Star Wars: Zero Company - Spannende Story trotz sterbender Charaktere, geht das?
Special
Bei Star Wars: Zero Company haben sich die Entwickler gegen Plot-Armor und für Permadeath wichtiger Charaktere entschieden. Doch wie genau funktioniert das?
Wir kennen das alle aus unzähligen Spielen, Filmen, Serien, Büchern oder wo auch sonst der Mensch eigene Geschichten erfindet. Wenn ein Charakter eine wichtige Rolle in der Handlung spielt, oder auch nur, wenn er sehr beliebt ist, statten die Autoren diese Figuren gerne mit der sogenannten Plot-Armor aus. Also egal, was diesen Charakteren in der Geschichte widerfährt, und sei es noch so gefährlich, auf irgendeine Weise schaffen sie es, da lebend herauszukommen.
Die Story muss schließlich weitergehen und die betreffende Person wird dafür eventuell noch gebraucht. Vor diesem Hintergrund waren wir gespannt, wie es die Autoren von Star Wars: Zero Company lösen, nachdem sie schon bei der Ankündigung des Spiels vorgefertigte, storyrelevante Charaktere vorgestellt haben.
Denn eigentlich leben Spiele wie XCOM ja davon, dass unsere Kämpfer jederzeit im Einsatz sterben können und wir dadurch wertvolle Erfahrung verlieren. Wie sich bei unserem exklusiven Studiobesuch herausgestellt hat, gibt es diese Gefahr auch für die Charaktere in Zero Company. Lediglich Hauptcharakter Hawks verfügt über Plot-Armor. Darüber, wie das genau funktioniert, haben wir mit den Entwicklern von Bit Reactor gesprochen.
Quelle: Electronic Arts / Lucasfilm
Während der taktischen Gefechte müssen wir klug agieren, um unsere vier Kämpfer am Leben zu erhalten.
Permadeath für (fast) alle
Die Idee, dass auch alle storyrelevanten Charaktere sterben können, war dabei im Entwicklerteam nicht unumstritten. Das erklärt uns der Narrative und Cinematic Director Aaron Contreras. Für ihn war diese Entscheidung zunächst eine schwer zu schluckende Pille gewesen. Schlussendlich ist er aber froh, dass sie so getroffen wurde.
Zum Glück hätte sich zu diesem Zeitpunkt die Geschichte bereits in eine Richtung entwickelt, mit der sich der neue Plan gut umsetzen ließ. Zentraler Dreh- und Angelpunkt der Erzählung war schon damals Hawks, aus dessen Perspektive die Ereignisse von Zero Company erzählt werden. Deshalb ist dieser Charakter auch von dem sonst allgemeingültigen Permadeath ausgenommen.
Wie es Aaron Contreras beschreibt, wird der Rest des Teams daher bewusst ein wenig "amorph und situationsabhängig" gehalten. Schließlich muss die gesamte Geschichte des Spiels auch mit vom Spieler selbst erstellten Kämpfern funktionieren.
Quelle: Electronic Arts / Lucasfilm
Die Jedi-Padawan Tel-Rea spielt eine wichtige Rolle, als sie erstmals in Erscheinung tritt. Danach kann sie aber genau wie alle anderen Gefährten jederzeit sterben.
Starker Einstiegsimpuls
Trotzdem mussten die Entwickler natürlich sicherstellen, dass die Charaktere im Spiel sich nicht anfühlen, als würden sie gar keine Rolle spielen. Der Schwerpunkt ihrer Relevanz für die Story liegt daher vor allem bei ihrer Einführung. Während unserer Anspielsession im Studio haben wir das am Beispiel von Jedi-Padawan Tel-Rea erlebt.
Als wir erstmals auf sie treffen, spielt sie eine elementare Rolle beim Fortschritt der Haupthandlung. Während dieser ersten Mission müssen wir daher auch unbedingt ihr Überleben sicherstellen. Doch danach gibt es für sie keinen Schutz mehr.
Trotzdem geht durch den Tod eines solchen Charakters durchaus etwas verloren. Wir können zwar die Hauptstory auch ohne sie weiter vorantreiben. Aber die persönlichen Geschichten der einzelnen Figuren finden dann keinen Abschluss. Die Mandalorianerin Cly schließt sich unserem Team unter anderem an, damit wir ihr bei der Aufspürung von schwer auffindbaren Zielpersonen helfen. Verlieren wir die Kämpferin im Verlauf des Spiels, bleibt dieser Story-Strang unvollendet.
Lesetipp: Hier findet ihr alle bisher erschienenen Artikel zu unserem exklusiven Studiobesuch bei Star Wars: Zero Company:
- Exklusiv angespielt! Mehr als nur XCOM mit Lichtschwertern
- Wir haben es gespielt! Stellt uns eure Fragen zur Taktikhoffnung
- Bit Reactor und ihre Vision von guter Story trotz tiefgründigem Gameplay
- Die Rolle von Vince Zampella bei der Entstehung des Projekts
- Nicht nur XCOM-Kopie, sondern Weiterentwicklung des Genres
- Wie ein neues Star-Wars-Spiel seine eigene Identität findet
- Permadeath und zyklischer Ablauf geben Zero Company die Würze
- Die Gruppendynamik wurde von Star Wars: Rebels inspiriert
- Der Krieg unter dem Krieg: Ein neuer Blick auf die Klonkriege
- Herausforderungen wie Jedi und die richtigen Squad-Größe
Star Wars: Zero Company wird von Bit Reactor in Kooperation mit Respawn Entertainment und Lucasfilm Games entwickelt. Vertrieben wird das Spiel von Electronic Arts. Erscheinen soll das Rundentaktikspiel 2026 auf PC, Playstation 5 und Xbox Series S/X. Transparenzhinweis: Zur Erstellung dieses Artikels hat Publisher Electronic Arts Reise und Übernachtung zum Studiobesuch bezahlt.
