The Casting of Frank Stone: So schade! Supermassive hat verlernt, wie man gute Spiele entwickelt
Kolumne
Seit Jahren schafft es das Team von Supermassive, mit seinen Spielen zwar zu unterhalten, richtige Toptitel springen dabei aber nicht mehr heraus. The Casting of Frank Stone reiht sich in diese Riege ein.
Ich weiß bereits zu Beginn der folgenden Zeilen, dass sie mir besonders schwerfallen werden. Seit Until Dawn freue ich mich vor jedem Release von Supermassive Games, um im Nachhinein festzustellen, dass sie mich leider einmal mehr nicht wirklich abgeholt haben. Auch das neue Horrorspiel The Casting of Frank Stone kann mich wieder nicht überzeugen, obwohl ich einige Story-Aspekte durchaus interessant finde.
Wie schon die Dark-Pictures-Reihe und The Quarry schöpft auch das im Dead-by-Daylight-Universum angesiedelte Abenteuer nicht sein volles Potenzial aus. Zurück bleiben daher lediglich nette Ideen, einige spannende Passagen, aber im Gegensatz dazu auch viel Krampf und Kopfschütteln meinerseits. Dabei haben die Entwickler von Supermassive vor neun Jahren schon bewiesen, was für ein einzigartiges Abenteuer sie auf die Beine stellen können.
Ein blutiger Ausflug mit Freunden
Als Until Dawn im Jahr 2015 für PS4 erschien, hat es mich direkt in den Bann gezogen. Ja, die Geschichte trieft nur so vor Klischees: Eine Gruppe von jungen Erwachsenen zieht los, um Spaß in einer abgelegenen Skihütte zu haben. Was soll da schon schiefgehen?
Spoiler: alles. Natürlich verläuft der Ausflug nicht wie geplant und schon bald befinden sich die Mädels und Jungs in einem spannenden Kampf um Leben und Tod. Am 04. Oktober erscheint ein Remake, daher belasse ich es ab sofort bei groben Informationen zur Story, denn Horror-Fans sollten Until Dawn definitiv eine Chance geben, wenn sie das noch nicht getan haben.
Was das Spiel für mich besonders macht, sind unter anderem die unterschiedlichen Charaktere. Die sind anfangs zwar nicht sonderlich sympathisch und verhalten sich ... nun ja, wie sich Figuren in Horrorfilmen und Gruselspielen eben verhalten; hin und wieder äußerst dumm.
Quelle: Ballistic Moon
Doch im Verlauf der Story wachsen mir manche Personen der Gruppe ans Herz und mir liegt etwas an ihrem Überleben - nur Emily und ich harmonieren einfach nicht, aber da bin ich nicht der Einzige. Ich finde Charakterentwicklung bei dieser Art von Spielen extrem wichtig, schließlich soll ich mich freuen, wenn ich bestimmte Leute am Leben halte, und trauern, sollten sie den Löffel abgeben.
Until Dawn hat das sehr gut hinbekommen und mich noch dazu mit einigen Story-Twists an der Nase herumgeführt. Was mich zu The Casting of Frank Stone bringt. Denn da vermisse ich solche Pluspunkte komplett.
In der Kürze liegt keine Würze
Dabei hatte ich im Vorfeld viel Hoffnung, da nach den kurzen, nicht zusammenhängenden Dark-Pictures-Episoden wieder ein alleinstehender Titel auf den Markt kommen sollte. Doch auch das zwischenzeitlich veröffentlichte The Quarry kam nicht mehr an die Qualität von Until Dawn heran.
Ähnlich ergeht es nun The Casting of Frank Stone. Nach sieben Stunde flimmert bereits der Abspann über den Bildschirm und in dieser kurzen Zeit schaffen es die Entwickler nicht, mir die Charaktere schmackhaft zu machen.
Am Ende ist es mir egal, ob bestimmte Figuren überleben. Die kurze Spieldauer lässt mich keine Beziehung zu meinen Charakteren aufbauen und das ist ziemlich schade. Nur mein Komplettisten-Ego sagt mir, dass ich einen Durchgang brauche, in dem alle das Finale erleben und einen weiteren, in dem alle sterben.
