Sunderfolk: Die Sunderlands und ihre Bewohner

Special Marlin Nixdorf Stefan Wilhelm
Sunderfolk: Die Sunderlands und ihre Bewohner
Quelle: Secret Door

Würfel und Charakterbögen sind von gestern - mit Sunderfolk überholen Secret Door das etablierte Rezept für Tabletop-Rollenspiele. Doch ist dieses Wagnis der Firma unter Ex-Blizzard-CEO Michael Morhaime ein Satz nach vorn?

Der metaphorische Table

Um Sunderfolk zu spielen, benötigen wir kein Box-Set mit Spielfläche und verschluckbaren Kleinteilen. Es wird für Steam, die PS5, die Xbox Series und die Nintendo Switch veröffentlicht. Für eine Sitzung wird aber nur eines dieser Geräte als Host benötigt, also muss auch nur eine Version des Titels gekauft werden.

Die Spieler interagieren mit Sunderfolk über ihre Smartphones, auf die sie sich die kostenfreie App über den App-Store oder Google Play herunterladen und mit einem QR-Code der aktuellen Sitzung beitreten können. Es ist also nicht zwingend notwendig, dass alle Mitstreiter physisch anwesend sind, denn wird der Hauptbildschirm live übertragen, kann eine Freundesgruppe Sunderfolk auch komplett remote erleben.

Sunderfolk in Aktion. Quelle: Secret Door Hat ein Mitstreiter aber überhaupt keine Zeit, können die verbleibenden Teilnehmer entweder wie Adoptiveltern über den herrenlosen Charakter verfügen, oder das Teammitglied fällt einfach aus, bis der fehlende Spieler wieder dabei ist. Übrigens kann man Sunderfolk auch allein mit nur einem Smartphone erleben, man muss dann aber trotzdem zwei Charaktere verwalten.

Die Sunderlands und ihre Bestandteile

Sunderfolk ist ganz klar im Fantasy-Genre angesiedelt. Wir kontrollieren sprechende Tiere mit magischen Waffen und Fähigkeiten, die sich mit lebenden Skeletten und Ogern messen und dabei eine magische Welt erkunden.

Die charmanten 2D-Sprites der Charaktere werden für Dialoge und Anzeigen genutzt, während dreidimensionale Figuren sich nur in den Missionen zeigen.

Screenshot aus einem Dialog in Sunderfolk. Quelle: Secret Door Für eine Alpha-Version des Spiels sind die Animationen schon flüssig und punchy und die Nutzeroberfläche glänzt bereits in ihrem übersichtlichen Design.

Wenn es beim Sounddesign nichts zu sagen gibt, ist es gutes Sounddesign. Impact- und Reveal-Sounds verstärken die Kämpfe und das Looten, und fügen sich gut in das recht generische Fantasy-Hintergrundgedudel ein.

Anders bei der Synchronisation: Um zum Gefühl des Tabletops beizutragen, haben sich Secret Door entschieden, zwar die gesamten Story-relevanten Dialoge zu vertonen, dafür aber nur eine Stimme zu verwenden, sodass das Gefühl entsteht, auf der anderen Seite des Schirms säße ein Dungeon Master.

In der englischen Sprachausgabe übernimmt Anjali Bhimani, die unter anderem für die Vertonung von Symmetra in Overwatch und Rampart in Apex Legends bekannt ist, den Part der Spielleiterin, und ahmt neben ihrer Funktion als Erzählerin auch die einzelnen NPCs mit individuellen Stimmen nach.

Keine Sorge, es wird auch eine deutsche Fassung geben, doch zum aktuellen Zeitpunkt ist noch nicht bekannt, wer uns auf Deutsch durch Sunderfolk führt.

Starke Persönlichkeiten, schwache Geschichte

In den eineinhalb Stunden Gameplay, die wir erfahren durften, puzzelte sich die Prämisse in etwa wie folgt zusammen: Eine Katastrophe hat eine bunt gemischte Meute an anthropomorphen Tieren in den Untergrund, die Sunderlands, getrieben.

Im Dorf Arden, das sich um eine leuchtende Scherbe, die Brightshard, gebildet hat, leben die Tiere weitestgehend friedlich miteinander. Doch etwas braut sich zusammen in den Sunderlands und Arden braucht starke Helden, die sich der Gefahr stellen.

Unsere Geschichte beginnt in klassischer RPG-Manier mit dem Aufeinandertreffen unserer Gruppe in einer Taverne. Hier wählt jedes Teammitglied einen von sechs spielbaren Charakteren aus - vom tankigen Eisbären bis zur musikalischen Fledermaus ist der Grundstock jedes guten Klassen-RPGs bedient:

Die Heldenauswahl in Sunderfolk. Quelle: Secret Door Der Feuersalamander macht seinem Namen als Pryromancer alle Ehre, wirft Feuerbälle und zündet alles an, was ihm in die Quere kommt. Für Musik sorgt eine Fledermaus, die als Bard ihre Verbündeten buffen und Gegner nerfen kann und selbst mit ihrer Laute austeilt.

Ein Wiesel schleicht sich schnell und leise als Rogue zwischen die Gegner, um ihnen mit seinen zwei Dolchen ordentliche Hiebe zu verpassen. Mit Pfeil und Bogen erledigt eine Ziege als Ranger ihre Gegner aus der Entfernung, ohne sich Hals über Kopf ins Geschehen zu stürzen.

Der Rabe lebt sein Arcanist-Dasein ganz ohne Waffen. Einzig mit seinem Zauberbuch im Gepäck, fliegt er über das Feld und verhext Teammitglieder und Feinde. Brutal und widerstandsfähig prügelt sich ein Eisbär als Berzerker durch die Gegner. Er kann einstecken und austeilen, was ihn zum perfekten Köder für Ablenkungsmanöver macht.

Da sich dieser Artikel auf die Alpha-Version von Sunderlands bezieht, besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Charakterauswahl in DLCs oder den späteren Beta- und Release-Versionen um weitere Tierprofile erweitert wird.

Als Wächter des Dorfs Arden müssen wir nun unserer Berufung nachkommen und für die Sicherheit eurer Mitbürger sorgen. Außerhalb der Stadtmauern lauern alle möglichen fantastischen Gefahren, gegen die wir in kleineren Missionen vorgehen, die sich gut auf mehrere Spielsitzungen aufteilen lassen.

  1. Seite 1 Sunderfolk: Das Revival des Tabletops
  2. Seite 2 Sunderfolk: Die Sunderlands und ihre Bewohner
  3. Seite 3 Sunderfolk: Diplomatie auf und vor dem Bildschirm
  4. Seite 4 Sunderfolk: Zieh' eine Karte
  5. Seite 5 Sunderfolk: Tabletop mit Smartphones, kann das gut gehen?
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