Arnold Schwarzenegger ist nicht der einzige Österreicher, der außerhalb Europas einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Im Wintersportbereich ist Hermann Maier alias "Herminator" spätestens seit den zwei Goldmedaillen, die er bei den Olympischen Spielen in Nagano gewann, als Ski-Wunder bekannt. Da wurde es ja wirklich mal Zeit, ein Skisportspiel mit dem sympathischen Ski-Ass auf den Markt zu bringen.
Feuer und Eis Kernpunkt des Spiels ist der Aufbau einer Karriere, die vom letzten Platz der Weltrangliste bis zur Spitze führt. Zuerst bastelt man sich einen Skifahrer nach eigenen Wünschen zusammen. Das Angebot an Skiern, Trikots, Brillen und ähnlichem Zubehör ist beachtlich und lässt keine Wünsche offen. Bevor man sich auf die Bretter schwingt, wollen die Skier noch gewachst werden; hier freuen sich Skifans über eine große Auswahl an Wachsarten. Danach geht man von der Schweiz über Deutschland bis hin zu Kanada auf diversen Pisten an den Start. Die Disziplinen sind dabei in vier verschiedene Kategorien unterteilt: Abfahrt, Slalom, Riesenslalom und Super-G. Nach einem kurzen Countdown geht es dann die schnee-bedeckten Hügel herunter. Die Steuerung des Sportlers geht gut von der Hand; mit zwei Tasten wird die Geschwindigkeit geregelt, zwei Tasten dienen zum heftigen Umwedeln der Hindernisse und um bei Sprüngen nicht die Kontrolle zu verlieren, kann man mittels der X-Taste kurzzeitig aus der Hocke aufstehen. So rast man mit beachtlicher Geschwindigkeit die Pisten herunter und versucht, eine Bestzeit herauszuholen. Leider sind die Slalom-Events aufgrund einer ungenauen Kollisionsabfrage mit einem gewissen Frustfaktor versehen. Wenn man ein Fähnchen nur knapp streift, sieht man seine Figur schon meterweit durch die Luft fliegen und ist natürlich sofort disqualifiziert.
Stürzen wie der Herminator
Die Sturzsequenzen sind dabei an den berühmten "Supersturz" von Hermann Maier angelehnt: Der Sportler überschlägt sich dutzende Male, wobei man oft den Eindruck hat, dass dabei durchaus ein paar Knochen zu Bruch gehen. Ist man des Karriere-Modus überdrüssig, kann man sich bei der Time-Attack an neuen Bestzeiten versuchen, gespeicherte Wiederholungen ansehen oder sich mit einem Event-Editor eigene Meisterschaften zusammenbasteln. Auch an die Mehrspielerfreuden wurde gedacht: Mit bis zu acht Mitstreitern geht man nacheinander an den Start und liefert sich launige Zeitschlachten. Die optische Präsentation des Spiels kann leider nicht ganz mit dem guten Gameplay mithalten. Abgesehen von einem latenten Kantenflimmern sind die Texturen des Schnees und der Randbebauungen sehr detailarm; einzig die Gesichter der Fahrer sind gut gelungen. Außerdem sehen sich die Pisten alle sehr ähnlich und die Weitsicht ist nicht gerade umwerfend. Die Audiopräsentation geht in Ordnung: Das Knirschen des Schnees und das Bimmeln von Kuhglocken lässt Winteratmosphäre aufkommen. Auf Kommentatoren wurde jedoch gänzlich verzichtet.
