Über 20 Jahre nach dem Release des Originals kehrt Stronghold Crusader mit einer Definitive Edition zurück. Wir haben uns etwas genauer angeschaut, was das Remaster kann.
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Die neuen KI-Burgherren
Neben neuen Einheiten und Missionen kommen auch neue Burgherren ins Spiel. Insgesamt vier neue KI-Lords kommen mit der Definitive Edition dazu. Der Nomade ist vermutlich der schwächste der neuen Burgherren, aber trotzdem nicht zu unterschätzen. Denn er setzt seine Gegner früh unter Druck, indem er sie mit Scharmützlern und Kamelreitern angreift.
Der Wächter ist eine eher defensiv starke KI. Er baut gewaltige Burgen mit Armbrustschützen auf den Türmen. Die Kahinah setzt gerne Eunuchen ein, die ziemlich stark im Nahkampf sind. Das Juwel verwendet vor allem Ritter und Schwertkämpfer. Die neuen Gegner sind spannend und haben sehr interessante Designs. Die Kämpfe kamen uns knifflig vor, bisher aber nie unfair.
Die Kampagnen lohnen sich
In den sechs historischen Kampagnen, die sich an realen Ereignissen orientieren, spielen wir mal die Perspektive der Kreuzritter und mal die der arabischen Fürsten. Hinzugekommen sind zwei neue Kampagnen, welche die Fraktion der Beduinen einführen und die Kreuzzüge in Ägypten thematisieren. Für die meisten Missionen kann man einen von fünf Schwierigkeitsgraden auswählen. Der höchste ist aber wirklich bockschwer und nur für absolute Stronghold-Experten zu empfehlen. Für den Einstieg empfehlen wir, auf "normal" zu spielen, was immer noch anspruchsvoll ist.
Die Missionen sind schön gestaltet, erzählerisch ist hier aber keine Meisterleistung zu erwarten. Allerdings dürften sie sehr interessant sein, wenn man sich ein bisschen für Geschichte begeistern kann. Einige der Kreuzritter-Burgen stehen heute noch, wie zum Beispiel Krak des Chevaliers im heutigen Syrien. So eindrucksvoll wie das Original lässt sich die Burg leider im Spiel nicht nachbauen, hierfür reichen die technischen Möglichkeiten des alten Spiels einfach nicht aus.
Quelle: PC Games
In der Kampagne erobern wir mit einer festgelegten Truppenanzahl gegnerische Festungen.
Endgegner Technik besiegt?
Und apropos Technik: In der HD-Edition von Crusader war die Technik noch ein häufiger Stolperstein. Beispielsweise gab es noch keinen Steam-Multiplayer. Partien mit anderen Spielern mussten über externe Tools wie GameRanger gestartet werden, die ein virtuelles lokales Netzwerk erstellten. Die Modding-Community entwickelte irgendwann eigene, inoffizielle Patches, die zum Beispiel das Balancing anpassten oder eigene KIs hinzufügten.
Was immer für Probleme sorgte, waren die zu kleinen Karten. Die Burgen standen alle sehr nah beieinander, was schnell zu einem echten Chaos führen konnte. Hier legt die Definitive Edition deutlich nach, wo wir auf bis zu viermal größeren Maps spielen können. Und siehe da: Es macht viel mehr Spaß, wenn sich nicht sofort die Starttruppen der gegnerischen Burgen beschießen. Ein automatisierter Markt, ein höheres Einheitenlimit sowie Unterstützung für Steam-Multiplayer und -Workshop sind zudem Quality-of-life-Features, die das Spiel dringend benötigt hat.
Quelle: PC Games
Jetzt gibt es endlich viel größere Karten. Yay!
Die Zukunft von Stronghold Crusader
Wie Firefly bereits angekündigt hat, werden das auch nicht die letzten neuen Inhalte für die Definitive Edition gewesen sein. Die Roadmap verrät, dass im Herbst und im Winter jeweils ein größeres, kostenloses Update und ein bezahlter DLC folgen werden. Das erste Update soll unter anderem eine Wirtschaftskampagne enthalten, was es in Crusader bisher nicht gab. Außerdem sollen weitere KI-Burgherren und Skirmish-Missionen dazukommen. Auf der TaktiCon, einer digitalen Messe für Strategiespiele, wurden bereits zwei der neuen KIs vorgestellt: das Krokodil und der Kanarienvogel.
Quelle: PC Games
Die Roadmap kündigt die kommenden Inhalte für Crusader an.
Fazit
Auch im Jahr 2025 ist Stronghold Crusader kein perfektes Spiel. Die alte Technik macht sich immer noch bemerkbar, auch wenn das Spiel deutlich aufgehübscht wurde. Was die Komplexität angeht, kann Crusader auch nicht mit anderen RTS-Titeln wie Age of Empires mithalten, was es weniger kompetitiv macht. Wenn es um die Schwierigkeit geht, bewegt sich das Spiel auf einem schmalen Grat zwischen anspruchsvoll und unverschämt schwer.
Meinung
Für viele Fans wird aber genau das die Crusader-Erfahrung sein, die sie erwarten. Insgesamt traut sich die neue Definitive Edition mehr als die des ersten Strongholds (2023), das damals abgesehen von der Grafik fast unangetastet blieb. Die vielen kleinen Neuerungen ergeben Sinn und machen das Spiel einfach um einiges runder. So kann ein Remaster aussehen!
