Mächtige Jedis können den Gegnern Lebensenergie entziehen.
Altbewährtes Kampfsystem
Im zweiten Teil kommt wieder das rundenbasierte Kampfsystem zum Einsatz, bei dem jede Spielfigur während einer Runde eine Aktion ausführen darf. Durch Drücken der schwarzen Taste wird dabei zwischen den maximal drei an der Ausei-nandersetzung teilnehmenden Charakteren hin und her gewechselt. So können stets die spezifischen Stärken der Partymitglieder eingesetzt werden, die sich teilweise enorm voneinander unterscheiden. Je nachdem ob ein Charakter eher mit dem Umgang von Nahkampfwaffen (Schwerter, Stäbe etc.) oder Schusswaffen (Pistolen, Gewehre etc.) vertraut ist, gilt es, unterschiedliche Angriffsbefehle zu erteilen. Charaktere, die mit der Macht vertraut sind, dürfen natürlich auch wieder Machtattacken ausführen, die unter Umständen besonders stark sind. Neu hinzugefügt wurden die elf verschiedenen Lichtschwerter-Kampfstile, von denen ein Jedi maximal sieben gleichzeitig lernen kann. Durch sie verändern sich die Angriffs- und Verteidigungsfähigkeiten des Jedis. Hat er im Gefecht zum Beispiel den Kampfstil "Ataru" ausgewählt, kann er gegen einzelne Feinde besonders effektiv vorgehen, ist aber gleichzeitig gegen den Beschuss von Lasersalven sehr anfällig. Daher gilt es, je nach Situation zu entscheiden und den jeweils passenden Stil auszuwählen. Nach den Kämpfen bekommt man wieder die obligato-rischen Erfahrungspunkte. Hat man eine bestimmte Anzahl von Erfahrungspunkten erreicht, darf der Cha-rakter aufgewertet werden.
Zehn Freunde sollt ihr sein
Was Knights of the Old Republic im Vergleich zu vielen anderen Rollenspielen so einzigartig gemacht hat, ist natürlich auch bei KotOR II wieder vorhanden: die Möglichkeit, während des Abenteuers gut oder böse zu handeln. Hilft man den Menschen bei ihren Problemen oder stellt sich in Unterhaltungen freundlich und spendabel, wird man vom Volk verehrt und entwickelt sich zum Parade-Jedi. Verhält man sich dagegen egoistisch und legt keinen Wert auf das Leben anderer Menschen, driftet man schnell zur dunklen Seite der Macht ab. Je nachdem wie man sich in den einzelnen Situationen entscheidet, entwickelt sich die Geschichte des Spiels unterschiedlich weiter. Die eigenen Entscheidungen haben auch wieder Auswirkung auf die Einstellung der rest-lichen Partymitglieder. Allerdings haben sämtliche Charaktere eine bestimmte Grundeinstellung (gut oder böse) und sind dementsprechend schwer vom Gegenteil zu überzeugen. Das Charakterdesign ist ausgezeichnet. Jedes (der maximal neun) Partymitglieder hat eine eigene, interessante Geschichte zu erzählen und fügt sich hervorragend in das Abenteuer ein.
Unverschämte Ruckler
Absolut unverständlich ist indes die grafische Umsetzung von KotOR II: The Sith Lords. Obwohl Obsidian Entertainment die gleiche Grafik-Engine verwendet wie beim ersten Teil, sieht das Ergebnis jetzt eindeutig schlechter aus. Nicht nur, dass die Umgebungsgrafik in vielen Bereichen detailärmer ist als beim Vorgänger (gerade die Texturen in den Innenlevels sind sehr schwach), der Titel kämpft jetzt auch mit einer stellenweise katastrophalen Bildwiederholungsrate. In einigen Kämpfen geht diese dermaßen in die Knie, dass man meinen könnte, einen Diavortrag anzuschauen! Dieses riesige Manko können auch die an sich netten Lichteffekte und die wirklich hübschen Außenlevels nicht mehr ausgleichen.
Grandioser Sound
Glücklicherweise sieht die Sache beim Sound ganz anders aus. Sowohl die Musik als auch die Sound-effekte sind absolute Spit-zenklasse. Die orchestrale Musikuntermalung im bekannten John-Williams-Stil begeistert von der ersten Minute an und passt perfekt zum Ambiente des Spiels. Die Soundeffekte stehen dem in nichts nach: Wenn der Klang von aufeinander krachenden Laserschwertern oder abgefeuerten Lasersalven aus den Boxen hallt, kommt richtiges Star Wars-Feeling auf! Abgerundet wird dieses Sounderlebnis von der hervorragenden Sprachausgabe. Die zahlreichen Dialoge klingen stets interessant und äußerst abwechslungsreich. Die deutsche Synchronisation ist dabei sehr gut geworden - weit besser als noch im ersten Teil. In einem wahren Mammutprojekt (es galt, einige tausend Sprachsamples neu zu sprechen) wurde das Flair der englischen Originalversion ausgezeichnet ins Deutsche übertragen.
