Routine begeistert mit Atmosphäre, enttäuscht aber beim Story-Finale. Im Test zeigen wir Stärken und verpasste Chancen.
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Aber selbst, wenn ihr gerade nicht auf der Suche nach Hinweisen seid: Schenkt der Mondbasis die Aufmerksamkeit, die sie verdient hat. Inspiriert von Filmklassikern wie 2001: A Space Odyssey oder Alien, zum Leben erweckt durch die Unreal Engine 5, und unterlegt mit Klängen des Doom-Komponisten Mick Gordon, ist sie ein atmosphärischer Augenschmaus.
Das retrofuturistische Design und die detaillierten Umgebungen vermitteln sehr gut das beklemmende Gefühl von Gefahr, Einsamkeit und Hilflosigkeit. Dafür braucht es nicht mal den Gore-Faktor eines Dead Space, mit all seinen Blutspritzern und herumliegenden Körperteilen.
Quelle: PC Games
Manche Storyschnipsel bekommt ihr in Form von Audio-, Video- oder Textschnipseln serviert.
To the Moon!
Auch an Abwechslung mangelt es nicht: Ihr erkundet verwaiste Quartiere, zerstörte Einkaufszentren, mysteriöse Labore und sogar ein Abstecher auf die Mondoberfläche ist dabei. Verknüpft sind die Stationen alle mit einer Schienenbahn und ein paar Ladebildschirmen dazwischen. Präsentiert werden sie mit einem besonderen Kamerafilter, der für ein körnig-krisseliges Bild sorgt - so als würdet ihr das ganze Geschehen durch die Linse einer alten VHS-Kamera betrachten. Es ist nur ab und zu ein bisschen zu dunkel.
Und zu guter Letzt warten die Umgebungen dann auch noch mit ihren eigenen kleinen Geschichten und Gimmicks auf: Hier findet ihr ein humorvolles Minigame, da eine Tonaufnahme, ein digitales Tagebuch oder eine Patientenakte, die euch noch mal etwas tiefer in das Mysterium von Routine hineinzieht.
Wobei so viel Tiefe tatsächlich gar nicht drinsteckt. Nach ungefähr sechs Stunden ist der Spaß schon wieder vorbei. Das Ende kommt dabei nicht vollkommen abrupt, aber trotzdem doch etwas verfrüht. Nicht alle Handlungsstränge werden befriedigend zu Ende geführt. Einige andere werden mit einer simplen Wall of Text abgefrühstückt - nicht gerade "Show, don't tell".
Quelle: PC Games
Während Routine viele Dinge vor euch versteckt, drückt man euch andere sehr offensichtlich auf die Nase.
So bleibt ein wenig das Gefühl, dass die Entwickler einfach einen Schlussstrich ziehen mussten, um Routine endlich mal auf den Markt zu bekommen; dass eigentlich noch viel mehr geplant war, die Zeit und die Ressourcen aber nicht mehr gereicht haben.
Was hätte sein können
Wenn man ältere Artikel und Interviews zu dem Abenteuer durchliest, dann ist da noch die Rede von Permadeath, prozedural generierten Umgebungen für jeden neuen Spieldurchlauf, verschiedenen Enden und einem Wunden-System, das euren Körper zu einer Art Gesundheitsanzeige gemacht hätte. Davon hat es leider nichts ins fertige Spiel geschafft. Und das ist ziemlich schade.
Denn auch wenn die Ansätze, die Routine letztlich auf den Bildschirm bringt, wirklich vielversprechend sind: das atmosphärische Leveldesign, das minimalistische Interface, das Kosmonauten-Hilfswerkzeug. Man kommt trotzdem nicht umhin, sich zu fragen, was für ein Erlebnis es unter perfekten Umständen hätte werden können. Und was uns damit durch die Lappen gegangen ist.
Meinung
Routine erscheint am 4. Dezember 2025 via Steam für den PC sowie für Xbox One und Xbox Series X/S. Der Titel ist ab Launch im Game Pass enthalten. Ein PlayStation-Release ist für das Jahr 2026 geplant. Der Preis liegt bei ca. 25 Euro.
Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Release-Fassung des Spiels von Raw Fury gestellt.
