Keinve Levine: Der Vater von Bioshock, System Shock 2, Thief und Co.

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Keinve Levine: Der Vater von Bioshock, System Shock 2, Thief und Co.
Quelle: Playstation Blog

Ken Levine gilt nicht nur als Konzeptionsgenie hinter Spielen wie Thief oder System Shock 2, sondern schuf auch die millionenfach verkaufte Bioshock-Reihe. Wir blicken auf seine bisherige Laufbahn zurück und stellen dabei auch vieler seiner Ideen vor, die es nie zur Marktreife schafften.

Besserung tritt zum gewissen Grad ein, als Levine ab Januar 2012 von Jordan Thomas, seines Zeichens Kreativdirektor von Bioshock 2, unterstützt wird. Zusammen müssen sie harte Entscheidungen treffen, um die wuchernde Größe ihres Projekts in den Griff zu bekommen. Eine Entscheidung ist, den bereits länger in Entwicklung befindlichen Mehrspieler-Part (zusammengesetzt aus einer Tower-Defense-Variante und einem Vier-Spieler-Koop-Modus) restlos zu streichen. Einige Monate später kommen außerdem noch Produzent Don Roy und der sehr erfahrene Rod Fergusson hinzu, der zuvor schon mehrere Spiele mit holpriger Entwicklung zurück auf die Spur gebracht hatte, beispielsweise Gears of War 1 und 2 und Bulletstorm. Was folgt, sind weitere Content-Kürzungen - ein Bericht von Polygon spricht von Material, das für fünf bis sechs weitere Spiele (!) gereicht hätte.

Letztendlich führen diesen Entscheidungen, kombiniert mit einer überaus ungesunden Portion an Crunchtime, dazu, dass Bioshock Infinite Anfang 2013 nach über fünf Jahren Entwicklungszeit endlich fertiggestellt wird. Es erscheint am 26. März 2013 für Playstation 3, Xbox 360 und Windows-PCs. Während zahlreiche Mitarbeiter aus Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen das Studio kurz nach der Veröffentlichung verlassen, jagt im Netz bereits eine Traumwertung die nächste.

Allen Widrigkeiten zum Trotz haben es Ken Levine und sein fragiles Team geschafft, ein neues First-Person-Meisterwerk abzuliefern - für viele Kritiker sogar eines der besten Spiele dieser Generation. Gelobt werden dabei nicht nur das wunderschöne Setting Columbia und die aufwühlenden, dort stattfindenden gesellschaftlichen Konflikte, sondern auch das Zusammenspiel zwischen Protagonist Booker DeWitt und der sehr glaubhaft und menschlich inszenierten Elizabeth, die der Held sicher aus der Wolkenstadt geleiten soll.

Bioshock Infinite: Burial at Sea Quelle: Irrational Games Bioshock Infinite: Burial at Sea Kritik müssen sich die Entwickler indes für die teils übertriebene Gewalt gefallen lassen. Dennoch: Die Umsätze von Bioshock Infinite übertreffen am Ende alle Erwartungen. Bereits im Mai 2014 kann 2K Games sechs Millionen Verkäufe vermelden; ein Jahr später ist die Marke von elf Millionen geknackt.

Nach der Veröffentlichung kümmert sich Levine in der Rolle des Spieldirektors noch um die zweiteilige Erweiterung Burial at Sea, die Spieler erneut nach Rapture verschlägt - allerdings vor den Ereignissen des ersten Bioshock-Spiels. Ihr wollt heute noch mal in reinspielen? Dann empfehlen wir euch die Complete Edition von Bioshock Infinite, die alle DLC-Inhalte vereint.

Irrational Games wird zu Ghost Story Games

Am 18. Februar 2014, knapp sechs Wochen, bevor Episode 2 von Burial at Sea erscheint, trifft Levine außerdem eine folgenschwere Entscheidung, die ihm wahrlich nicht leichtfällt.

Er trommelt sein gesamtes Team zusammen und verkündet, dass Irrational Games aufgelöst und in Ghost Story Games transformiert wird. 75 Mitarbeitende müssen im Zuge der Umstrukturierung gehen.

Judas Quelle: Ghost Story Games Judas Den Cut begründet Levine damit, dass ihm die Koordination eines solch großen Projekts am Ende komplett über den Kopf gewachsen sei und er sich wünschte, wieder mit einem fokussierteren Team und flacheren Strukturen zu arbeiten. Die Bioshock-IP überlässt 2K daraufhin dem US-Entwickler Hangar 13.

Nach dem Irrational-Aus wird es erst einmal eine Zeit lang ruhig um Ken Levine und Ghost Story Games. Erst im Januar 2015 verrät der Story-Virtuose, dass er an einem neuen Science-Fiction-Spiel mit Ego-Perspektive arbeitet. Zwei Jahren später erfahren die Fans, dass dabei eine vom Nemesis-System aus Mittelerde: Mordors Schatten inspirierte Mechanik zum Einsatz kommen soll.

Außerdem sickert durch, dass Levine Spieler in seinem nächsten Werk nicht mehr so sehr an die Hand nehmen möchte und anstrebt, eine Geschichte zu erschaffen, die einen sehr hohen Wiederspielwert bietet.

Mittel zum Zweck ist ein Gameplay- und Erzählkonzept, das er selbst bereits im Jahr 2014 als "Narrative Legos" auf der Game Developers Conference vorstellt. Es soll letztendlich in einer nicht linearen Geschichte resultieren, die sich passend zu den Handlungen des Spielers verändert.

Klingt zweifelsohne richtig spannend. Doch ob all das am Ende funktioniert, bleibt abzuwarten. Fakt ist aber, dass das erste Werk von Ghost Story Games seit den Game Awards 2022 kein Gespenst mehr ist, sondern Judas heißt, auf einer Weltraumstation spielt und im ersten Trailer einen vielversprechenden Eindruck hinterlässt. Erscheinen wird Judas aber wohl frühestens im Jahr 2025. Wir jedenfalls freuen uns sehr drauf und hoffen, dass der heute 57-jährige Ken Levine sein famoses Storytelling-Talent einmal mehr unter Beweis stellen kann.

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