Outcast: A New Beginning im Test: Darauf haben wir 25 Jahre gewartet

Test Felix Schütz
Outcast: A New Beginning im Test: Darauf haben wir 25 Jahre gewartet
Quelle: PC Games

Outcast 2 ist fantastisch und ambitioniert - zumindest auf dem Papier. Doch im Test zeigen sich auch etliche Schnitzer. Muss man sich daran stören?

Streng genommen gibt es noch eine dritte "Schusswaffe", die aber nur für vier Spezialangriffe zum Einsatz kommt: Wenn ihr bestimmten Talanerdörfern geholfen habt, erhaltet ihr zum Beispiel die Möglichkeit, einen Insektenschwarm auf eure Feinde zu hetzen. Oder ihr ruft ein paar fliegende Talaner herbei, die dann Bomben über einem Bereich abwerfen. Das sind nette Ideen, die sich aber nur unter freiem Himmel lohnen - der Nutzen hält sich also sehr in Grenzen.

Nebenaktivitäten als Spielzeitfüller

Die starren Aufgabenbäume in jedem Dorf machen das Abenteuer zwar schön übersichtlich, doch sie haben auch einen Nachteil: Sie lassen kaum Nebenaufgaben zu. Fast jede Quest im Spiel ist Teil der Haupthandlung, was bedeutet, dass man in den Siedlungen auch so gut wie nichts verpassen oder entdecken kann.

Stattdessen haben die Entwickler einfach eine Riesenladung optionale Inhalte auf der Map verteilt, die ihr dann nach Lust und Laune abklappern oder ignorieren könnt. Da gibt es beispielsweise Wucherungen in der Wildnis, an denen ihr einfach ein paar verseuchte Tiere abschießen müsst - das ist unglaublich einfallslos und spielt sich genauso spannend, wie es klingt.

Die feindlichen Stützpunkte laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Quelle: THQ Nordic Besser gefallen uns da die Geschicklichkeitstests: Es gibt Dutzende Tempel und andere Orte, an denen ihr kurze Parcours-Einlagen meistern müsst. Da gilt es dann, in einem kleinen Zeitfenster eine bestimmte Route abzufliegen. Oder ihr müsst an Geschossen vorbeisegeln und ein Ziel erreichen, ohne dabei zu weit vom Pfad abzukommen. Manche dieser Aufgaben machen Spaß, andere sind aber so simpel gestrickt, dass man sie buchstäblich im Vorbeigehen schafft. Es lohnt sich allerdings auch nicht, allzu lange darüber zu grübeln: Die meisten Geschicklichkeitstests sind in unter einer Minute abgehakt.

Besser gedacht als gemacht

Als ungewöhnliche Idee entpuppen sich die feindlichen Konvois: Mit der Zeit erscheinen hoch am Himmel feindliche Transportschiffe, die ihr nur auf dem Rücken einer riesigen, schwebende Kreatur erreichen könnt. Leider zeigt sich aber auch hier, dass manches an Outcast 2 einfach besser gedacht ist als gemacht: Die Konvois laufen auf simple Zielübungen hinaus, da ihr im Grunde nur ein paar rote, empfindliche Stellen an jedem Schiff wegballern müsst - und das wird ruck zuck eintönig.

Natürlich könntet ihr die ganzen Nebenaktivitäten einfach ignorieren. Solltet ihr aber nicht! Denn dafür gibt's wichtige Belohnungen, zum Beispiel könnt ihr nur so Cutters Lebensbalken vergrößern. Außerdem erhaltet ihr Ressourcen, die ihr dann in zwei Upgrade-Systeme stecken könnt. Über die kleinen Talentbäume steigert ihr dann beispielsweise Cutters Abwehr, motzt seinen seinen Nahkampfangriff auf oder - ganz wichtig - verbessert das Jetpack. Sehr zu empfehlen, denn dadurch werdet ihr deutlich mobiler, könnt bequemer erkunden, besser kämpfen und bleibt länger in der Luft.

Das Jetpack sorgt für ein tolles Freiheitsgefühl. Quelle: THQ Nordic

Ruckeln auf Konsolen

Unabhängig davon, ob man das Spieldesign nun mag oder nicht: Die Technik von Outcast: A New Beginning hat uns Nerven gekostet. Vor allem auf der PS5 sah es anfangs düster aus: Im Qualitätsmodus ging die Framerate teilweise so in den Keller, dass der Spielspaß flöten ging. Und im Performance-Modus sah es nicht viel besser aus: Auch hier schwankte die Framerate spürbar, außerdem kam noch übles Tearing hinzu, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben. Immerhin: Noch während unseres Tests hat Appeal einen Patch nachgereicht, der die Performance verbesserte und das Bildzerreißen etwas abmildern konnte. Wirklich zufrieden sind wir damit aber immer noch nicht.

Die Xbox-Fassung erreichte uns erst sehr spät, hier zeigte sich eine Stichprobe auf der Series S aber etwas erfreulicher: Die Grafikqualität wurde zwar sichtbar heruntergeschraubt, doch zumindest war die Framerate meistens im soliden Bereich und störendes Tearing trat auch nicht auf. Für eine abschließende Xbox-Wertung reicht unsere Spielzeit allerdings nicht aus. Dafür können wir euch auf der nächsten Seite schon ein paar Infos zum Steam Deck geben!

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