Silent Hill 3

Test Wolfgang Fischer

Deratige Monster begegnen Heather ständig. Deratige Monster begegnen Heather ständig. Shakespeare, Mathe und Tarot
Wie die Kämpfe können auch die Rätsel (beziehungsweise deren Schwierigkeitsgrad) den Bedürfnissen jedes Spielers angepasst werden. Von der jeweiligen Schwierigkeitsstufe sind jedoch nur die "Denksportaufgaben" im Spiel betroffen. Ein Beispiel: Ein paar Bücher müssen in der richtigen Reihenfolge in ein Regal eingeräumt werden. Auf der einfachsten Stufe müssen nur zwei von fünf Büchern richtig platziert werden, auf "Mittel" alle fünf wobei die Reihenfolge nicht allzu schwer zu erraten ist. Auf "Schwer" hingegen stellt das Rätsel ein echtes Problem dar, da die Lösung aus einer literarischen Notiz hergeleitet werden muss. Je höher die Stufe, desto weniger Hinweise auf die Lösung eines Problems erhält der Spieler. Beim recht simplen Gros der Rätsel sind diese Hinweise auch nicht unbedingt vonnöten, da Sie einem recht simplen Schema folgen und auf allen Schwierigkeitsgraden gleich sind. Auch hier ein Beispiel zur Verdeutlichung: Um an einen Schlüssel zu kommen, der mit bloßen Händen nicht zu erreichen ist, muss Heather ein passendes Werkzeug finden. Wer sich in den zugänglichen Räumen gut umschaut, wird zwangsläufig über eine Brotzange stolpern, die sich perfekt eignet. Voila, schon hat man den Schlüssel. Die Standardrätsel sollten also niemanden, der gründlich spielt, allzu lange aufhalten. Zudem werden interessante Stellen auf der Karte mit einem Kreis markiert. So weiß man, dass hier noch etwas zu erledigen ist. Ebenfalls auf dem Plan vermerkt sind die geschickt über die Levels verteilten Speicherpunkte und alle Türen, passierbar oder nicht.

Blut! Blut! Alles voller Blut!
Silent Hill 3 ist ein Titel, der nicht nur inhaltlich und spielerisch allererste Sahne ist. Auch Grafik und Sound stehen dem Gameplay in nichts hinterher. Angefangen bei der erstklassigen Musik von Akira Yamaoka, die vor allem in den Zwischensequenzen zu hören ist, bis hin zu den ebenfalls genialen Soundeffekten. Die Levels sind erfüllt von Kreischen, Stöhnen, Weinen, Schmatzen und anderen grusligen Geräuschen. Dazu kommt das unvermeidliche Rauschen des Radios, welches wie gewohnt als eine Art Frühwarnsystem dient. An den Monstern durften sich die Designer des Spiels so richtig austoben. Besonders widerlich sind die in der Einleitung beschriebenen Hunde oder die deformierten Krankenschwestern, die der Heldin mit Eisenstangen zu Leibe rücken. Die Gegner passen aber so richtig zu den kranken Spielabschnitte, die im Laufe des Spiels immer spektakulärer und abgedrehter werden. Oft hat man den Eindruck, dass das Blut, welches Böden, Wände und Decken bedeckt, gar ein Eigenleben hat. Selbst die besten Screenshots können diesen Effekt nicht so gut einfangen wie ein entsprechendes Video. Daher sollten Sie auf keinen Fall den Test des Monats auf unserer DVD verpassen. Dieser verschafft Ihnen einen optimalen Eindruck von der erstklassigen Grafik des Spiels. Erstklassig sind auch die Zwischensequenzen, in denen deutlich wird, wie viel Mühe ins Design der Hauptpersonen geflossen ist. Wer übrigens mit dem Silent-Hill-typischen Grafikstöreffekt nichts anfangen kann, kann diesen jederzeit in einem speziellen Menü ausstellen. Noch ein Wort zu den Videosequenzen, die es an wichtigen Stellen im Spiel zu bewundern gibt: Obwohl alle Bildschirmtexte und Menüs komplett übersetzt wurden, hat man darauf verzichtet, die Sprachausgabe zu synchronisieren. Deutsche Untertitel sorgen aber dafür, dass selbst Spieler ohne Englischkenntnisse jede Storywendung mitbekommen.

Wertung zu Silent Hill 3 (PS2)

Wertung:

90 /10

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