Das angebliche Survival-MMO The Day Before ist auf dem Markt und wurde gleichzeitig schon wieder beerdigt. Im Test gehen wir näher auf die Kontroverse ein.
Noch dazu erinnert der Titelscreen inklusive Logo des Titels stark an The Last of Us, die Spielwelt kennen wir aus The Division und sogar das Ladesymbol, eine Münze im unteren rechten Bereich des Bildschirms, ist aus Uncharted geklaut. Es verwundert, dass es die Entwickler bis zu diesem Zeitpunkt geschafft haben, von anderen Firmen nicht verklagt zu werden. Mit Nvidia arbeitete sogar einer der größten Produzenten von Grafikprozessoren und Chipsätzen mit dem mittlerweile aufgelösten Team zusammen.
Wir sind uns relativ sicher, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist und das Spiel beziehungsweise das Studio in den nächsten Wochen noch weitere Negativschlagzeilen auslöst. Und wenn wir schon bei "Geschichten" sind, wird es auch Zeit auf die von The Day Before einzugehen.
Das ist geschmacklos!
Auf eine bestimmte Art und Weise überrascht es uns sogar, dass überhaupt eine Story erzählt wird. Umso weniger überrascht es dagegen, dass die Entwickler auch dabei ihr Fettnäpfchen nicht auslassen.
Vor allem zu Beginn des Spiels müssen wir in Woodberry etliche Dialoge führen. Über optionale Fragen erfahren wir mehr über das Leben vor Ort, die Gefahren in New Fortune City und was denn die Menschen zu Infizierten gemacht hat.
Quelle: FNTASTIC
Sprechen wir beispielsweise ausführlicher mit Dr. Leonard, erzählt dieser uns, dass das Virus eigentlich kein Problem dargestellt hat, doch die Impfung veränderte die Personen und machte sie zu Monstern. Was wie ein schlechter Witz rüberkommt, ist tatsächlich die Erklärung des Spiels für die Verbreitung des Virus.
Gerade in der aktuellen Zeit, in der Covid-19 nach wie vor grassiert und immer noch viele Menschen auf eine Impfung angewiesen sind, kann man das nur als geschmacklos betiteln. Nachdem The Day Before ansonsten eh kaum Lore besitzt, hätten die Entwickler darauf komplett verzichten können.
Der restliche Verlauf unserer Missionen ist ebenfalls schnell zusammengefasst: Wir erhalten immer drei Aufträge und dürfen im Anschluss in der Stadt nach bestimmten Dingen suchen. Der bereits angesprochene Doktor Schwurbel benötigt unter anderem Medikamente und Asthma-Inhalatoren.
Wir bekommen zwar einen ungefähren Anhaltspunkt, wo sich die Sachen befinden, doch das Zeug kann in sämtlichen Fahrzeugen, Kisten oder Schubladen sein. Logisches Denken wird auch nicht belohnt, da der Sammelkram komplett beliebig verstreut wurde. Wir brauchen also Glück und ziemlich viel Geduld. Haben wir die Mission abgeschlossen, bekommen wir lieblos den nächsten beinahe identischen Auftrag serviert.
Kaum Interaktionen
Sehr selten treffen wir sogar auf andere menschliche Spieler. Meistens endet das kurz und schmerzlos, denn Schritte hören wir über eine große Entfernung. Da wir aufgrund des schwachen Audiodesigns aber nicht wirklich zuordnen können, wo sich unsere Widersacher genau aufhalten, setzen wir uns meistens in eine dunkle Ecke und warten ab.
Haben sich beide Spieler entdeckt, entsteht tatsächlich für einen kurzen Moment Spannung. Aus der Deckung heraus wird dann gefeuert, bis am Ende nur noch einer übrigbleibt. Da wir kaum Treffer-Feedback bekommen und auch die Steuerung unserer Figur der eines schlechten Mobile-Spiels gleicht, machen diese Duelle ebenfalls keinen Spaß.
