Der Realität so nah: Rennsimulationen lassen unsere Träume in Erfüllung gehen und mit passender Hardware fühlt es sich beinahe nach echtem Racing an.
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Der Kindheitstraum
Ich habe es eingangs schon erwähnt: Viele Kinder wachen irgendwann auf und möchten Rennfahrer werden. Doch realistisch betrachtet, lösen sich beim größten Teil diese Träume schnell in Schall und Rauch auf. Motorsport ist ein extrem teures Pflaster; man braucht Sponsoren, Lizenzen, elterliche Unterstützung, schlussendlich auch Talent und vor allem Glück.
Selbst mit dem vorhandenen Können heißt das noch lange nicht, dass der Sprung in den lohnenden Rennsport gelingt. Es ist ein weiter Weg vom Kartfahrer zum DTM-, WEC-, oder Formel-1-Piloten und die meisten bleiben recht schnell auf der Strecke.
Deswegen muss ein Plan B her, um dem Traum zumindest ein wenig näherzukommen. Neben den typischen Arcade-Rennspielen der Marken Need for Speed und Forza Horizon gibt's schließlich bereits seit Jahrzehnten die Chance, auf virtueller Ebene Racing-Luft zu schnuppern.
Quelle: PC Games
Der Puls steigt, wenn wir mit über 230 km/h auf die berühmte Eau Rouge in Spa zu steuern. Ein kleiner Fehler und wir landen in den Reifenstapeln.
In den 1990er-Jahren machte beispielsweise die Grand-Prix-Reihe auf sich aufmerksam. Unter der Leitung des Programmierers Geoff Crammond wurde die Formel 1 in eine Rennsimulation umgewandelt. Das Ergebnis ist bis heute einzigartig und kam bei Hobby-Fahrern sehr gut an.
Trotz der damaligen, begrenzten technischen Möglichkeiten hatten Spieler zum ersten Mal das Gefühl, den echten Motorsport zum Anfassen in den eigenen vier Wänden zu haben. Den Geruch von Benzin und verbranntem Gummi musste man sich eben separat dazudenken. Mit Titeln wie GTR und rFactor ging es in den 2000ern in dem Bereich kontinuierlich nach vorn.
Rennfahren im Wohnzimmer
Sim-Racing entwickelt sich seitdem permanent weiter und wird durch bessere Hardware immer realistischer. Billig ist der Spaß dennoch nicht, es braucht ein Lenkrad, Pedalerie, einen passenden Gaming-Stuhl oder direkt einen kompletten Sim-Rennsitz. An die Preise des echten Motorsports reichen die Investitionen aber bei Weitem nicht heran.
Wer die volle Immersion möchte, kann sich außerdem noch ein VR-Headset, Triple-Screen, Rennhandschuhe und Rennschuhe zulegen. Schon werden die eigenen vier Wände zum Cockpit umfunktioniert. Und ich kann euch sagen, so ein virtueller Ausflug auf die Rennstrecke bringt mich häufig ordentlich ins Schwitzen - wie im echten Rennwagen eben auch.
Quelle: iRacing.com
iRacing ist wohl die ultimative Herausforderung für jeden Sim-Racer. Unter anderem stellt uns die Simulation aber auch finanziell vor eine hohe Hürde.
Es kommt nicht von ungefähr, dass etliche Profis in ihrer Freizeit ebenfalls regelmäßig im eigenen Simulator Platz nehmen. Der viermalige Formel-1-Weltmeister Max Verstappen nimmt sogar an realen Rennwochenenden an Wettbewerben in iRacing teil. Zwischen Qualifying und Rennen liegen schließlich knapp 24 Stunden und nach den Interview-Sessions sowie Team-Briefings bleibt wohl noch ein wenig Zeit für den virtuellen Spaß.
F1-Pilot Lando Norris unterstützt ein eSports-Team und auch die restliche Riege der jungen Fahrer ist den Rennsimulationen nicht abgeneigt. Das allein zeigt, wie nah die virtuellen Events der Realität kommen.
Vom Sim-Racer auf die realen Strecken
Es gibt sogar Rennfahrer, die den Sprung vom Sim-Racing in den echten Motorsport geschafft haben. Tim Heinemann wurde im Jahr 2020 unter anderem Deutscher Meister in RaceRoom und zuvor bereits virtueller DTM-Champion.
In der Saison 2023 setzte er nach mehreren Jahren Nachwuchsprogramm tatsächlich seinen Traum in die Realität um und wurde DTM-Pilot in einem Porsche 911 GT3 R. Doch nicht nur das: Er konnte beim Lauf in Oschersleben sogar einen Podestplatz erreichen.
Quelle: PC Games
In RaceRoom können wir hinters Steuer aktueller, aber auch früherer DTM-Fahrzeuge greifen. Die Simulation ist derzeit die einzige mit offizieller DTM-Lizenz.
Einen noch höheren Bekanntheitsgrad hat sich Jann Mardenborough erarbeitet. Als Gewinner der GT Academy, einem Wettbewerb von Sony und Automobilhersteller Nissan, wurde der Brite für etliche GT- und Formel-Rennserien verpflichtet. Er nahm sogar an einer Austragung des 24-Stunden-Rennens von Le Mans teil. Der Weg von Mardenborough war so speziell, dass mit dem Film Gran Turismo seine Karriere im Jahr 2023 auf die große Kinoleinwand kam. Das sind zwar Einzelfälle, aber dennoch versuchen viele Spieler, in die Fußstapfen zu treten und den Sprung in den waschechten Motorsport zu schaffen.
