Ski Racing 2005 feat. Hermann Maier

Test Christian Schönlein

Ski Racing 2005 feat. Hermann Maier Es gibt Spiele, die sind ungemein schwer zu bewerten, weil es kaum Vergleichstitel gibt. Ski Racing 2005 feat. Hermann Maier ist so ein Titel. Anders als beim arcadelastigen und leicht zugänglichen Snowboard-Racer SSX3 handelt es sich hier nämlich vielmehr um eine realistische Simulation von Slalom, Downhill und Super G. Nicht zuletzt deswegen ist der Titel hauptsächlich für Fans des alpinen Skisports interessant. Die haben jetzt endlich die Chance, selber in die virtuellen Skistiefel zu steigen und die originalgetreu ins Spiel übertragenen, internationalen Weltcup-Pisten hinunterzujagen.

Die leibhaftige Pistensau
Dazu kreieren Sie sich zu Spielbeginn erst einmal einen Skifahrer, den Sie sich individuell mit einer Kombination verschiedener Anzüge, Helme und Gesichtsformen erstellen dürfen. Dann geht's auch gleich zu den Abfahrten. Gameplaytechnisch bieten diese freilich nicht so viele Möglichkeiten wie das bereits erwähnte Arcade-Rennspiel SSX 3. Nach links und rechts einlenken, beschleunigen und bremsen sowie Carving reichen aber absolut aus, um ein realistisches Spielgefühl zu vermitteln. Allerdings klingt das einfacher, als es dann tatsächlich ist. Das liegt zum einen daran, dass man anfangs naturgemäß etwas weniger risikofreudig fährt und sich erst einmal etwas an die Steuerung gewöhnen muss. Wenn man sich dann eingespielt hat, nimmt man die Fähnchen aber schon etwas enger und jagt auch mal mit 160 Sachen einen Abhang runter. Zum anderen ist Ihr Fahrer zu Beginn des Spiels noch arg unerfahren. Das ist in einer kleinen Übersichts-tabelle ablesbar, die Einblick in die Fähigkeiten des zukünftigen Pistenkönigs gewährt. Werte wie Höchstgeschwindigkeit und Wendigkeit nehmen aber mit jeder Fahrt zu. Während Sie im ersten Weltcup also noch auf den hinteren Rängen versauern, klettern Sie mit zunehmender Spielzeit die Erfolgsleiter weiter nach oben. Die sich daraus ergebende Erfolgs- und Lernkurve ist zwar etwas lang, erweist sich aber als sehr moti-vierend und spornt zum Weiterspielen an.

Schneeblind
Die technische Umsetzung kann leider nicht ganz mit dem realitätsnahen Gameplay mithalten. Die Charakter-Modelle sind beispielsweise recht steif. Bei Stürzen hingegen kommt die Ragdoll-Technologie zum Zuge, bei der Körperteile einzeln animiert werden - bei spektakulären Stürzen sieht das aber nicht wirklich realistisch, sondern oft nur ungewollt komisch aus. Die Soundkulisse kann das leider auch nicht wettmachen, dazu ist sie einfach zu unspektakulär. Nicht einmal Kommentatoren hat man dem Spiel gegönnt. Dadurch fällt auch die Präsentation recht trocken aus. Für die nächstjährige Version des Spiels würden wir uns hier ein wenig mehr "Live-Übertragungs-Feeling" wünschen. Als Ausgleich hat man dafür an Xbox-Live-Support gedacht. In Online-Rankings können Sie Ihre Bestzeiten mit denen anderer Fahrer vergleichen. Sogar ein Content-Download-Button lacht uns aus dem On-line-Menü entgegen. Hier werden sich Skisportfans in Zukunft neu gesteckte Kurse herunterladen können. Für neue Herausforderungen wird somit stets gesorgt sein.

Bildergalerie

Wertung zu Ski Racing 2005 featuring Hermann Maier (XB)

Wertung:

77 /10
Fazit

Etwas trocken präsentierte Ski-Simulation. Für Fans der Sportart aber ein längst überfälliger Titel.

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