Stronghold Crusader Definitive Edition im Test: Das gelobte Land für Strategiefans?
Test
Über 20 Jahre nach dem Release des Originals kehrt Stronghold Crusader mit einer Definitive Edition zurück. Wir haben uns etwas genauer angeschaut, was das Remaster kann.
Im Jahr 2002 schickte uns Firefly Studios das erste Mal in die Wüste von Stronghold Crusader. Während das erste Stronghold im Herzen noch ein City Builder war, hatte Crusader schon mehr von einem Echtzeitstrategiespiel. Das Setting war nun die Levante zur Zeit der Kreuzzüge. 2014 versuchte Firefly, das Spielprinzip mit Crusader 2 in ein 3D-RTS zu übertragen. Der Ableger war aber nicht so beliebt wie das Original, das für einige Fans bis heute das beste Stronghold ist. Ein guter Grund also, sich den Klassiker im Jahr 2025 mit der Definitive Edition anzuschauen.
Bevor wir mit den Neuerungen ins Detail gehen, fassen wir noch einmal kurz das Spielprinzip zusammen: In Crusader bauen wir Burgen im Heiligen Land, verteidigen sie und erobern andere. Dafür benötigen wir Einheiten, die wir in Ausbildungsgebäuden rekrutieren. Europäische Einheiten wie Ritter und Armbrustschützen erfordern eine eigene Produktion von Waffen und Rüstungen, dafür kosten arabische Söldnereinheiten wie berittene Bogenschützen deutlich mehr Gold.
Um Ressourcen zu gewinnen, benötigt man neben dem Militärteil eine funktionierende Wirtschaft. Neueinsteiger müssen aber nicht verzweifeln. Die wichtigsten Mechaniken werden in einem Tutorial erklärt und die ersten paar Missionen spielen sich noch sehr gemächlich.
In diesem Artikel
Die Wüste war noch nie so schön wie jetzt
Während spielmechanisch im Kern alles beim Alten geblieben ist, hat sich bei der Grafik einiges getan. Schon auf den ersten Blick ist das Remaster deutlich hübscher als die 2012 erschienene HD Edition von Crusader. Viele der Texturen wurden komplett überarbeitet. Das fällt vor allem auf, wenn man sich die Gebäude genauer anschaut. Erstmals ist auch ein stufenloser Zoom möglich, der das Spielen deutlich angenehmer macht.
Die Einheiten variieren jetzt etwas mehr bei ihrem Aussehen, Pferde haben etwa unterschiedlich Farben. Es sind auch komplett neue Assets dazugekommen, wie zum Beispiel Wüstenruinen. Das sind nette Ergänzungen, die optisch etwas Abwechslung bringen. Ebenfalls ein gelungenes Detail: als arabischer Burgherr baut man nun keine Kirchen mehr, sondern richtige Moscheen. Wie aber schon bei der Stronghold Definitive Edition ist es unter der Oberfläche immer noch dasselbe alte Spiel, man darf also keine Next-Gen-Grafik erwarten.
Quelle: PC Games
Bei der Grafik hat sich einiges getan: Die neuen Gebäude sind sehr detailliert.
Neue Einheiten und Missionen
Was hingegen komplett neu ist, sind die Einheiten in der beduinischen Palisade, dem neuen Ausbildungsgebäude. Pioniere können beispielsweise sehr schnell gegnerische Gebäude zerstören und sind passabel im Nahkampf. Der Lauerer, im Grunde eine stärkere Version der alten Feuerwerfer, besitzt eine Tarnfähigkeit, kostet aber sehr viel Gold. Die Schweren Kamele sind mit zwei Kämpfern gleichzeitig ausgestattet und beherrschen sowohl Nah-als auch Fernkampf. Die neuen Einheiten fügen sich gut in das Spiel ein, allerdings wirken sie in manchen Situationen sogar etwas zu stark.
Quelle: PC Games
Neben den klassischen Skirmish-Missionen gibt es jetzt auch einen Koop-Pfad.
Das Herzstück des Spiels sind die Skirmish-Missionen. Dieser Teil des Spiels erfordert die meiste Zeit und Geduld, denn die Missionen werden nach und nach immer schwerer. Während wir am Anfang noch mit Verbündeten kämpfen, stehen wir in den späteren Missionen allein gegen mehrere Gegner da.
Zu den Originalpfaden aus den alten Versionen kommt nun der "Sand der Zeit"-Pfad, in welchem es darum geht, Missionen in einer bestimmten Zeit abzuschließen. In der ersten Mission kämpfen wir etwa auf der Seite der Ratte gegen drei Nomaden. Der Schlüssel hierbei ist, sich erst eine Verteidigung aufzubauen, da die Gegner sehr früh angreifen. Zudem gibt es einen neuen Koop-Pfad, in dem wir zu zweit gegen KI-Gegner spielen. Generell sollte man sich darauf einstellen, bei den Missionen oft neu zu starten. Das kann frustrierend sein, aber es macht auch Spaß, Strategien zu optimieren.
