Würfel und Charakterbögen sind von gestern - mit Sunderfolk überholen Secret Door das etablierte Rezept für Tabletop-Rollenspiele. Doch ist dieses Wagnis der Firma unter Ex-Blizzard-CEO Michael Morhaime ein Satz nach vorn?
Steuerung mit dem Smartphone
Während der Kämpfe werden wir in das doch recht umfangreiche Menü auf unserem Smartphone eingeweiht, mit dem wir nicht nur die Fähigkeiten aller Figuren auf dem Feld - seien sie verbündet, verfeindet, einfach zur falschen Zeit am falschen Ort - analysieren können. Wir sehen auch unsere Karten aus dem Action Deck und welche Karten sich noch im Fate Deck befinden, unsere Mission und aktuelle Statuseffekte.
Die individuellen Bildschirme ermöglichen Sunderfolk auch, uns einzeln anzusprechen, ohne, dass es die anderen Spieler mitbekommen. So werden individuelle Wahrnehmungen und kleine Mitbestimmungen der Welt, wie das Benennen von Questgegenständen oder Läden, per Zufall an einen der Wächter abgetreten.
Ein Einblick und ein Ausblick
Sunderfolk ist ein Spiel, das versucht, alte und neue Spielweisen und so auch alte und neue Spieler zu verbinden.
Dafür baut es aus den etablierten Grundregeln der Tabletop-Spiele ein einsteigerfreundliches Erlebnis, das eine gute Basis für den eigentlichen Spaß an Mehrspieler-Erfahrungen bietet: das Zusammensein.
Durch die intuitive Steuerung finden sich RPG-Frischlinge schnell in der entschleunigten Welt zurecht und wenn doch Ungereimtheiten auftauchen, können diese ohne Zugzwang in der Gruppe geklärt, oder es kann durch einfaches Anklicken die Beschreibung des Gegenstandes gelesen werden.
Im Kampf ist Sunderfolk sehr nachsichtig. Gerade mit der Funktion zum Überspringen wird verhindert, das Neulinge frustriert das Handtuch werfen müssen. Da wir das Spiel allerdings nur auf schwer erlebt haben, können wir keine Einblicke in den Hardcore-Modus geben, der sicherlich auch Alteingesessenen etwas zu bieten hat.
Quelle: buffed
Die Story ist bisher nicht sonderlich fesselnd, aber die Spielwelt zieht uns mit ihren urigen Charakteren und liebevoll gestalteten Umgebungen in die Sunderlands.
Nach aktuellem Stand stehen uns insgesamt 38 Missionen zur Verfügung, von denen in einem Spieldurchlauf 31 absolviert werden können. Ein zweiter Durchlauf, in dem wir uns zum einen an anderen Klassen und zum anderen an noch ungespielten Missionen versuchen können, kann sich also durchaus rentieren. Wir schätzen die ganze Kampagne auf eine Länge von 16 Stunden, was sich gut in vier-Stunden-Sitzungen aufteilen lässt.
Unserer Meinung nach hat Sunderfolk durchaus Potenzial, eine unterhaltsame Koop-Alternative für die klassischen Tabletop-RPGs an einem gemeinsamen Spieleabend zu werden.
Die fertige Version von Sunderfolk soll nach Angaben von Secret Door irgendwann 2025 veröffentlicht werden und auf Steam, sowie für die PS5, die Xbox-Series-Konsolen und die Nintendo Switch erhältlich sein. Ob das neue Studio diesen Termin halten kann, wird sich allerdings erst nächstes Jahr zeigen. Transparenzhinweise: Dreamhaven zahlte die Anreise für den Besuch des Vorschau-Events.