Tales of the Shire im Test: So viel vergeudetes Potenzial macht traurig

Test Vivien Ziermann
Tales of the Shire im Test: So viel vergeudetes Potenzial macht traurig
Quelle: PC Games

Tales of the Shire verspricht waschechtes Hobbit-Glück im Auenland mit echtem Herr-der-Ringe-Zauber. Doch an einer großen Lizenz hängen große Erwartungen - Auch eine ebenso große Enttäuschung?

"In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit." - ein Satz, der seit Generationen Fantasy-Fans und natürlich insbesondere Der-Herr-der-Ringe-Fans auf der ganzen Welt begeistert. Die Abenteuer von Bilbo, Frodo und Co haben ohne Zweifel enorme Wellen geschlagen und werden, anders als der Eine Ring, wohl nie in Vergessenheit geraten. Dabei zählen die Hobbits gar nicht zu den großen Abenteurern oder Kriegern. Nein, die Hobbits sind ein eher unscheinbares Volk, das besonders hohen Wert auf Ruhe und Frieden legt.

Passt perfekt zu einem entspannten Cozy-Game, das uns dem Alltag entfliehen lässt und die Möglichkeit gibt, ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Tales of the Shire (jetzt kaufen 29,99 € ) will den Spielern genau das bieten und gleichzeitig Herr-der-Ringe-Fans einen lang ersehnten Traum erfüllen: als Hobbit im Auenland das ruhige Leben zu genießen. Und mit Weta Workshop waren hier erfahrene Herr-der-Ringe-Profis am Werk, die bereits maßgeblich an der grandiosen Filmumsetzung von Peter Jackson beteiligt waren. Klingt nach nahezu perfekten Voraussetzungen, wie füreinander gemacht. Wie konnte das nur so schiefgehen?

Eine neue Heimat an der Grenze zu Hobbingen

Als Hobbit starten wir unser neues Leben in Wasserau an der Grenze zu Hobbingen. Ursprünglich kommen wir aus Bree, haben lange Zeit im Gasthaus zum Tänzelnden Pony gelebt und wollen jetzt in der Höhle der Alten Rubina Wasserau zu unserer neuen Heimat machen. Dazu gehört, sowohl Höhle als auch Garten auf Vordermann zu bringen, Kontakte zu den ansässigen Hobbits zu knüpfen und natürlich das Dorf kennenzulernen.

Doch da gibt es ein Problem: Wasserau ist offiziell gar kein Dorf, was wir schleunigst ändern müssen. Um die festgelegten Kriterien zu erfüllen und offiziell als Dorf anerkannt zu werden, helfen wir den verschiedenen Gemeindemitgliedern bei der Erledigung einiger Aufgaben und gehen entspannt unserem Tagewerk nach. Dabei erfahren wir nach und nach immer mehr über die Bewohner von Wasserau und nehmen Einfluss auf ihre Geschichten.

Der Hobbit für alles

Damit Wasserau ein Dorf werden kann, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt werden. Unter anderem sollten alle Bewohner die Möglichkeit haben, verschiedenen Vereinen beizutreten. Passend zu den Hobbits soll ein Garten-, ein Koch-, ein Sammel- und ein Angelverein gegründet werden. Um die entsprechenden Hobbits zu überzeugen, einen der Vereine zu leiten, müssen wir verschiedene Aufgaben abschließen.

Die meisten drehen sich darum, mit den entsprechenden Hobbits zu reden, für sie etwas zu sammeln oder zu kochen und anschließend wieder zum Auftraggeber zurückzukehren. Charakteristisch für ein Cozy-Game sind die Aufgaben ohne viel Aufwand zu bewältigen. Allerdings fallen die Laufwege, die in jeder einzelnen Geschichte mehrfach zurückgelegt werden müssen, oft sehr lang aus und da Hobbits im Spiel nicht rennen, sondern maximal einen Hopserlauf aufs Parkett legen, ist das alles sehr zeitfressend.

Drei Hobbits und Gandalf stehen in Tales of the Shire auf dem Dorfplatz. Quelle: PC Games Auf dem Dorfplatz tummeln sich tagsüber die meisten Hobbits von Wasserau. Sobald die Vereine gegründet sind, können wir am schwarzen Brett Aufträge der verschiedenen Vereine annehmen, um dort im Rang aufzusteigen. Mit jedem Abschluss eines Auftrags erhalten wir Belohnungen und für jede aufgestiegene Stufe Verbesserungen für unseren Garten oder unsere Angel, mehr Platz im Rucksack oder neue Zubereitungsmöglichkeiten in unserer Küche.

Dadurch wird die Motivation, sich auf eine Sammel- oder Angeltour zu begeben, etwas gesteigert. Allerdings dauert der Stufenaufstieg, nachdem wir Stufe eins erreicht haben, schier ewig und mit einem begrenzten Inventar mit gerade mal zehn verfügbaren Plätzen ist es eine echte Geduldsprobe, ausreichend Sammelaufträge abzuschließen, um endlich eine Rucksackerweiterung zu bekommen.

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