Mit großer Kraftanstrengung führt Heather den Dornenschlegel.
Ohne sich zu erinnern, wie sie dort hingekommen ist, steht die junge Heather plötzlich im Lakeside Amusement Park. Es ist dunkel und neblig. Überall liegen blutverschmierte, lebensgroße Hasenkostüme herum und eine Kakophonie undefinierbarer Geräusche erfüllt die kalte Nacht. Erst jetzt bemerkt Sie das Klappmesser in ihrer Hand. Vorsichtig schaut sie sich um und findet schließlich eine Tür, die sich öffnen lässt. Auf der anderen Seite angekommen, wird sie von einem markerschütternden Knurren und widerlichen Schmatzgeräuschen begrüßt. Als Sie sieht was da auf Sie zukommt, bleibt ihr fast das Herz stehen: Es sieht aus wie ein Hund mit gespaltenem Schädel! Ohne lange nachzudenken, weicht Sie dem Monster aus und läuft was das Zeug hält. Ihre Flucht führt Sie schließlich zur Achterbahn des Parks wo ihr noch mehr scheußliche Wesen auflauern. Wild um sich schlagend und stechend entkommt sie Ihnen und findet sich schließlich auf dem höchsten Punkt der Achterbahn wieder. Da ein Rückweg nicht in Frage kommt, tastet sie sich Meter für Meter über morsche Holzplanken und schmierige Gleise vor. Als Sie den rasch näher kommenden Wagen hört, ist es schon zu spät. Es gibt keinen Ausweg mehr ...
Tödlicher Einkaufsbummel
In diesem Moment erwacht Heather aus diesem fürchterlich realen Albtraum. Was Sie noch nicht ahnt: Der eigentliche Höllentrip beginnt erst noch. Kurz darauf verwandelt sich das Einkaufszentrum in dem Sie sich gerade befindet, in eine monsterverseuchte, menschenleere Todesfalle. "Was hat das alles mit der Stadt Silent Hill zu tun?", werden sich Fans der Serie jetzt fragen. Nun, die Antwort ist eigentlich ziemlich einfach: Heathers Schicksal ist untrennbar mit diesem Ferienort und den Geschehnissen des ersten Silent-Hill-Abenteuers verwoben. Vielmehr können und dürfen wir nicht verraten, um den zahlreichen Fans nicht die Spannung zu nehmen.
Nachtreten erlaubt!
Wer schon den Vorgänger oder einen beliebigen Resident-Evil-Teil gespielt hat, der wird sich bei Silent Hill 3 sehr schnell zurechtfinden. Heather wird per Steuerkreuz oder Analogstick durch in Echtzeit berechnete Levels gesteuert, wobei die Perspektive zumeist vorgegeben ist. Um eine bessere Übersicht zu gewährleisten, kann man in vielen Fällen auch per Tastendruck die Kamera hinter Heather positionieren. Der Rest ist Survival-Horror-Standard und bedarf wohl keiner speziellen Erläuterung. Einziges Manko der ansonsten gelungenen Steuerung: Bei Kämpfen gegen mehrere Gegner ist das schnelle Umschalten zwischen den Feinden nur schwer möglich. Die Entscheidung, ob man den Monstern mit Schießeisen (Pistole, Schrotflinte oder gar Maschinengewehr) oder Nahkampfwaffen entgegentritt, will dabei wohl überlegt sein. Wie bei Survival-Horror-Games üblich, ist die Munition für Feuerwaffen dünn gesät und muss zudem erst gefunden werden. Glücklicherweise lässt sich auch mit Katana, Eisenrohr oder Messer etwas gegen die Horrorbrut ausrichten. Hat man den dornengespickten Schlegel gefunden, geht's erst richtig los. Dieses ultraschwere Teil richtet zwar eine Menge Schaden an, ist jedoch nicht leicht zu führen. Sobald eine der widerlichen Bestien am Boden liegt, sollte man unbedingt noch ein paar Mal mit der X-Taste nachtreten um sicherzustellen, dass das Monstrum nicht noch einmal aufsteht. Fans der Serie dürften dies aber schon ganz automatisch tun. Wer keine große Lust auf anstrengende Fights hat, wird sich freuen, dass man vor dem Spielstart den Schwierigkeitsgrad der Kämpfe einstellen kann. Für diejenigen Spieler, die selbst auf der einfachsten der drei Stufen ständig sterben, haben die Entwickler darüber hinaus einen speziellen Anfängermodus eingebaut.
