2 sind hierfür sehr gute Beispiele. Moment, TimeSplitters 2 hat eine ernste und anspruchsvolle Story? Nie im Leben! Richtig, das ist aber auch die einzige Ausnahme. Free Radical Designs verfolgte mit der Geschichte vom Kampf der Menschheit gegen die TimeSplitters auch gar nicht das Ziel, eine anspruchsvolle und von Intrigen durchsetzte Story zu erzählen, vielmehr stehen hier außergewöhnliche Charaktere und Humor im Vordergrund. Jeder, der den zweiten Teil gespielt hat, wird dies bestätigen können. Für alle Neueinsteiger möchten wir noch einmal kurz die Geschehnisse des zweiten Teils kompakt wiedergeben. Space Marine Cortez wurde in Time-Splitters 2 durch verschiedene Zeitepochen geschickt, um die TimeSplitters (richtig böse Jungs) daran zu hindern, die Menschheit zu vernichten. Dabei übernahm er bei jedem neuen Einsatz die Rolle eines anderen, in dieser Zeitperiode heimischen Charakters und ballerte sich durch Massen von Feinden. Hört sich ziemlich abgefahren an? Ist es auch. Die große Popularität und die sehr guten Wertungen sind der Beweis dafür, dass die Entwickler ihren Job gut gemacht haben. Wieso sollten sie also beim dritten und letzten Teil der Ego-Shooter-Serie etwas daran ändern?
Cortez im Dauereinsatz
Kaum ist Cortez nach den lebensgefährlichen Ereignissen des Vorgängers nach Hause zurückgekehrt, wird er postwendend zur nächsten Mission geschickt. Wissenschaftler haben nämlich ein Verfahren entwickelt, um die Zeitkristalle zu lokalisieren, durch die die Zeitsprünge von Cortez und den TimeSplitters überhaupt möglich sind. Dadurch soll die Entdeckung der Kristalle komplett verhindert werden, um den Krieg zwischen den beiden Parteien erst gar nicht entstehen zu lassen. Außerdem erfährt man den Ursprung der TimeSplitters.
Die Entwickler haben bei Teil 3 noch einmal gehörig an der Humorschraube gedreht und liefern das bisher abgedrehteste Abenteuer ab. Cortez selbst ist sich für keinen dummen Machospruch zu schade und schliddert am laufenden Band in slapstickartige Situationen. Ein Großteil des Humors ergibt sich aber aus Cortez' Begegnungen mit zahlreichen Nebencharakteren, die er in den einzelnen Zeitepochen trifft und die ihm tatkräftig zur Seite stehen. Der chillige Hippie-James-Bond Harry Tipper ist beispielsweise in den 60er-Jahren heimisch und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. In einem knallengen Frauenkostüm hoppelt er mit scheinbar gebrochenen Handgelenken und engelsgleichen Bewegungen herum und bleibt dabei so cool wie ein Eisblock. In der fernen Zukunft lässt ein Kampfroboter, nachdem er sich mit einem Virus infiziert hat, Sprüche wie "Ein neuer Sheriff ist in der Stadt" oder "Treten wir denen in die Ärsche" ab. Zum Glück greifen diese Nebenfiguren nicht nur das Zwerchfell des Spielers an, sondern auch Cortez' Feinde. Dabei machen sie ihren Job überwiegend gut und versperren nur selten eure Schusslinie.
